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Ja zum Dirigenten, aber Orchesterzuschuss noch unklar

Konsequenz sieht anders aus: Der Bestellung von Peter Kuhn zum neuen Generalmusikdirektor der Bergischen Symphoniker (in der Nachfolge von Romelie Pfund) stimmte der Rat der Stadt Remscheid am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung mehrheitlich zu. Dem Wirtschaftsplan der gemeinsam mit Solingen getragenen Orchester GmbH dagegen zuvor im öffentlichen Teil (zunächst noch) nicht. Stattdessen wurde beschlossen, die Abstimmung über den Wirtschaftsplan – er sieht eine Erhöhung des städtischen Zuschusses um 183.250 Euro auf 2.010.650 Euro vor – auf die Ratssitzung am 12. Februar zu vertagen und in der Zwischenzeit die geforderte Erhöhung des Jahreszuschusses lediglich anteilig zu zahlen.

Ein Teil des Rates würde die städtischen Zuschüsse für das Orchester am liebsten einfrieren, ein anderer schließt sogar einen kompletten Ausstieg der Stadt Remscheid aus der GmbH nicht aus. Konkret: Die SPD hatte schon im Vorfeld der Sitzung betont, über die Ausgabenerhöhung müsse mit der Stadt Solingen noch einmal verhandelt werden. Zumal die Ankündigung von Peter Kuhn, den Spielbetriebs einschränken zu wollen, weitere Belastungen für den Wirtschaftsplan bedeuten würde. Und die W.i.R. war noch einen Schritt weiter gegangen: Der Zuschuss der Stadt solle bis 2011 auf max. 1.827.400 Euro pro Jahr begrenzt werden. Die beantragte Erhöhung um 183.250 Euro sei durch „Einsparungen, Einnahmeerhöhung (beispielsweise durch höhere Eintrittspreise) sowie erhöhtes Sponsoring durch symphonikernahe Kreise abzuarbeiten“.

Die Frage der Wählergemeinschaft, warum die Geschäftsführung angesichts der prekären Finanzlage Remscheids bei der Ausschreibung der GMD-Stelle nicht deutlich geringere Bezüge angesetzt habe, um einen Teil des Fehlbetrages zu vermeiden, ließ Orchester-Geschäftsführer Stefan Schreiner am Donnerstag unbeantwortet. Er verwies lediglich auf anstehende Tariferhöhungen für die Musiker und warnte die Kommunalpolitiker, ohne Wirtschaftsplan habe das Orchester keine Einnahmesicherheit: „Wenn Sie den Betriebskostenzuschuss einfrieren, fassen Sie indirekt den Auflösungsbeschluss für die Bergischen Symphoniker!“ Schon allein die gegenwärtige  Debatte könne sich für das Orchester negativ auswirken. Denn: „Wer unsicher ist, ob das Orchester in einem Jahr noch existiert, wird keinen Konzertvertrag mit ihm abschließen!“

Im Übrigen machte Stefan Schreiner den Ratsmitgliedern klar, dass sie zur Orchester GmbH keine Alternative hätten. Denn im Falle einer Auflösung des Orchesters müsse die Stadt Remscheid 29 Musiker, die früher dem Städtischen Orchester angehört hatten, zurücknehmen; das sei so vertraglich vereinbart. Acht Musiker für vier Jahre, die übrigen 21, da alle älter als 50, bis zum Rentenalter, längstens bis 2029. „Das wird die Stadt dann insgesamt rund zehn Millionen Euro kosten!“ Ein weiteres Argument des Orchester-Geschäftsführers: „Seit der Gründung der Bergischen Symphoniker wurde je Gesellschafter (Solingen und Remscheid) gegenüber den früheren Orchestern ein Einsparvolumen von acht Millionen Euro erwirtschaftet.“

Schützenhilfe bekam Stefan Schreiner von Karl Heinz Humpert (CDU). Der Vorsitzende des städtischen Kulturausschusses sprach mit Hinweis darauf, dass die Orchester GmbH schon seit drei Monaten keinen abgesegneten Wirtschaftsplan habe, von einem „unwürdigen Vorgehen“ – ohne dies allerdings weiter zu konkretisieren – und verwies auf die tariflichen Ansprüche der Musiker. „Was machen wir denn, wenn der ausgesuchte GMD in dieser Lage einen Rückzieher macht?“

Den SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke konnte das allerdings nicht beeindrucken. Er sah angesichts der beantragten Erhöhung des städtischen Zuschusses um zehn Prozent weiteren Beratungsbedarf, etwa im Januar im Ältestenrat. „Wir brauchen eine vernünftige Lösung!“ Und Wieland Gühne (W.i.R.) hielt Humpert entgegen, der Wirtschaftsplan liege der Politik erst seit zwei Wochen vor. Gühne forderte von der Verwaltung Auskunft, ob der Ausstieg aus dem Orchester die Stadt Remscheid tatsächlich so teuer kommen würde, wie von Stefan Schreiner geschildert.

Nach einer vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Philipp Veit beantragten Sitzungsunterbrechung stimmte der Rat der Stadt dem Vertagungsantrag (nebst Zuschussgarantie bis Februar) mit großer Mehrheit zu. Lediglich die CDU-Mitglieder Karl Heinz Humpert und Norbert Schmitz stimmten dagegen.

Trackbacks

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Kommentare

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wieland Gühne am :

Kontraproduktiv war aus unserer Sicht im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gegen die Stimmen der W.i.R. getroffene Entscheidung, den neuen Generalmusikdirektor (GMD) trotz der ungeklärten Situation zu bestellen. Unserer Meinung nach ist es falsch, eine Führungskraft für ein sechsstelliges Jahresgehalt zu verpflichten, obwohl bei dem anstehenden Entscheidungsprozeß auch die Auflösung der Symphoniker als Szenario möglich ist. Die mögliche Fehlentscheidung geht nicht nur zu Lasten der Steuerzahler, sondern ergibt keine gute Grundlage für die berufliche Zukunft des neuen GMD. Wieder einmal lässt der Stadtrat entschlossene Entscheidungen vermissen. Auch bei den Bergischen Symphonikern zeigt sich, dass der Zukunftspakt nur heiße Luft produziert. W.i.R. hätten uns ein offenes Gespräch mit dem neuen GMD gewünscht. Leider war er aber nicht anwesend. Sicherlich hätte man Lösungsansätze erarbeiten können.

Chronist am :

Die Gesellschafter haben in der heutigen Gesellschafterversammlung Herrn Peter Kuhn ab der Spielzeit 2009/10 einstimmig zum Generalmusikdirektor der Bergischen Symphoniker bestellt. Der Vertrag ist zunächst auf die Dauer von vier Jahren befristet.

Chronist am :

Die Remscheider Wählergemeinschaft W.i.R. hat Solingens Oberbürgermeister zu einem Gespräch über die Bergischen Symphoniker nach Remscheid eingeladen, „um an einem Runden Tisch auf gleicher Augenhöhe konstruktiv nach Lösungsansätzen zu suchen, die für alle Beteiligten tragbar sind.“ In dem Brief von Wieland Gühne und Roland Kirchner heißt es weiter: „W.i.R. haben am Dienstag aus den regionalen Medien Ihre Kommentare zu den Remscheider Ratsentscheidungen mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Da uns fundierte Informationen fehlen um die Solinger Haushaltslage beurteilen zu können, werden W.i.R. uns auch nicht anmaßen, die Solinger Entscheidungen zu kommentieren. Unserer Meinung nach ist die fehlende Kommunikation ein entscheidender Grund für die ständig auftretenden Irritationen zwischen den Entscheidungsträgern in Solingen und Remscheid bezüglich der Bergischen Symphoniker. Aus diesem Grund möchten W.i.R. Sie zu einem Gespräch nach Remscheid einladen, Die Gesellschafterversammlung ist unserer Meinung nach nicht das richtige Gremium, um die bestehenden Probleme nachhaltig zu lösen. (…) Die Bergischen Symphoniker haben es verdient, dass sich die Stadträte aus Solingen und Remscheid an einen Tisch setzen und um die beste Lösung ringen. Über den Teilnehmerkreis können wir uns gerne noch verständigen.“

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