Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Filmeindrücke aus einer lebens- und liebenswerten Stadt

Filmemacher J. Michael Schumacher. Foto: Lothar Kaiser

Als Sponsoren haben 15 Remscheider Unternehmen der Stadt Remscheid zu einem neuen, 24-minütigen Werbefilm verholfen. Dafür sind sie in der Langfassung von mehr als 60 Minuten, die ab sofort auf einer DVD zum Preis von 9,90 Euro im Handel (und auf dem Weihnachtsmarkt) zu haben ist, mit Werbesequenzen vertreten. Realisiert hat den Film J. Michael Schumacher, der früher schon vier Filme für die Stadt Remscheid produzierte (1984, 1989, 1995 und, als „Facelifting“, wie er gestern sagte, 1997). In dem neuen Film texte er: „Remscheid, eine Stadt, in der sich leben und arbeiten lässt. Seit 200 Jahren – und in Zukunft.“ Seine Presse-Premiere hatte der Film gestern Nachmittag im Rathaus, „noch rechtzeitig zum Weihnachgeschäft“, wie Sven Wiertz meinte, der persönlicher Referent und Leiter des Büros der Oberbürgermeisterin. Der mehr als zehn Jahre alte Vorgänger-Film Schumachers war von der Stadt bis vor kurzem noch eingesetzt worden, nachdem Oberbürgermeister Fred Schulz einen bei einem anderen Produzenten in Auftrag gegebenen Film 2004 für „nicht verwendungsfähig“ erklärt hatte (diese Vorgeschichte geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung hervor, die im Oktober im Finanzausschuss als Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur Kenntnis genommen wurde.)

J. Michael Schumacher, 48 Jahre alt, ist gebürtiger Remscheider. Seine Videofilm- und Fernsehproduktionsfirma RS-Film gründete er vor 24 Jahren.  Seitdem produzierte er nach eigenen Angaben mehr als 700 Industrie- und Werbefilme sowie rund 40 TV-Beiträge (Tier-, Natur- und Auslandsreportagen), meist für die ARD. Derzeit für ARTE in Arbeit sei eine 45-minütige Dokumentation über Nil-Warane, die unbedachte Tierfreunde in Florida eingeführt hätten, sagte Schumacher auf der gestrigen letzten Pressekonferenz der Stadt in 2008.

Kurz- wie Langversion des neuen „Stadtfilms“ passen mit ihren nachgestellten Szenen zur Stadtgeschichte (Remscheids feierte am 14. September 2008 200 Jahre Stadtrechte) sehr gut zu der gebundenen „“Geschichte unserer Stadt“ von Hans Jürgen Roth (68), die seit September schon viele Käufer gefunden hat. Aber auch der neue Film dürfte zu Weihnachten bei vielen Remscheidern auf dem Gabentisch liegen. J. Michael Schumacher: „Von der ersten Auflage von 3.000 Exemplaren sind schon jetzt nur noch 1.000 übrig.“ Und das ohne große Werbung. Der Grund: Die Sponsoren haben einen Großteil der Auflage als Weihnachtspräsente für Kunden und Mitarbeiter übernommen.

Und das kann der finanzschwachen Stadt Remscheid nur recht sein. Sie kann die Kurzfassung des „Stadtfilms“ künftig „etatneutral“ einsetzen, und die Langfassung, da ist sich Produzent Schumacher sicher, „wird viele Remscheider auch deshalb interessieren, weil sie auch Einblicke in viele Remscheider Unternehmen bekommen“. Zitat aus dem Pressetext der DVD: „Bereits im 12. Jahrhundert sind die Täler rund um Remscheid eine Hochburg der Eisenverarbeitung. (…)1808 erteilt Joachim Murat, der Schwager und Statthalter Napoleons, allen Städten der Rheinprovinz mit mehr als 5.000 Einwohnern die Stadtrechte. Dies ist offiziell die Geburtsstunde der Stadt Remscheid, die seither stetig expandierte. Mit rund 120.000 Einwohnern ist Remscheid heute eine moderne, lebendige Großstadt und das Zentrum der Deutschen Werkzeugindustrie, obwohl die Remscheider längst nicht nur Werkzeuge herstellen. Begleiten Sie uns auf unserem einstündigen Stadtbummel durch Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Infrastruktur der Stadt. Und werfen Sie mit uns einen Blick in die Fertigungsabläufe repräsentativer Remscheider Unternehmen."

Filmen ergeht es wie Produkten. Kaum hat man sie gekauft, sind sie schon überholt bzw. gibt es neue Versionen. Deshalb ist es auch kein Makel, dass im Film zur Aufzählung der an der Alleestraße vertretenen Geschäfte auch noch Tchibo gehört (die Filiale wurde inzwischen geschlossen) und eine „künftige Fachhochschule“ für Remscheid angekündigt wird, obwohl sich der Wunschtraum der Stadtoberen schon um Jahresmitte aufzulösen begann (diese Filmpassage hätte ein Hinweis aus dem Rathaus vermeiden können). Unverständlicher ist da schon der knappe Absatz über Remscheider Medien, der sich einzig auf den lokalen Radiosender RSG beschränkt. Da wäre der Hinweis passender gewesen, dass es in Remscheid im Gegensatz zu vielen „Einzeitungskreisen“ in NRW mit dem RGA und der Bergischen Morgenpost noch zwei Lokalzeitungen gibt (zumal nicht nur RSG Lokalreportagen aus Remscheid sendet, sondern – in seiner „Lokalzeit“ – aus das WDR-Studio in Wuppertal).

Abgesehen von der nicht als solcher deklarierten RSG-Werbung in der für die Stadt Remscheid bestimmten Kurzfassung vermittelt der neue Film alteingesessenen Remscheidern ebenso wie Ortsunkundigen neue Eindrücke aus dieser lebens- und liebenswerten Stadt. Und da die nächste Aktualisierung schon für den kommenden Sommer vorgesehen ist (für neue Bilder vom Bahnhof), lässt sich der eine oder andere Feinschliff ja noch nachtragen. Es gibt schließlich nichts Gutes, was nicht noch besser werden könnte.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!