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"Bewegungen" der Kippe werden regelmäßig kontrolliert

54 Seiten umfasst das „Kommunale Abfallwirtschaftskonzept 2009“, das dem städtischen Umweltausschuss, dem Hauptausschuss und dem Rat der Stadt in den nächsten Wochen zur Beratung und Beschlussfassung vorliegt. Zwei Seiten befassen sich mit der Mülldeponie an der Solinger Straße (Luftbild: Ulrich Dreesen). Mitte Juli soll sie geschlossen werden. Zitat aus dem Beschlussentwurf:

„Die Deponie Solinger Straße wurde von den Remscheider Entsorgungsbetrieben bis zum 31.7.2002 betrieben. Zur Verbesserung der Auslastung erfolgte mit Datum vom 1.8.2002 die Ausgliederung der Anlage bei gleichzeitiger Gründung der Deponiebetriebsgesellschaft Remscheid (DBR) in Form einer GmbH. Gesellschafter der DBR sind die Stadt Remscheid, vertreten durch die Remscheider Entsorgungsbetriebe zu 51 % und die Deponiebetriebsgesellschaft Velbert (DBV) zu 49 %. Gesellschafter der DBV sind die Stadtwerke Velbert, die BEG mbH (Wuppertal/Remscheid) und die B+R Niederberg GmbH (Mettmann). Das Deponiegrundstück … wurde für die Dauer der Deponienutzung bis zur endgültigen Rekultivierung an die DBR verpachtet.

In den Annalen der Stadt Remscheid wird die Deponie Solinger Straße bereits um das Jahr 1900 als eine von mehreren damals im Stadtgebiet von Alt-Remscheid bestehenden Kippen" erwähnt. Diese Kippe" wurde in zwei Taleinschnitten angelegt und erreicht heute eine Höhe von ca. 100 Meter vom derzeitigen Fußpunkt bis zur Oberfläche. Bis heute wurden auf einer Fläche von ca. 230.000 Quadratmeter insgesamt ca. zwölf Millionen Kubikmeter Abfall verfüllt.

In den frühen Betriebsjahren der Kippe" an der Solinger Straße wurden geringe Mengen an Haus- und Industrieabfällen abgelagert. Ihre Bedeutung erlangte die Anlage erst mit dem erheblichen Anstieg der Abfallmengen an Hausmüll, Bauschutt und Industrieabfällen in den 1960-er Jahren. Hierdurch musste eine völlige Umgestaltung des Deponiebetriebes vorgenommen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Abfall über eine Kippkante abgekippt und die Ablagerung ohne Verdichtung so ins Tal vorgetrieben. In den 1960-er Jahren konnte durch befestigte Zufahrtsstraßen bis zum Deponiefuß ein kontinuierlicher, lagenweiser Deponieaufbau erreicht werden.

Mit der Inbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage in Wuppertal 1976 wurde die Ablagerung von Hausmüll auf der Deponie Solinger Straße eingestellt. Die Deponie dient seitdem zur Aufnahme von Bauschutt, Bodenaushub und bestimmten industriellen Abfällen.

Durch das verstärkte Umweltbewusstsein in den 1980-er Jahren wurde 1989 für die Ablagerung von einigen Abfällen die Einrichtung eines gesonderten Teilbereiches auf dem Deponiegelände erforderlich. Dieser Teilbereich wurde mit einer Abdichtung an der Deponieaufstandsfläche zum Schutz des Grundwassers ausgestattet und dient seitdem zur Aufnahme stärker chemisch verunreinigter Abfälle wie z.B. Schleifschlämme der ortsansässigen Industrie, Rückstände aus dem Kanal, Straßenkehricht und sonstiger industrieller Abfälle. Auf dem verbleibenden, an der Deponiebasis nicht abgedichteten Teilbereich, werden heute chemisch gering verunreinigte Abfälle wie Bodenaushub, Bauschutt, Altglas etc. abgelagert.

Durch das Umdenken im Bereich der Abfallentsorgung in den 1980-er Jahren und die damit verbundenen Regelungen für bestehende Deponien, wurde Ende der 1980-er Jahre die Standsicherheit der Abschlussböschung der Deponie Solinger Straße untersucht. Ergebnis war, dass die Deponie auf Dauer rechnerisch nicht standsicher ist. Auf Dauer kann eine Verschlechterung die Standsicherheit durch die fortschreitende Umsetzung der eingelagerten organischen Abfälle (Hausmüll) nicht ausgeschlossen werden. In enger Abstimmung mit der Bezirksregierung in Düsseldorf als Aufsichtsbehörde und dem Geologischen Landesamt als Fachbehörde, wurden die Möglichkeiten untersucht, die Standsicherheit der Deponie auf Dauer herzustellen. (…) Ergebnis … war, dass ein Schüttkörper als Abstützung vor der Abschlussböschung die Standsicherheit der Deponie auf Dauer herstellen kann. Die Schüttung hat insgesamt ein Volumen von ca. 750.000 m3. Mit der Errichtung dieses Schüttkörpers wird gleichzeitig die umfassende Sanierung der Sickerwasserfassung des Altteils der Deponie betrieben und die Deponie dem Stand der Technik entsprechend an der Oberfläche mit einer Abdichtung versehen. Der Abschluss der Maßnahme erfolgt voraussichtlich im Jahr 2010.

Mit der Kenntnis des Standsicherheitsproblems wurde es erforderlich, den Bewegungszustand der Deponie fortlaufend zu kontrollieren. Hierzu wurden sogenannte Inklinometerbrunnen (Bohrlöcher in den Deponiekörper) erstellt, in denen die Bewegung der Deponieabschlussböschung zur Tiefe hin beobachtet wird. Zusätzlich sind Vermessungspunkte installiert, über die geodätisch (vermessungstechnisch) die Bewegung der Deponieoberfläche beobachtet wird. Die Ergebnisse der Messungen werden von einem Gutachter und Vermessern der Stadt Remscheid erfasst, bewertet und den zuständigen Behörden zur Kontrolle regelmäßig zugeleitet.

Auf der Deponieoberfläche anfallendes Regenwasser versickert in den Deponiekörper und gelangt an die Deponieaufstandsfläche. Dieses Sickerwasser nimmt auf diesem Weg Schadstoffe mit sich und fällt an der Deponieaufstandsfläche als Deponiesickerwasser an. Zur Erfassung von Deponiesickerwasser ist im abgedichteten Teilbereich an der Deponiebasis ein Drainagesystem mit einem Flächenfilter aus Kies eingerichtet. Anfallendes Sickerwasser wird aus diesen Drainagen in den städtischen Kanal geleitet und in einer Kläranlage des Wupperverbandes behandelt. Der Altteil der Deponie wird über ein Drainagesystem am Deponiefuß entwässert. Das dort gefasste Sickerwasser besteht zum Teil aus Quellwasser überschütteter Quellen und versickerndem Regenwasser.

Durch die Verfüllung von Hausmüll entstehen in der Deponie Umsetzungsprozesse, bei denen die organische Substanz des Hausmülls abgebaut wird. Hierfür verantwortlich sind Bakterien, die gemeinsam mit Wasser unter Luftabschluss den Abbau bewerkstelligen. Hierbei entsteht Methangas. Zur Verhinderung von Schäden ist die dauerhafte, kontrollierte Ableitung von Deponiegas aus dem Deponiekörper erforderlich. Hierzu werden im Deponiekörper Gasbrunnen installiert, die das Gas erfassen und desodoriert in die Umgebung abgeben.

Die Deponie wird am 15.7.2009 für die Ablagerung von Abfällen geschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Deponie mit Abfällen verfüllt sein. Nach Abschluss des Deponiebetriebes wird die Deponie an der Oberfläche mit einer Oberflächenabdichtung versehen. Diese soll verhindern, dass anfallendes Oberflächenwasser in den Deponiekörper eindringt und beim Durchströmen der Deponie zu belastetem Sickerwasser wird! Insgesamt sind etwa 165.000 m2 Oberflächenabdichtung zur Abdichtung der Deponie erforderlich. Diese Maßnahme wird etwa sechs Jahre (bis 2015) in Anspruch nehmen.“

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Kommentare

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Klaus Schmidt am :

Wenn die Deponie am 15.07.2009 für Abfälle geschlossen wird, wo wird dann der Bauschutt, Aushub etc. untergebracht ?

Felix Staratschek am :

Bei Mülldeponien entsteht das klimawirksame Gas Methan. Bei anderen Deponien versucht man dieses einzusammeln und zur Energiegewinnung zu nutzen. Davon lese ich hier nichts. Hat man diese Möglichkeit für die Remscheider Deponie untersucht?

SPD Remscheid am :

"Endlich!" so Sven Wolf, Vorsitzender des SPD Ortsvereins Remscheid-West. "Nach vielen Jahrzehnten haben wir gemeinsam mit den Anwohnern auf diesen Tag gewartet. Die Belastung der Anlieger hatte in den zurückliegenden Jahren nochmals zugenommen. Kurz vor Betriebseinstellung standen die Lastkraftwagen teilweise in langen Schlangen auf der Solinger Straße. Zur Belastung mit Lärm unter Woche trat die Geruchsbelästigung, die besonders an heißen Sommertagen störte. Ganz schlimm muss es in den 1970er Jahren gewesen sein als noch Hausmüll abgeladen wurde." Wolf weiter: "Es bleibt nun abzuwarten, ob im Anschluss an die Rekultivierung der Deponie ab 2015 ein schlüssiges Konzept für die Freizeitgestaltung umgesetzt wird. Ich hoffe das aber sehr. Bereits während der 1980er Jahre gab es im SPD-Ortsverein Remscheid-West viele Diskussionen zum Thema der künftigen Nutzung der Deponiefläche." Der Ortsverein werde das Thema Deponie weiter konstruktiv begleiten. Dabei sollen auch die Wünsche und Sorgen der Anwohner berücksichtigt werden: "Die Nachfolgenutzung sollte natürlich nicht unbedingt zu einer höheren Verkehrsbelastung führen. Ich begrüße ausdrücklich das bürgerfreundliche und offene Planungsverfahren im Rahmen der von Oberbürgermeisterin Beate Wilding unterstützten Planungswerkstatt." (Pressemitteilung)

Reinhard Wick am :

Zitat :"Die Nachfolgenutzung sollte natürlich nicht unbedingt zu einer höheren Verkehrsbelastung führen. Ich begrüße ausdrücklich das bürgerfreundliche und offene Planungsverfahren im Rahmen der von Oberbürgermeisterin Beate Wilding unterstützten Planungswerkstatt." - Keine höhere Verkehrsbelastung! Freizeitpark, Sandpiste, Sommerrodelbahn....Publikumsmagnet weit über Remscheids Grenzen hinaus, wenn das keine höhere Verkehrsbelastung mit sich bringt, was dann???

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