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Konflikt: Bestandsschutz für Unternehmen und Wohnhäuser

Dieses alte bergische Fachwerk-Ensemble an der Dreiangelstraße in Hasten liegt demnächst inmitten eines Gewerbegebietes. Foto: Lothar KaiserIm Entwurf des neuen Flächennutzungsplans (FNP) der Stadt, der gegenwärtig von der Politik eher zögerlich behandelt wird, spielt der Bestandsschutz von Remscheider Industrie- und Gewerbebetrieben an ihren gegenwärtigen Standorten eine nicht unbedeutende Rolle. Der FNP legt jedoch lediglich die Grundzüge der Planung fest. Rechtskraft haben allein Bebauungspläne. Und um einen solchen Plan, dessen förmliche Aufstellung und Offenlegung die Bezirksvertretung Alt-Remscheid in dieser Woche mit den Stimmen von CDU und FDP dem Rat der Stadt zur Sitzung am 12. Februar empfohlen hat (SPD, Grüne und W.i.R. enthielten sich), ist derzeit ein heftiger Streit im Gange. Die Rede ist vom „Bebauungsplan Nr. 619 – Gebiet Dreiangelstraße, südlich Hastener Straße“. Dazu hatten sich während der „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ (Teil des Planverfahrens) rund 250 Anwohner kritisch geäußert. Und  mit weiteren Einsprüchen ist zu rechnen, sollte der Rat, wie zu erwarten, die Offenlegung beschließen. Denn die Interessen könnten gegensätzlicher nicht sein.

Da ist auf der einen Seite die Bauverwaltung. Sie unterstützt die Härterei Gommann. Die hat bei der Stadt eine Betriebserweiterung beantragt und die Genehmigung dafür bekommen; die Arbeiten sind bereits im Gange. In diesem Zusammenhang will die Stadt das gesamte Umfeld des 1860 gegründeten und inzwischen in der 5. Generation geführten Familienbetriebes zum Gewerbegebiet erklären, eingeschlossen das unter Denkmalschutz stehende Fachwerk-Ensemble Dreiangelstraße 18-20. Das in die scharfe Rechtskurve Richtung Gerstau ragende Haus steht leer und wird aller Voraussicht nach künftig nicht mehr zum Wohnen genutzt werden (eine Nutzungsänderung wäre möglich: Produktion, Lager oder Büro?). Das rückwärtige bergische Schieferhaus ist noch bewohnt, wie hübsche Gardinen und Pflanzen hinter den Fensterscheiben unschwer erkennen lassen. Die Begeisterung der Bewohner, künftig mitten in einem Industriegebiet zu wohnen, dürfte sich in engen Grenzen halten. Denn auf der anderen Seite der Straße soll eine zehn Meter hohe Halle errichtet werdern. Und: Mehr „Betrieb“ in der Umgebung bedeutet auch mehr Lärm. Doch in der Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch blieb die Frage von Beatrice Schlieper von den Grünen nach Lärmschutz von Seiten der Verwaltung unbeantwortet. Lediglich von Alexa Schmitz (CDU) kam der Hinweis, die Verwaltung sei in ihrem Plänen auf die Einsprüche der Bürger eingegangen. In welcher Weise?

Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein. Foto:Lothar KaiserEinige Kritiker des Bebauungsplans nahmen an der BV-Sitzung als Zuhörer teil. Und die sahen das ganz anders: „Die Anwohner fühlen sich von der Firma belästigt!“ Eine umweltverträgliche Betriebserweiterung? Daran zweifeln viele. „Aber schließlich geht es um den Erhalt vor Arbeitsplätzen“, argumentierte Fritz Heuser (CDU) und unterstützte damit Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein (Foto). Die Frage, wie viele Arbeitsplätze es eigentlich sind, konnte in der Sitzung allerdings niemand so recht beantworten. Eine Zuhörerin: „50 bis 100!“ -  „Etwa 300“, mutmaßte Sonnenschein - und lag voll daneben, wie der Waterbölles heute durch einen kurzen Anruf bei der Firma Gommann erfuhr: Es sind derzeit 120.

Apropos Interessenkonflikt. Da ist auch noch eine Eigentümergemeinschaft, die gerne auf mehreren Parzellen, die derzeit für die Landwirtschaft und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind, neun Wohnhäuser errichten möchte und darob ebenfalls mit der Verwaltung im Clinch liegt. Denn deren Stellungnahme ist eindeutig:  „Das Umfeld … ist wesentlich geprägt von den unmittelbar westlich angrenzenden Unternehmen. Städtebauliches Ziel ist die Sicherung des Standortes dieser Unternehmen.“ Merke: Keine Wohnhäuser in Industriegebieten! Und damit zurück zu der Familie in dem unter Denkmalschutz stehenden Haus gegenüber der Firmeneinfahrt der Härterei Gommann. Ausziehen muss sie nicht. Stadtplaner Sonnenschein: „Da besteht Bestandsschutz!“

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Chronist am :

Zur Ratssitzung am 12. Februar hat die W.i.R.-Fraktion den Antrag gestellt, den Bestandsschutz für die vorhandene Wohnbebauung an der Dreiangelstraße verbindlich zu sichern, indem sie als Mischgebiet beibehalten und nicht als Gewerbegebiet festgesetzt werden. Begründung: „. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass ein Gebiet als Gewerbegebiet ausgewiesen wird, welches zur Zeit durch überwiegende Wohnbebauung geprägt ist und deren verkehrliche Anbindung nur sehr begrenzt für Schwerlastbetrieb geeignet ist. Durch den Kompromissvorschlag wird das Baufeld 1 in Zukunft zur Gewerbefläche und ermöglicht der Härterei Gommann umfänglich die gewünschte Betriebserweiterung und somit die Sicherung bzw. den Ausbau der Arbeitsplätze.“

Chronist am :

Auf Antrag der "Ampel" beschloss der Rat der Stadt gestern als Änderung des neuen Flächennutzungsplans, die Fläche der Hofschaft im Bereich der unteren Dreiangelstraße in Verlängerung des bestehenden Mischgebietes in Richtung Nordwesten als Mischgebietsfläche auszuweisen (und nicht als Industriegebiet). Das kommt den Anwohnern entgegen.

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