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Pläne des Investors entsprechen Gestaltungssatzung nicht

Pressemitteilung des Heimatbundes Lüttringhausen

Ein vom Heimatbund durchgeführter Abgleich der vorliegenden Bebauungsplanung mit den Vorschriften der Gestaltungssatzung für den Ortskern Lüttringhausen, die auch für das in Planung befindliche Grundstück (ehem. Hallenbad Lüttringhausen) anzuwenden sind, stellt zahlreiche Verstöße gegen die Bestimmungen der Satzung fest:

§ 3: Grundsätze der Gestaltung: Bauliche Anlagen.....sind so anzuordnen, zu errichten,....zu gestalten...., dass sie nach Form, Maßstab, Gliederung, Material und Farbe den historischen Charakter, die künstlerische Eigenart und die städtebauliche Bedeutung der ihre Umgebung prägenden Bebauung, des Straßen- oder Platzbildes und des Ortskerngefüges nicht beeinträchtigen. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn die in dieser Satzung vorgegebenen Anforderungen nicht erfüllt sind. Bauliche Maßnahmen müssen insbesondere den Forderungen der §§ 5 bis 26 dieser Satzung entsprechen. Wir stellen fest: Die vorgestellte Bebauungsplanung entspricht weder der Form, schon gar nicht dem Maßstab, noch der Gliederung. Material und Farbe sind nicht eindeutig ersichtlich. Somit sind die Anforderungen der Satzung nicht erfüllt.

§ 6 (3): Bei Neubauten, die sich über mehrere Grundstücke erstrecken, sind die Gebäudefronten entsprechend der ursprünglichen Grundstücksteilung in Einzelhaus-ähnliche Fassadenabschnitte zu gliedern. Wir stellen fest: Die beiden geplanten Baukörper entsprechen dieser Voraussetzung als blockartige Bebauung mit ca. 42 m und ca. 50 m Länge in keiner Weise, sondern stehen in massivem Widerspruch zu diesem Grundsatz. 

§ 6 (8): ...der Haupt-Baukörper einer geplanten Bau-Maßnahme ist direkt auf die Grenze zur öffentlichen Verkehrsfläche oder mit einem geringfügigen Abstand von höchstens 3 m hierzu zu errichten und hat eine max. Bautiefe von 15 m.....nicht zu überschreiten. Wir stellen fest:  Im Widerspruch zu dieser Satzung ist das „Baufenster“ aus Baumschutzgründen teilweise erheblich von der Straße zurück verlegt worden; die geplante Bebauung weicht wegen der langen geraden Baufluchten nochmals hinter diese Linie zurück. Die höchstzulässige Bautiefe von 15 m ist ebenfalls überschritten.

§ 7, Dächer (1): Das Dach ist als Steildach auszuführen und in Abhängigkeit von seiner Konstruktion (Satteldach, Mansardendach oder Krüppelwalmdach) mit einer Dachneigung von 45 – 70 Grad auszuführen. - (3): Die Zulässigkeit einer von (1) abweichenden Dachform besteht lediglich für eingeschossige Nebenanlagen, wenn hierdurch das Straßenbild nicht beeinträchtigt wird. Wir stellen fest:  Die geplanten Dachformen sind weder für Hauptdächer noch für Nebenanlagen zulässig und stellen eine erhebliche Beeinträchtigung dar. Die Dächer in W- Form sind als Notlösung geplant, da aufgrund der übermäßigen Gebäudetiefe bei der vorgesehenen Dachneigung von 45° der First höher als acht (!) Meter über der letzten Geschossdecke werden würde, d.h. die Höhe von Gelände bis First würde dann mehr als 14 Meter betragen.

§ 8 (2): Liegende Dachfenster dürfen einschließlich der Rahmen nicht größer als 0,65 m² sein..... Die straßenseitige Dachfläche ist grundsätzlich von Dachfenstern freizuhalten; wird der Einbau ausnahmsweise gestattet, so ist die Anzahl der Dachfenster auf höchstens 2 zu beschränken. Auf der straßenabgewandten Dachfläche sind höchstens 4 Dachfenster zulässig. Wir stellen fest:  Je Hausblock sind an der Straßenseite acht bis zehn (!) liegende Dachfenster, jeweils erheblich größer als 0,65 m², geplant, wo überhaupt keine sein sollen. Hier wird offenbar darauf spekuliert, dass die Ausnahme die Regel werden soll.

§ 18 (1): Kragplatten und Kragdächer widersprechen der historisch geprägten Eigenart des Orts- und Straßenbildes und sind daher unzulässig.  - § 19 (3): Balkone sollen als selbstständige Stahl-Konstruktion dem Gebäude vorgelagert werden. Sie sind hinsichtlich ihrer Größe, der Form und Gestaltung an das zugehörige Gebäude anzupassen. Wir stellen fest:  Die wenigen geplanten Balkone sind mit unzulässigen Kragplatten an die Gebäude angebunden. Die lt. Satzung bestimmten Stahl-Konstruktionen für vorgestellte Balkone (in jeder Etage) sind nicht vorgesehen. Wenn wir die Pläne richtig interpretieren, sind für die angegebenen 48 Wohnungen insgesamt bestenfalls etwa 18 Balkone vorgesehen; im Dachgeschoss überhaupt keine.

§ 27: Um eine umfassende Beurteilung der gestalterischen, denkmalpflegerischen und städtebaulichen Gesichtspunkte – insbesondere der harmonischen Übereinstimmung eines Vorhabens mit seiner Umgebung zu ermöglichen, ist mit dem Bauantrag zusätzlich zu den Bauvorlagen eine zeichnerische Darstellung der Merkmale der Nachbargebäude und der geplanten Maßnahme im Zusammenhang, Fotos des Bestandes mit den nachbarlichen Gegebenheiten, eine Übersicht der zu verwendenden Farben und Materialien und eine ausreichende Anzahl von Detail-Zeichnungen zur Konkretisierung bestimmter Sachverhalte vorzulegen. Wir stellen fest: Keine der vier Forderungen wurde bisher erfüllt. Bei der erheblichen Abweichung zu den Vorgaben der Satzung ist es im Vorfeld schon unerlässlich, die umgebende Bebauung als Fassaden-Abwicklung mit darzustellen. Nur so können beurteilende Politiker als „Laien“ erkennen, wie die geplanten Gebäudekörper die Grundsätze der Satzung zur Farce werden lassen.    

§ 28: Abweichungen: Von den Vorschriften dieser Satzung können gemäß § 73 der Landes-Bauordnung NRW Abweichungen gewährt werden, wenn die dort genannten Voraussetzungen hierfür vorliegen. Die Eigenart des Denkmalbereichs und die städtebauliche Bedeutung von Gebäuden, Straßen und Plätzen dürfen jedoch nicht beeinträchtigt werden. Wir stellen fest:  Ausnahmsweise zu genehmigende Abweichungen sollen offenbar von vornherein zur Regel gemacht werden. Es sind durch die geplanten maßstabsprengenden Baukörper erhebliche Beeinträchtigungen der Umgebung schon jetzt erkennbar.

Zusammenfassung: Die vorgestellte Planung für die Bebauung des früheren Hallenbadgrundstückes ist nicht genehmigungsfähig. Wir appellieren deshalb an die Bezirksvertretung Lüttringhausen und die städtische Bauverwaltung, die Pläne zurückzuweisen.

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Kommentare

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Dirk Bosselmann am :

„Das darf doch wohl nicht wahr sein“ war sich spontan die Abordnung des Heimatbundes einig, die sich zur öffentlichen Bauausschuss-Sitzung in der vergangenen Woche ins Remscheider Rathaus begeben hatte, wo der Käufer und Investor des ehemaligen Hallenbad-Geländes seine Bebauungs-Pläne vorstellte. Das Hallenbad-Grundstück befindet sich im räumlichen Geltungsbereich sowohl der Gestaltungssatzung als auch der Denkmalbereichs-Satzung als Ortsrecht. Es gab wohl nach dem Abriss des Bades Bestrebungen der Kennepohl-Bauverwaltung, das Hallenbad-Gelände hiervon auszunehmen, was die Bezirksvertretung Lüttringhausen jedoch abgelehnt hatte. Insoweit gelten - oder sollten gelten – beide Satzungen. Die Absicht, hierdurch eine dem Ortsbild angepasste Bebauung zu ermöglichen, schert die derzeitigen Planer offenbar wenig. Die Bebauung soll im Wesentlichen aus zwei gewaltigen Hausblöcken von ca. 42 x 16 m und ca. 50 x 16 m bestehen. Bei zwei Geschossen und ausgebautem Dachgeschoss ergibt sich jeweils eine Baumasse von ca. 6.000 und 7.000 cbm umbauter Raum. Zum Vergleich: ein normales freistehendes Ein-Familien-Wohnhaus hat ca. 600 bis-800 cbm umbauter Raum; ein 6-Fam.-Wohnhaus ca. 1.500 –2.000 cbm. Das verdeutlicht in etwa die Dimensionen, um die es hier geht. Über die „Gestaltung“, die gemäß der äußeren Ansicht von einer möglichst simplen und daher besonders günstig zu erstellenden Bauweise diktiert ist, kann man ja noch streiten oder besser nicht; über den Einfall, die wegen der großen Bautiefe von 16 m entstehenden Firsthöhen zu reduzieren, die Dachneigungen teilweise nach innen zu verlegen, kann man in unserem Klima nur den Kopf schütteln. Da sind Bauschäden schon in der Planung eingebaut. So etwas „macht man einfach nicht“, von der Unverträglichkeit mit dem Ortsbild einmal abgesehen. Die maximale Ausnutzung des baurechtlichen Rahmens war offenbar das erklärte Planungsziel. Von Einfügung in die gewachsene kleinteilige Bebauung bzw. Berücksichtigung der Planungsziele der Gestaltungssatzung mit Rücksicht auf den unmittelbar angrenzenden historischen Stadtkern kann keine Rede sein. Waren 2005 nur ca. 32 Wohnungen vom damaligen Investor in einer ansprechenden kleinteiligen und detailreichen Planung vorgesehen, sollen es nun 48 Wohnungen sein. Dafür ist das „Filet“-Grundstück zu schade; das hat Lüttringhausen nicht verdient. Wird die Baubehörde eine solche Zumutung für Lüttringhausen dahin schicken, wo sie hingehört, nämlich in den Papierkorb? Oder wird sie sich den privaten Interessen eines auswärtigen Investors beugen? Dipl.-Ing. Dirk Bosselmann, stellv. Vorsitzender des Heimatbund Lüttringhausen

Chronist am :

Zur geplanten Bebauung des ehem. Hallenbad-Grundstückes in Lüttringhausen hat Haimo Bullmann, der 1. Vorsitzende des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, OV Wuppertal, eine ausführliche Stellungnahme an Oberbürgermeisterin Beate Wilding gesandt. Darin wird ein neuer Bebauungsplan für das Gelände gefordert, „da sich die geplanten Baukörper nicht in die Umgebung einfügen(…) Die geplante Bebauung ist mit einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung, den Belangen der Baukultur, des Denkmalschutzes, der erhaltenswerten Ortsteile und der Gestaltung des Ortsbildes nicht vereinbar. Wir bitten Sie, dafür zu sorgen, dass die vorgestellten Pläne des Investors nicht genehmigt werden.“ Ferner weist Bullmann auf die Möglichkeit von Nachbarklagen gegen eine Baugenehmigung hin: „Eigentümer, die in ihren Rechten betroffen sind, können beim Verwaltungsgericht klagen. Auch hier kann eine sofortige Vollziehung beantragt werden. Sollte die Baugenehmigung planungsrechtlich nach § 34 Baugesetzbuch, das heißt ohne Bebauungsplan, genehmigt werden, wäre dies ein gutes Argument für eine Klage.“

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