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Traditionsunternehmen Edscha hat Insolvenzantrag gestellt

Die aktuellste Meldung auf der Internetseite des Remscheider Autozulieferers Edscha datiert vom 4. November vergangenen Jahres: „Neue Produktionskapazitäten erschlossen, Edscha kooperiert mit japanischem Autozulieferer“ ist da zu lesen. Seit heute ist das mehr als fraglich: Das traditionsreiche Remscheider Unternehmen, Hersteller von Schiebedächern und Scharnieren, hat sich heute für zahlungsunfähig erklärt und beim Amtsgericht Wuppertal Antrag auf Insolvenz gestellt. Das betrifft nicht nur den Standort Remscheid (300 Mitarbeiter/innen), sondern alle Edscha-Standorte in Europa (4.200 Mitarbeiter/innen). Vorausgegangen war eine Verlängerung der Weihnachtsferien mit anschließender Kurzarbeit. Nach Informationen des Düsseldorfer "Handelsblatts" hatte der US-Investor Carlyle, der die Aktienmehrheit von Edscha vor fünf Jahren übernommen hatte, angeboten, mittelfristig mehr als 50 Millionen Euro zuzuschießen, nachdem er bereits im Dezember mit 20 Millionen geholfen hatte. Auch waren Großkunden von Edscha (BMW, Volkswagen und Daimler) um Unterstützung gebeten worden. Doch nachdem der Umsatz im Januar teilweise um bis zu 60 Prozent gesunken war, wie der Vorstandsvorsitzende Manfred Puhlmann dem "Handelsblatt" mitteilte, habe das Unternehmen den Betrieb aus laufenden Mitteln nicht mehr aufrechterhalten können. Schon im Dezember war der Umsatz erheblich gefallen. Wohl auch deshalb konnte Edscha die notwendige Finanzhilfe weder von den beteiligten Banken Hypo-Vereinsbank, Commerzbank, Mizuho und GE Commercial, noch von den Großkunden oder den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen (ebenfalls um Hilfe gebeten) bekommen. Als vorläufigen Insolvenzverwalter  bestimmte das Amtsgericht Wuppertal den Rechtsanwalt Jörg Nerlich. Carlyle, der Eigentümer von Edscha, ist Wikipedia zufolge eine der größten privaten Investment-Firmen weltweit. Das Unternehmen verfüge über ein Kapital von 44,3 Milliarden Dollar.

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Kommentare

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Lutz E. Faßbender am :

Carlyle und ein Kapital von 44,3 Milliarden Dollar. - 44,3 Milliarden für wenige Geldgierige, denen Arbeitsplätze und Existenzen in Europa / Deutschland ziemilch egal sind, ohne jedes soziale Gewissen, in einer Zeit, wo nationale Regierungen alles daran setzen, genau das zu verhindern, wissentlich, dass es nach der Krise wieder Autokäufer geben wird. Ansonsten fehlen einem da im Moment nur noch die Worte, zumal die Verantwortlichen vor Ort ja auch bis zum Schluss die Klappe ziemlich weit aufgerissen haben. Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen alles erdenklich Gute und dass es noch eine existenzsichernde Lösung geben möge!!!

Lothar Kaiser am :

Was sagt eigentlich der bergische IHK-Präsident und Solinger Unternehmer Friedhelm Sträter zum Insolvenzantrag von Edscha? Bisher wissen wir lediglich, wie er auf dem kürzlichen Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer in Wuppertal die derzeitige Finanzkrise beurteilte. Der Waterbölles zitierte ihn anschließend: „Die Finanzmarktkrise ist keine Krise der Marktwirtschaft; sie hat ihre Ursache in einem verfehlten staatlichen Ordnungsrahmen und im Politikversagen“. Ich habe das damals (22.1.) so interpritiert mit den Worten eines Bnkers: ""Hätte die Politik den Banken klare Regeln vorgegeben, wäre das nicht passiert. So aber konnten wir leider nach Gutdünken schalten und walten." - Nun würde mich interessieren, was Remscheider Kommunalpolitiker von der Edscha-Pleite und Sträters "Politikversagen"-Äußerung halten.

Chronist am :

Die Anzeichen mehren sich, dass der insolvente Autozulieferer Edscha in einigen Monaten wieder auf sicheren Beinen stehen wird. Die WDR-Hörfunknachrichten zitierten heute eine Unternehmenssprecherin, wonach es eine realistische Option, die Bereiche Cabriodächer und Karosserieprodukte getrennt voneinander verkaufen zu können.

Chronist am :

Wie heute bekannt wurde, will der Remscheider Autozulieferer Edscha in Remscheid in Verwaltung und Forschungsabteilung 50 von 300 Stellen streichen. Darüber gibt es Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat/IG Metall.

Chronist am :

Inzwischen ist das Unternehmen wieder auf einem guten Weg: Während die 300 Mitarbeiter des Remscheider Entwicklungszentrum für Karosserie noch immer um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen (ebenso die in im eigentlichen Karosseriebau), sind die 1.200 der Abteilung Cabrio-Dachsysteme seit heute sicher: Diesen Betriebszweig übernimmt die Bayerische Webasto AG und bringt dort 400 Mitarbeiter aus ihrer eigenen Cabriodach-Produktion ein.

Chronist am :

Die Gläubigerversammlung hat am Freitag auf Vorschlag von Insolvenzverwalter Dr. Jörg Nerlich dem Verkauf der Karosserie-Sparte an den spanischen Automobilzulieferer Gestamp Automoción (13.000 Mitarbeiter in 18 Ländern; 2,31 Milliarden Euro Umsatz in 2008) zugestimmt (http://www.gestamp.com). Gegenwärtig scheinen die verbliebenen Arbeitsplätze in Remscheid nicht gefährdet zu sein.

Chronist am :

Der Kaufvertrag mit Gestamp Automoción wurde gestern Abend unterzeichnet. Den Kaufpreis nannten die Beteiligten nicht. Die Übernahme steht noch unter dem in solchen Fällen üblichen Vorbehalt der Kartellbehörde.

Chronist am :

Der Übernahme der Cabrio-Sparte von Edscha durch den bayerischen Automobilzulieferer Webasto hat das Bundeskartellamt heute zugestimmt.

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