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Aufklärung über Gesundheit und Ernährung „verlangsamt“

Knapp zwei Jahre ist es her, da nahm der städtische Sozialausschusses befürwortend zur Kenntnis, dass die „kommunale Gesundheitskonferenz“ (Vertreter der Ärzteschaft, der Wohlfahrtsverbänden, Kliniken und Pflegeeinrichtungen) der Stadt Remscheid ein Informationsangebot über gesunde Säuglings- und Kinderernährung empfohlen hatte. Zielgruppe: ausländische Familien, aber auch Erzieher/innen in Kindergärten und Kindertagesstätten, Grundschul- und Gymnasiallehrer/innen. Anlass:  Bei der Schuleingangsuntersuchung 2003 mussten in Remscheid 6,1 Prozent der untersuchten Jungen und 6,5 Prozent der untersuchten Mädchen als stark übergewichtig (adipös), weitere 7,5 der Jungen und 7,6 Prozent der Mädchen noch als übergewichtig eingestuft werden. Bedenklich: Fettleibige Kinder sind heute noch dicker als früher, und sie werden immer früher dick. „Besser eine Gurke zum Frühstück als ein Nutella-Brot“, sagte Im Oktober vergangenen Jahres die Ökotrophologin Claudia Hüsch, im städtischen Gesundheitsamt u.a. für den Bereich „Zahngesundheit“ zuständig, als sie im Sozialausschuss die von der Facharbeitsgruppe „Kindergesundheit“ der Remscheider „Gesundheitskonferenz“ erarbeiteten Standards „zur Ernährung und Bewegungsförderung von Kindern in Remscheid“ vorgestellt. Und wie am 10. Februar der Ausschuss für Migrationsfragen erfuhr, informierte Claudia Hüsch im Jahr 2008 auf sieben Veranstaltungen insgesamt 125 Personen, vornehmlich Mütter über gesunde Kinderernährung. Dabei hatten rund 100 Zuhörerinnen einen Migrationshintergrund; bei drei Veranstaltungen dolmetschte eine „ türkische Muttersprachlerin“, wie es im Bericht der Verwaltung über die Umsetzung von Handlungsempfehlungen zum Integrationsprogramm heißt. Das Ziel von zehn Veranstaltungen sei „damit nicht ganz erreicht“ worden. 30 Prozent unter Soll - das hing auch "damit zusammen, dass die ursprüngliche Planung, die Veranstaltungen nach den Sommerferien als festen Baustein in den Rucksackgruppen zu installieren, aus Gründen der Umstrukturierung verschoben werden musste. Als klassische Homeparty, also als aufsuchendes Angebot, gestaltete die Ökotrophologin nur zwei Vormittage mit Teilnehmerinnen einer Frauengruppe aus Lüttringhausen.“ Zwar habe es auch aus dem Kreis der Multiplikatoren noch Interesse gegeben, „aber es wurden keine konkreten Termine vereinbart.“ Das zeige, wie wichtig der Kontakt zu schon bestehenden Gruppen (MSO, Frauenbildungsrunden, etc.) als „Türöffner“ sei. Aber auch auf einem anderen Gebiet des städtischen Gesundheitsamtes gibt es noch viel zu tun – bei den Früherkennungsuntersuchungen von Kindern mit Migrationshintergrund:

Es war festgestellt worden, dass viele Kinder mit Migrationshintergrund bei den Untersuchungen U8 und U9 fehlen. Zitat aus dem Bericht über Handlungsempfehlungen: „ Sowohl bei der Vorlage des Untersuchungsheftes als auch bei der nachgewiesenen lückenlosen Wahrnehmung der Früherkennungsuntersuchung schneiden Kinder mit Migrationshintergrund schlechter ab.“ Der Unterschied wird mit der fehlenden Information der Eltern über die Bedeutung der Untersuchung erklärt. Denn während die Vorsorgeuntersuchungen im Kleinkindalter wahrgenommen werden, sinkt die Akzeptanz offenbar mit dem Alter der Kinder. Bei U8 und U9 stehen im Fokus die altersgemäße Entwicklung von Hören und Sehen, Sprache und Motorik, die eminent wichtig für den Schulerfolg sind. Hier tut also Aufklärungsarbeit not. Aber, Zitat: „Generell musste auch aus Gründen enger personeller Ressourcen im Gesundheitsamt und in der Klinik für Kinder und Jugendliche die Durchführung verlangsamt werden. So wurde bisher nur eine Info-Veranstaltung in einem Familienzentrum durchgeführt, an der ca. zwölf Eltern (mit und ohne Migrationshintergrund) teilgenommen haben.“ Allerdings seien die Vorbereitungen für die Durchführungen von Veranstaltungen erfolgreich abgeschlossen worden. Einer Powerpoint-Präsentation zur Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern könnten sich die Remscheider Kinderärzte in bestehenden Gruppen oder bei Info-Homeparties bedienen. Aufgrund der Neuordnung der Rucksackgruppen in den Kindertageseinrichtungen sei dieses Angebot dort nach den Sommerferien nicht nachgefragt worden.

Im zweiten Schulhalbjahr 2007/2008 fanden acht „Rucksack“-Kurse in den Grundschulen (GGS Kremenholl, GGS Honsberg, GGS Mannesmann, GGS Daniel-Schürmann, GGS Dörpfeld, GGS Freiherr-von-Stein, GGS Steinberg und GGS Am Stadtpark) statt. Daran nahmen 93 Frauen teilgenommen. Seit Oktober laufen 6 sechs Maßnahmen in den Grundschulen  (GGS Kremenholl, GGS Honsberg, GGS Mannesmann, GGS Daniel-Schürmann,  GGS Freiherr-von-Stein,  GGS Steinberg) mit 55 Teilnehmerinnen, ebenfalls unter der Trägerschaft desFördervereins für Interkulturelle Erziehung e.V. (IKE) statt und inhaltlich begleitet durch die RAA Remscheid.

Rucksack in der Grundschule“ verbindet schulische Sprachförderung mit Elternbildung. Die Elterngruppe trifft sich in der Regel einmal die Woche unter der Leitung einer zweisprachigen Honorarkraft und erarbeitet z. B. zum Thema „Einkaufen“ verschiedene Aufgaben für die Beschäftigung mit den Kindern zuhause in der jeweiligen Muttersprache.

Die RAA unterstützt auch die interkulturelle Zusammenarbeit mit Eltern in Remscheider Schulen. Denn: „Schulerfolg hängt in besonderem Maße von der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ab. Viele Schulen bemühen sich, den Kontakt zu Eltern herzustellen. Sie werben für die Mitarbeit in den Schulgremien und beteiligen die Eltern an den Entscheidungsprozessen.“ Die RAA bietet - unter Berücksichtigung von Anmeldeterminen zu den Grund- und Weiterführenden Schulen-  Elternseminare in den Schulen an in Zusammenarbeit mit Muttersprachenlehrer/in, um auch Eltern mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen zu erreichen. Im zweiten Schulhalbjahr 2007/2008 fanden in vier Remscheider Grundschulen insgesamt elf Seminare mit 155 TeilnehmerInnen zu verschiedenen Themen in deutscher und türkischer Sprache statt, ferner im Oktober in der Albert-Einstein-Schule eine Elterninformationsveranstaltung zum Thema „Sprachförderung zu Hause“ mit 41 TeilnehmerInnen. Die RAA will daraus ein Regelangebot für alle Schulformen in Remscheid machen.

Angeboten werden von der RAA auch interkulturelle Elterninformationsveranstaltungen zur Berufsorientierung in Form einer mehrsprachigen (arabisch, türkisch, bosnisch, italienisch, serbisch, kroatisch, russisch und deutsch) PowerPoint-Präsentation: Hierüber wurden bereits vor einem Jahr die Muttersprachenlehrer der Remscheider Schulen informiert. Daraufhin fand Ende Oktober an der GHS ein Elternabend zuer Berufsorientierung statt und im Januar 2009 an der GHS Klausen. Die Präsentation soll nach Ablauf der Projektzeit allen Schulformen und Migrantenselbstorganisationen in Remscheid zur Verfügung stehen.

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