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Rotes Schnürchen als Überzeugungshilfe bei der "Blume"

Nach dem Motto „Wer nicht hören will, soll sehen“, haben CDU, FDP und W.i.R. im Maßstab 1:500 aus viel Sperrholz ein topografisches Modell (siehe Foto) des künftigen Industriegebietes „Blume“ in Lüttringhausen anfertigen lassen, das auch hartnäckige Gegner des Projektes von dessen Sinn und Zweck überzeugen soll. Es schließt den Ortskern von Lüttringhausen ebenso ein wie die neue Autobahn-Anschlussstelle. Mit Hilfe eines roten Schnürchen – angelegt zum Beispiel zwischen Friedhof bzw. Stadtkirche und Industriegebiet – soll nun jeder interessierte Bürger durch persönlichen Augenschein herausfinden, von welcher Stelle im Gelände man künftig die neuen Industriebauten wird sehen können und von welchen Stellen nicht.

Mit anderen Worten: Die rote Schnur soll aufzeigen, wie hoch die Industriebauten werden dürfen, damit man sie von bestimmten Stellen aus eben nicht sieht. Alle geplanten Baumaßnahmen sollen deshalb maßstabsgetreu in das Modell eingebracht werden, um (eventuell heikle) „Sichtbeziehungen darzustellen“ und "Möglichkeiten aufzuzeigen zwischen den berechtigten Wünschen der Lüttringhauser Anlieger und den ökonomischen Vorgaben pozenzieller Investoren“ (W.I.R.-Fraktionsvorsitzender Wieland Gühne).

Der mächtige Neubau, der derzeit mitten in dem Modell (wäre eine gute Grundlage für eine Modelleisenbahn) prangt, würde den Platzvorstellungen der expandierenden Firma Faiveley entsprechen, deren 300 Arbeitsplätze die Stadt Remscheid gerne in ihren Grenzen erhalten würde. Doch dieser Zug scheint längst Richtung Ruhrgebiet abgefahren zu sein, weshalb Baudezernent Helmut Kennepohl bei der Vorstellung des „Blume“-Modells im Remscheider Rathaus denn auch von einem Beispiel sprach. (Das rote Schnürchen musste ja etwas haben, an dem es sich reiben konnte.) Aber, so Kennepohl weiter, es gebe ja schließlich noch „drei bis vier Anfragen von Remscheider Firmen in ähnlicher Größenordnung wie Faiveley“.

Nach Veröffentlichung des Bebauungsplanes „Blume“ im Amtsblatt könnte (rein rechtlich) schon morgen an der „Blume“ die erste Baugrube ausgehoben werden. Die Netto-Baufläche des Geländes, für das nun Baurecht besteht, umfasst 9,7 Hektar. Aber vor der Sommerpause haben CDU, FDP und W.I.R. die planungsrechtlichen Weichen gestellt, damit weitere vier Hektar (ein Hektar = 10.000 Quadratmeter) hinzu kommen können. Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein geht davon aus, dass diese „mittlere Lösung“ bis Herbst nächsten Jahres einschließlich Bürgerbeteiligung („Anregungen und Bedenken“) in trockenen Tüchern sein wird. Damit wäre dann an der „Blume“ Platz für 15 bis 20 Firmen und bis zu 400 Arbeitsplätzen.

Den Ankauf der erforderlichen Grundstücke und deren Vermarktung sowie die Erschließung des Geländes will die Stadt Remscheid einer Entwicklungsgesellschaft überlassen. Baudezernent Kennepohl hofft darauf, dass im Herbst mit den Kaufverhandlungen begonnen werden könne. Der Eigentümer des größten Grundstücks sei verkaufsbereit. Prompt hält der Lüttringhauser Heimatbund dagegen: Drei von vier Grundstückseigentümern seien weiterhin nicht verkaufsbereit. Und diese drei seien „erstaunt und erbost“, wie selbstverständlich die Stadt Remscheid mit ihrem Eigentum umgehe.

Derzeit haben die Lüttringhauser Bürger noch einen freien Blick in die freie Landschaft – vom alten Ortskern bis hinauf an Böschung der Autobahn. Der wird ihnen nach den Plänen der Stadt künftig durch einen Erdwall versperrt sein. Darauf machten die Remscheider Grünen aufmerksam. Hinter dem Wall können sich dann die Industriebauten verbergen. Da beißt die Maus keinen Faden ab – auch keinen roten…

Im großen Foto rechts unten die Autobahn, im kleinen die neue Autobahn-Anschlussstelle. (Fotos: F.B., Copyright)

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