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4 Euro für einen Rauchmelder sind eine Investition in Leben

Vor 90 Minuten ist auf dem kleinen Kindersofa neben dem Bett ein Brand ausgebrochen. Wenn jetzt kein Rauchmelder anschlägt...Auf dem kleinen Kindersofa ist ein Gegenstand in Brand geraten (kl. Foto). Neunzig Sekunden später brennt bereits das Bettzeug, und giftige Brandgase breiten sich aus. „Ein einziger Atemzug kann jetzt schon eine schwere Rauchvergiftung nach sich ziehen“, weiß Guido Eul-Jordan, Chef der Remscheider Berufsfeuerwehr. Und Dirk Viertelhaus, bei der Wehr zuständig für die Gefahrenvorbeugung, nannte gestern auf einer Pressekonferenz, zu der Oberbürgermeisterin Beate Wilding aus Anlass des bundesweiten „Tag des Rauchmelders“ am morgigen Freitag, dem 13., eingeladen hatte, nachdenkenswerte Zahlen: „Jede Woche kommen in Deutschland zehn Menschen durch Brände um, zwei Drittel davon in der Nacht. Der Brand überraschte sie also zumeist im Schlaf. Vier von fünf Brandopfern sterben an einer Rauchgasvergiftung.“ Dabei hätte ein Rauchmelder, der gerade mal vier Euro kostet, das Schlimmste verhindern können.

„Rauchmelder retten Leben“, sagen die Feuerwehrleute bei jeder passenden Gelegenheit, beispielsweise, wenn Jungen und Mädchen aus Remscheider Kitas mit ihren Erzieherinnen die Feuer- und Rettungsleitstelle, Auf dem Knapp 23, besichtigen. Und das kommt öfter vor. Die Stadtsparkasse Remscheid hat deshalb 2.000 Rauchmelder gestiftet, die den Kindern bei diesen Besuchen mitgegeben werden sollen – für ihre Eltern. Jörg Koch to Krax, Bereichsleiter Kommunikation der Stadtsparkasse: „Wir hoffen natürlich darauf, dass Vater oder Mutter den Rauchmelder dann auch in der Wohnung anbringen!“

In diesem 'Rauchhaus', einer Stiftung der Stadtsparkasse, kann die Funktion eines Rauchmelders anschaulich dargestellt werden. Foto: Lothar Kaiser

Als im vergangenen Jahr der Kurzschluss in einer Lichterkette im Hause von Romy und Thomas Hütz auf Reinshagen einen großen Adventskranz in Brand setzte, schlug binnen Sekunden einer von mehreren installierten Rauchmeldern an. Zum Glück. „Sonst hätte es Tote geben können“, sagt Michael Hill, Wachabteilungsführer im Fachdienst Feuerschutz und Rettungsdienst, der damals den Brandeinsatz leitete. Der Sohn der Eheleute Hütz, Michael, und seine Freundin Vanessa befanden sich zum Zweitpunkt des Brandes im Obergeschoss. Dank des Rauchmelders konnten sie sofort die Feuerwehr alarmieren. Doch wegen der raschen und starken Rauchentwicklung war ihnen der Weg ins Freie versperrt; sie mussten auf dem Balkon auf die Feuerwehr warten. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie geschlafen hätten… So blieb es bei Sachschaden. Thomas Hütz: „Rund 300.000 Mark – für einen komplett neuen Innenausbau.“

Nach Angaben der Feuerwehr hatten in den 90er Jahren in Deutschland nur neun Prozent aller Haushalte einen Rauchmelder. Heute sind es etwa 20 Prozent. „Viel zu wenig“, meint Guido Eul-Jordan und verweist auf skandinavische Länder. Dort seien es 80 Prozent. Dort sei aber auch der Einbau eines Rauchmelders Pflicht. Entsprechende Gesetze gibt es in Deutschland nur in sieben Bundesländern. Nordrhein-Westfalen gehört nicht dazu.

Mehrere Institutionen möchten das ändern: der Deutsche Feuerwehrverband, das „ Forum Brandrauchprävention“ in der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) e.V., viele Feuerwehren, Schornsteinfeger und Versicherungen. Gemeinsam propagierten sie den „Tag des Rauchmelders“. Denn der laute Alarm des Rauchmelders warnt die Menschen auch im Schlaf und verschafft ihnen den nötigen Vorsprung, um sich noch in Sicherheit zu bringen zu können. Übrigens: Sollten Sie eines Tages in der Nachbarwohnung einen Rauchmelder jaulen hören, zögern Sie nicht, die Feuerwehr zu rufen. Eul-Jordan: „Die Angst vor einer Rechnung der Feuerwehr wäre unnötig. Ein solcher Einsatz ist kostenlos!“

Worauf ist beim Kauf eines Rauchmelders zu achten? Neben der CE-Kennzeichnung sollte das Gerät die folgende „Prüfzeichen“ aufweisen: „Prüfnummer DIN EN 14604, VdS-Prüfzeichen“. Die Rauchmelder, die die Stadt Remscheid allen Familien schenkt, die ein Baby bekommen, hat diese Prüfnummer.

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Kommentare

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Chronist am :

In einer Wohnung an der Hammesberger Strasse war es gestern es zu einem Brand gekommen. Die in der Wohnung installierten Rauchmelder lösten aus. In der darüberliegenden Wohnung wurde dadurch der Nachbar auf den Brand frühzeitig aufwerksam gemacht. Er alarmierte die Feuerwehr. Der Brand konnte so rechtzeitig eingegrenzt werden. Letztendlich entrauchten die Einsatzkräfte die Wohnung und übergaben diese an die inzwischen eingetroffene Besitzerin. (Pressebericht der Stadt)

Chronist am :

Dem guten Beispiel der Stadtsparkasse (2.000 Rauchmelder) eiferte jetzt der Rotary Club Remscheid nach und stiftete 7.000 Euro für 2.000 Rauchmelder, speziell für sozial schwache Familien, die mit jedem Euro rechnen müssen. Sie erhalten einen Rauchmelder bei Vorlage der Kundenkarte des Haufhauses Remscheid. Motto der 70 Remscheider Rotarier, so steht es auf ihrer Internetseite, ist "Wir dienen" . Weiter heißt es dort: „Das kann der Dienst in der Stadt sein, die Hilfe für eine Schule, alte Menschen, ein kulturelles Ereignis, den Jugendaustausch oder eines der großen Ziele weltweit, wie die Ausrottung von Polio.“

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