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Umfrage: Was macht Remscheids Charakter wirklich aus?

Fotos: Lothar Kaiser

Es gehe ihm nicht ums Geldverdienen, sagte der Remscheider Fotograf Mike König in einem Interview. Sondern es gehe darum, in Remscheid etwas zu bewegen. Fragt sich nur was? Das sagte er leider nicht. Vor dem Remscheider Rathaus bewegen sich zurzeit zwei Banner im Wind. Darauf die Porträts von zwei Remscheidern. Unterschrift: „Remscheids Charakter“. Soll man sich so den typischen Remscheider vorstellen? Gibt es den überhaupt?  

Insgesamt zwölf Fotos von "Menschen, die etwas für Remscheid bewegen" (was?) bilden die Marketing-Aktion des Fotografen. Derzeit sind sie im Foyer der Stadtsparkasse zu sehen. Aber auch auf Bussen der Stadtwerke und in Anzeigen im RGA. Und im redaktionellen Teil der Zeitung erfuhr der Leser: „Nein: Mit ihren Porträts werben die fotogenen Köpfe nicht für schicke Brillengestelle und auch nicht für die eigene Person oder Geschäftsidee. Dient die Aktion doch weit Höherem. Nämlich der Stadt, in der die Akteure leben. Ihrer Stadt Remscheid.“ Was ist dieses „Höhere“?

Das „bemerkenswerte Netzwerk", von dem Jörg Koch to Krax, Pressesprecher der Stadtsparkasse, bei der Ausstellungseröffnung vor 300 geladenen Gästen sprach, für die es „ein stimmungsvoller Abend mit tollen Akzenten“ gewesen sein soll? Zu diesem „Netzwerk“ gehört neben Fotograf Mike König auch der Augenoptiker Frank Berghoff. Er stellte, so ist im Internet nachzulesen, „für jedes Shooting (Porträtaufnahme) hochwertige und speziell verglaste Brillengestelle zur Verfügung, welche für jeden einzelnen der Charaktere ausgewählt, bestellt und angepasst wurden.“ Berghoff wird da zitiert: „Das besondere Highlight für mich war die völlig freie Hand bei der Auswahl der Brillenmode für unsere Charakter.“

Und dazu gehören auch Annemie Greuling (Greuling Werbetechnik) und „Makeup Artist“ (http://www.smokey-eyes.de/) Rieke Marx (Wuppertal!). Sie hat, wie es auf der Homepage weiter heißt, das Projekt „mit Visagistik bei allen Fotoshootings unterstützt. Ein aufwendiges Fotomakeup unterstreicht die natürliche Ausstrahlung der Charaktere und rundet den Gesamteindruck perfekt ab.“ Auch Rieke Marx wird zitiert: „Durch dieses Projekt habe ich Remscheider Bürger noch näher kennengelernt. und ich muss sagen, ich bin begeistert von der ganzen Art und Weise, jeder neue Termin für dieses Projekt war ein absolutes Highlight. Remscheids Charakter sind spannende, erfolgreiche, interessante, faszinierende Persönlichkeiten.“ (Auf ihrer Homepage finden sich unter den Referenzen http://www.mikekoenig.de/ und http://www.frank-berghoff.de/.)

Remscheider FeilenhauerWer wollte die Charaktere in Zweifel ziehen? Aber haben diese Persönlichkeiten wirklich alle Brillen nötig und ein besonderes Makeup? Mit "Remscheids Charakter" habe er zeigen wollen, dass das Know-how vor Ort durchaus mit Köln, Düsseldorf und Co. mithalten könne, sagte Mike König dem RGA.

Aber Remscheid ist nicht Düsseldorf. Daran werden auch die gestylten Porträts von zwölf Remscheidern nichts ändern können. „Frank Berghoff verpasste allen extra fürs Shooting eine Brille; Make-up-Artist Rieke Marx hübschte die Modelle auf. Alles (werbe-) professionell gut gemacht, zweifellos, aber das Leben ist mehr als eine Inszenierung. Der direkte Vergleich zwischen Foto und lebendem Objekt machte es offenbar“, schrieb in der Bergischen Morgenpost Bernd Geisler. Und: “Remscheids Charakter zeigt sich nicht (nur) an zwölf Königs-Köpfen.“

In unserer Diele hängt ein „bergischer Kopf“, ein Feilenhauer aus früheren Tagen. Keine Frage: der war authentisch. Damals ein typischer Remscheider. Auf der Königsallee in Düsseldorf hat man ihn wahrscheinlich nie gesehen. Eher auf dem Remscheider Wochenmarkt. Der hat Charakter.

Trackbacks

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Kommentare

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Frédéric Ranft am :

Ich tue mich schwer, eine Aktion zu kritisieren, die in dieser Stadt etwas (wieviel und warum ist mir da ehrlich gesagt egal) bewegen will, auch wenn das ohne Weiteres möglich wäre. Da steckt eine Menge Geld UND Engagement dahinter. Der "bergische Kopf" wäre sicher pröttelnd an den Bannern vorbei gegangen, aber insgeheim wäre er vielleicht gern selber darauf?

Michael Tettinger am :

Zitat: „Durch dieses Projekt habe ich Remscheider Bürger noch näher kennengelernt. Und ich muss sagen, ich bin begeistert von der ganzen Art und Weise, jeder neue Termin für dieses Projekt war ein absolutes Highlight. Remscheids Charakter sind spannende, erfolgreiche, interessante, faszinierende Persönlichkeiten.“ Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Herausgekommen ist für mich eine Aktion, die ich betiteln würde mit: "Vom Charakterkopf zum medialen Abziehbild!" Schade!

Erika Böckmann am :

Mein Vater war vor vielen, vielen Jahren einmal in der Betriebszeitung der damaligen BSI abgebildet. Er wurde als "Das Gesicht der Arbeit" porträtiert. Im "Blaumann", mit 1000 Falten im Gesicht und der Piepe en dr Muol! Es hat ihm nichts ausgemacht, so gezeigt zu werden, aber mit Sicherheit hätte er sich NIEMALS schminken, oder neudeutsch: stylen, lassen! Aber damals hätte man auch niemanden mit "We love the New" hinter dem Ofen hervorlocken können. Wir müssen also, ob es uns gefällt oder nicht, mit der Zeit gehen, wenn wir vorwärts kommen wollen.

Christoph Imber am :

Auf den ersten Blick war ich an der Aktion interessiert, jedoch frage ich mich nun doch - ebenso wie Herr Kaiser - nach dem Sinn. Man kann Remscheid und seine "Charaktere" nicht auf zwölf Köpfe mit Brillen zusammenstauchen. Die Stärke Remscheids ist aus meiner Sicht die unglaubliche Vielseitigkeit und Verschiedenheit der Menschen , und wenn man dann eine Aktion starten würde, um diese Charaktere zusammenzubringen und die Vielseitigkeit zu nutzen, dann wäre es eine sinnvolle Aktion! So ist es eine Momentaufnahme, die mit Abnahme der Banner ebenso schnell wieder vergessen ist.

Frédéric Ranft am :

Genau da liegt doch der Hund begraben. Natürlich ist Remscheid vielschichtiger, als diese Aktion es zeigt. Natürlich ist es nur eine Momentaufnahme. Das war aber doch auch der Anspruch der Aktion. Wie sollte man auch mehr auf ein paar Banner aufbringen? Bei jeder Imagekampagne einer Stadt wird dieses Argument hervorgebracht. "Wir haben aber doch auch dies und jenes! "Warum fehlt das?" Jeder Bürger hat nun mal ein eigenes Bild von seiner Stadt. Das so zu reduzieren, dass es kampagnenfähig ist und gleichzeitig jeden mitzunehmen, ist einfach nicht möglich. Und jeder, der sich im Detail mit Remscheid beschäftigen will, kann die wundervolle Chronik von Herrn Roth lesen. Diese im Stadtbild aufzuhängen wäre aber wenig erfolgreich. ;-)

Christoph Humpert am :

Vielleicht war der "bergische Kopf" damals authentisch. Trotzdem braucht er dringend neue Mütze, Anzug und weniger Bart! Für mich sind die beteiligten Foto-, Brillen-, Schmink- und Druckereihandwerker einfach nur Künstler - wie der Maler, der den "bergischen Kopf" damals aufs Papier gebracht hat. Gelungene Aktion! Ich bin auch angenervt von digital aufgepimpten DSDS-H&M-Kinderanzug-möchtegern-Babyrockstar-Kandidaten, aber mit der alten Pilzfrisur kämen die genialen Beatles auch nicht mehr in die Bravo. Insgesamt eine schöne Aktion von leidenschaftlichen Künstlern.

Hans Gerd Göbert am :

Ach Du heiliger Strohsack. Jetzt bewegen schon private, das Rathaus schmückende Werbeaktionen etwas in dieser Stadt. Wie es sich gehört, sicher alles kostenlos, oder? Wo andere dafür wahrscheinlich richtig etwas hinblättern müssten. Ohne länger darauf einzugehen, deshalb die in Remscheid alles bewegende Frage: Wieviel neue Arbeitsplätze "bewegt" man damit in der Stadt? Ich bitte höflichst um detaillierte Antwort.

Klaus R. Schmidt am :

Ich bemühe mich seit Tagen, in den bisherigen Darstellungen vor dem Rathaus "Remscheids Charakter" ausfindig zu machen. Ich entdecke nur gut gemachte Brillenwerbung. Da ist mir der Charakterkopf des alten Feilenhauers allemal lieber.

Martin Schönenberger am :

Auch andere (nationale) Informationsmedien haben das Thema aufgegriffen. Auf der Titelseite der gestrigen Ausgabe des Deutschen Handwerksblattes steht an prominentster Stelle "Remscheid zeigt Charakter". Aber auch hier ist der Artikel nachzulesen: http://preview.tinyurl.com/dlqg2c Hochinteressant finde ich zum einen die Aussage über Herrn Berghoff, dass er "sein Geschäft mitten in der City" habe und "immer offen für neue Marketing-Aktionen" sei. Somit ist die Frage geklärt, für wen da geworben wird. Zum anderen fasziniert mich die Aussage, "Die Reaktion der Stadt war fantastisch". Was ist hier mit "Stadt" gemeint? Die Bürger? Komisch: nicht nur die Aussagen der Kommentatoren des Waterbölles scheinen es anders zu sehen. Die Stadtverwaltung? Oha, warum wird dann nicht öffentlich Stellung bezogen? Die Politik? Nun ja, auch die hüllt sich in Schweigen...

Frédéric Ranft am :

Warum sollte die Politik auch zu einer privaten Marketing-Aktion Stellung nehmen?

Lothar Kaiser am :

Ganz einfach, lieber Herr Ranft. Weil die Politiker im Aufsichtsrat der Stadtsparkasse sitzen, die anlässlich dieser "Brillenwerbung" einen Empfang für 300 Personen ausgerichtet hat. Und weil die Stadtverwaltung öffentliche Werbefläche vor dem Rathaus für diese gar nicht so private Marketing-Aktion zur Verfügung gestellt hat. Mir fällt in diesem Zusammenhang nur noch der Refrain eines Liedes von Reinhard Mey ein: "Was mich betrifft, ich hab die Faxen satt. Sieht denn hier keiner, dass der Kaiser keine Kleider an hat."

Frédéric Ranft am :

Ich erinnere mich an keine Stellungnahme zu einem Empfang in der Sparkasse oder Werbebannern am Rathaus. Wenn es da Zuständigkeiten gäbe und jeder, der so etwas vor hat, zuerst die Politik kontaktieren muss, würden jetzt alle vom "langen Dienstweg" sprechen. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass eine einzelne Person die Kosten für die Aktionen gedeckt hat, vermute ich, dass die Personen und Unternehmer der Aktion ihre Dienstleistungen kostenfrei für Remscheid verknüpft haben. Falls jetzt jemand eine Brille mehr bei Herrn Berghoff kauft, kann ich da gut mit Leben. Die Kommentare hier zeigen immerhin Remscheids wahren Charakter: Meckerei.

Hans Gerd Göbert am :

Eines muss man den Akteuren lassen. Solch eine geniale Werbeaktion, mit tatsächlich schönen Aufnahmen, so zu deklarieren, dass unsere Verwaltung offenbar darauf hereingefallen ist, verdient sogar Bewunderung. Dennoch zur Sache: 1.Wer trägt dafür die Verantwortung? 2.Wer bezahlt alles? 3.Kann jeder Handwerker, z.B. Installateur, demnächst auch Klobrillen mit seiner Firmenanschrift kostenlos am Rathaus anbringen? Wie definiert sich Kunst bei solchen privaten Werbekampagnen? 4.Hat die Sparkasse zur Refinanzierung des netten Empfangs ihren Kunden in die Tasche gegriffen, indem sie fast zeitgleich die Zinsen für die Topzinskonten senkte? Tja, lieber Lothar, wenn wir dazu nicht bald klare Antworten von kompetenter Stelle erhalten, dann werden wir wohl eine Anfrage an den Rat richten müssen. Oder? Du als Waterboelles natürlich eher nicht.

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