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Wiederaufforstung des Stadtparks kostet 12.200 Euro

Wie lange wird es dauern, bis hier wieder ein Wald steht? Im Früjahr soll aufgeforstet werden. Foto: Lothar KaiserDie Wiederaufforstung im Stadtpark beginnt im Frühjahr, titelte der Waterbölles am 19. Januar und brachte ein Foto (oben rechts) von der 14.832 Quadratmeter großen Parzelle zwischen „Konzertmuschel“ und Herderstraße, auf der die Stadt im vergangenen Herbst 215 Laub- und 25 Nadelbäume hatte fällen lassen. Die damalige Kritik aus der Bevölkerung, die auch Kommunalpolitiker zu spüren bekommen hatten, wurde heute Abend im kleinen Sitzungssaal des Rathauses erneut laut. Karl Bernhard Wiedenhoff, seit einigen Wochen Leiter des städtischen Fachdienstes Grünflächen ("Ich habe das Problem geerbt"), und Reinhard Bauer, zuständig für die Grünanlagen, konnten dort rund 30 Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Die wollten nicht nur wissen, wie sich die Verwaltung die Wiederaufforstung vorstellt, sondern sie wollten (teilweise) auch Luft ablassen. Doch Bauer machte ihnen klar, dass nicht die Abholzaktion ein Fehler gewesen sei, sondern, das Waldstück „wegen fehlender Kapazitäten“ über Jahre hinweg sich selbst überlassen zu haben, statt es regelmäßig zu durchforsten und die stärkeren Bäume freizustellen, damit sie größere Kronen entwickeln und sich im Boden besser verwurzeln konnten.

Der Plan der Wiederaufforstung im Stadtpark. Foto: Lothar KaiserIm November hatte die Verwaltung noch geplant, so stand es damals in einer Vorlage an die Bezirksvertretung Alt-Remscheid, wegen fehlender Finanzmittel die Fläche zunächst einzusäen. Der Satz „Wünschenswert wäre sicherlich eine gärtnerische Anlage in Anlehnung an den angrenzenden Stauden-/Rosengarten“ wurde später von Rolf Griesenbeck (81), Stadtwerke-Direktor a. D., aufgriffen. Stattdessen forderte der Sprecher eines Initiativkreises, dem der Stadtpark ein Anliegen ist, eine „waldartige“ Wiederaufforstung. Auch gestern war Griesenbeck wieder dabei – und erfuhr (Foto Mitte): Auf zwei Drittel der Fläche ist die Anpflanzung von drei Jahre alten Buchen, Eichen und Wildkirsche-Bäumchen ( 80 bis 120 Zentimeter groß) vorgesehen, auf dem restlichen Drittel eine Wiesenfläche mit zehn bis zwölf großkronigen Bäumen („die Anzahl kommt auf den Preis an!“), die 3,50 bis vier Meter groß sein werden.

Insgesamt hat die Stadt vor die Pflanzaktion 12.200 Euro eingeplant – je 3.000 Euro für die Jungbäume, die größeren Bäume und für sechs Bänke, 2.000 Euro für die Wiesen-/Raseneinsaat und 1.200 Euro für Ziergehölze. Die sollen einen natürlichen Riegel bilden zwischen der künftigen Schonung und den Spazierwegen rund um die Parzelle. Entlang der Wege wird in einer Breite von drei Metern Rasen eingesät. Bauer: „Wir gehen davon aus, dass die Bäume auf der anderen Seite des Weges sich in den nächsten Jahren stärker zum Licht hin entwickeln werden; da hätten dann die Jungbäume ohnehin keine Chance.“

Der Plan des Stadtparks vom19. August 1885, der nie verwirklicht wurde.  Foto: Lothar KaiserOb es denn wirklich nötig gewesen sei, alle Bäume abzuholzen, wollten einige Bürger erneut wissen. Reinhard Bauer verwies auf den Orkan „Kyrill“ und spätere heftige Windböen. All dies hätte zu Kronenbrüchen, -ausbrüchen und -ausrissen geführt. Und Risse im Erdreich hätten gezeigt, dass sich die Wurzelballen („ohnehin nicht sehr breit“) gelöst hätten. Zwar hätten einige wenige Bäume die Stürme unbeschädigt überstanden. Aber wegen der unterlassenen Durchforstung des Waldes in der Vergangenheit seien auch deren Wurzel nicht gut entwickelt gewesen, so dass sie freistehend besonders „windwurfgefährdet“ gewesen wären. Bauer wiederholte, was er im Januar bereits in der BV-Sitzung gesagt hatte: „„Wir mussten ja auch an die Sicherheit der Parkbesucher denken!“

Am Anfang seines Vortrages hatte er einen Plan des Stadtparks an die Wand projeziert, der vom 19. August 1885 stammte, aufgestellt vom „Remscheider Verschönerungs-Verein“, aber mit seinen vier Lichtungen/ „Durchblicken“ bis nach Solingen und Wuppertal, dann doch nicht realisiert wurde. Eine kleine „Sichtachse“ ist nun vom Denkmal der Parkgründer Richtung Hasten vorgesehen.

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Kommentare

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Peter Matzner am :

Mich interessieren nicht nur die 12.200 EUR für die Neuanpflanzung, sonder auch die Kosten für die Abholzung. Als Gegenrechnung hätte ich gerne dann die Kosten für eine über die Jahre sinnvolle Durchforstung des Geländes. Im allgemeinen gilt doch, das Erhaltungsaufwand geringer ist als Neuinvestition. Was sind die Maßnahmen der Politik aus diesem Vorfall? Wäre eine Wiederaufforstung auch geplant gewesen, wenn sich nicht Widerstand aus den Reihen der Bürger geregt hätte?

Klaus J. Kowakowski am :

Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang. Selten hat dieser Klassiker so gut gepaßt wie auf die Situation des Stadtparks. Es wird Jahrzehnte dauern - und die meisten werden es nicht mehr erleben - bis das der Frevel getilgt ist. Die Ausgangssitution, Beschlußvorlage "Gefahrensituation" und fleißiges Abnicken durch Amateurpolitiker, wirft die bange Frage auf, wieviel Unsinn durch blanken Aktionismus dieser Stadt und den Bürgern noch weiterhin als Zumutung beschert wird. Was folgt als nächstes? Wo bleibt die Verpflichtung, Nutzen zu mehren und Schaden abzuwenden? Alles nur Formalismen und sonst nichts? Wo fängt "Gefahrenabwehr" an und wo hört sie auf? Sind lose Gehwegplatten und Asphaltkrater auf öffentlichen Verkehrsflächen von "Gefahrenabwehr" ausgenommen? Ist Bestimmen von öffentlicher Ordnung nur beliebiges Auslegungsformat nach Gutdünken von Amtsstuben, unter Ausschluß von Bürgermeinung und Bürgerwillen? Läßt Orwell grüßen? Wenn jemals die Aufforderung nach dem "Ruck" Bedeutung und Gültigkeit hatte, dann: Es muß ein Ruck durch Remscheid gehen!

Stadt Remscheid am :

Am kommenden Montag beginnt das Grünflächenamt der Stadt mit der Wiederaufforstung der Rodungsfläche im Stadtpark. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie diejenigen, die selbst ein oder mehrere Bäumchen pflanzen möchten, sind in der Zeit von 13 bis 18 Uhr herzlich eingeladen, in den Stadtpark zu kommen. Für einen kleinen Imbiss zur Stärkung ist gesorgt. Wer sich an der Pflanzung beteiligen möchte, sollte sein "Handwerkszeug" selbst mitbringen. (Büro der Oberbürgermeisterin)

Klaus J. Kowakowski am :

Der Ansatz zur Wiedergutmachung im Remscheider Stadtpark ist begrüßenswert. Aber warum reagieren Stadtverwaltung und Kommunalpolitik erst jetzt? Weil engagierte Bürgerinnen und Bürger empört reagiert und nachhaltig prostestiert haben. Sind dadurch weitere schlimme Einschnitte im Grünbereich unserer Stadt zu vermeiden? Wohl kaum, da prompt die sogenannte "Gefahrenabwehr" wieder nach neuen Opfern sucht und jetzt eine unbedingt erhaltenswerte Linde in der Ziegelstraße daran glauben soll. So wird der dumpfe Aktionismus weiter sein Unwesen treiben -zum Schaden von Stadt und Bürgern. Zur "Wiederaufforstung" am 30. d. Monats ist die Aufforderung, mit Hacke und Schüppe zu erscheinen, bezeichnend. Richtig wäre, wenn das Grünflächenamt die Pflanzlöcher vorbereitet und gute Pflanzerde für die Bürger zur Verfügung stellt. Diese Unterstützung wäre als Geste guten Willens angebracht.

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