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Eine Chance für Kommunalpolitiker, Charakter zu zeigen

Waterbölles-Kommentar

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Dass die Remscheider Unternehmen qualifizierte und motivierte Fachkräfte brauchen, insbesondere in den technischen Berufen, ist unstrittig. Dafür sprechen allein die Weltklasseprodukte, die die Remscheider Firmen herstellen und die Nischen, in denen sie Weltmarktführer sind (Zitate der CDU Remscheid). Unstrittig müsste aber auch sein, dass der Versuch gescheitert ist, eine Fachhochschule nach Remscheid zu holen. Denn dafür ist weder vom Land noch von der EU in Brüssel das nötige Geld in Sicht. Und ebenso wenig ein privater Investor, der 20 Millionen Euro „aus der Portokasse“ übrig hätte.

Nahezu zeitgleich griffen kurz vor der Februar-Sitzung des Rates die CDU-Fraktion und Oberbürgermeisterin Beate Wilding in Pressemeldungen dieses Problem auf.

Die CDU, indem sie eine „eine Qualifizierungseinrichtung für lebens- und berufserfahrene technische Fachkräfte in enger Abstimmung mit bestehenden Qualifizierungseinrichtungen und der Bergischen Universität“ forderte. Letzteres garantiere Studiengänge auf universitärem Niveau (Bachelor-Abschlüsse).

Die Oberbürgermeisterin, indem sie dem Rat die Hessische Berufsakademie  (detaillierte Informationen zur Hessischen BA und der BCW-Gruppe unter http://www.hessische-ba.de und http://www.bildungscentrum.de).präsentierte; die habe Interesse an einer Niederlassung in Remscheid. Bereits zum Wintersemester 2009 könnte die Berufsakademie in Remscheid qualifizierten Berufstätigen aus Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung duale Studiengänge (Bachelor-Qualifikation mit hohem Praxisbezug) und berufsbegleitende Qualifizierungsangebote anbieten.

Das klang gut, zumal die Agentur für Arbeit den Remscheider Unternehmern derzeit empfiehlt, in Phasen von Kurzarbeit Mitarbeiter zu Weiterbildungskursen zu schicken. Da horchten vor allem jene Kommunalpolitiker auf, die sich parteiübergreifend an einem „Runden Tisch Fachhochschule“ Gedanken über „Meister-Studiengänge“ etc. gemacht hatten, seit Sommer 2008 dann in einem Arbeitskreis, in den auch das Berufbildungszentrum der Industrie (BZI), der Fachverband Werkzeugindustrie, das Berufskolleg Technik und die Kreishandwerkerschaft Vertreter entsandt hatte.  Man kam überein, dass eine Berufsakademie in unserer Stadt eine Alternative zu einer öffentlichen Fachhochschule darstellen könne.

In der Ratssitzung am 12. Februar stellte die OB den Fraktionen Remscheids Ehrenbürger, Staatsminister a.D. Gerd Ludwig Lemmer, als Mentor einer Berufsakademie vor. Mit einem CDU-Mann an ihrer Seite, glaubte sie offenbar, auch die CDU-Fraktion von der Idee überzeugen zu können. Zumal sie  Professor Koch, dem Rektor der Bergischen Universität zuvor erläutert hatte, dass die Hessischen Berufsakademie kein Konkurrenzangebot zur Universität aufbauen, sondern  sich speziell an Auszubildende und Berufstätige ohne universitäre Zugangsvoraussetzungen richten will. Wilding in der Ratssitzung: „Herr Professor Koch zeigte sich interessiert und hat mir die Bereitschaft der Universität zur Zusammenarbeit zugesagt.“

Alles könnte also auf einem guten Wege sein. Die „Hessische BA gilt seit in mehr als fünfzehn Jahren bundesweit als verlässlicher Partner der Wirtschaft. In Nordrhein-Westfalen ist sie in Duisburg, Essen, Krefeld, Köln, Unna/Bönen, Bochum und Hagen vertreten. Das würde qualifizierte Abschlüsse selbst dann möglich machen, wenn die Zahl der Lernenden in Remscheid (im leerstehenden IHK-Gebäude an der Elberfelder Straße oder in einer Immobilie der Stadtwerke) in der Anfangsphase noch zu klein wäre.

Doch plötzlich flackern an verschiedenen Stellen Störfeuer auf. Klein zwar noch, aber nicht minder wirkungsvoll. Vertreter von örtlichen Bildungseinrichtungen äußern sich auf einmal nicht mehr so positiv über die Idee der Akademie-Filiale für Remscheid wie am Anfang. Wirtschaftsjunioren erschienen erst gar nicht zu Veranstaltungen, in denen das Projekt vorangetrieben werden sollte. Die Unternehmer halten sich allesamt bedeckt; bislang keine offizielle Stellungnahme zur Berufsakademie und dem Bedarf an Fachkräften! Und schon wabert das Gerücht durch das Remscheider Rathaus, in Solingen lege man der Berufakademie nur zu gerne den Roten Teppich aus.

Was hat die Störfeuer entfacht? Es scheint der bevorstehende Kommunalwahlkampf zu sein. Würde sich die Hessische Berufsakademie in Remscheid niederlassen, könnte Beate Wilding bei den Wählerinnen und Wählern Punkte machen zu Lasten der beiden OB-Bewerber von CDU und W.i.R.. Parteiwohl vor Allgemeinwohl? Es wäre nicht das erste Mal! Mit einer parteiübergreifenden Aktion im Interesse von Remscheider Bürgern, die (mit Hilfe der Akademie) an beruflichem Fortkommen interessiert wären, würden allen Parteien in der Öffentlichkeit wirklich Punkte machen. Da hätten die Politiker mal eine Chance, Charakter zu zeigen.

Trackbacks

Waterbölles am : Politik wünscht sich von der Wirtschaft umsetzbare Ideen

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Das Mobiliar könnte aus einer gediegenen Altberliner Gaststätte stammen. Vor allem der lange Tresen aus dunkelbraunem Holz an der weinroten Wand wirkt antiquarisch, ist aber ebenso wie die Stühle und Tische speziell für das neue „Trendhouse“ angefertigt

Kommentare

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Roland Kirchner am :

Um allen Gerüchten um Störfeuer und Flächenbränden entgegen zu treten, die W.i.R. wird das Projekt der Hessischen Berufsakademie uneingeschränkt politisch unterstützen. Bildungsangebote können durch nichts ersetzt werden, außer durch bessere Bildungsangebote. In diesem Sinne freuen W.i.R. uns auf das neue Angebot in Remscheid. Das Sie, Herr Kaiser, der Wählergemeinschaft wirklich zutrauen aus wahltaktischen Gründen ein Bildungsangebot durch Störfeuer zu torpedieren hat mich hart getroffen. Haben W.i.R. in der Vergangenheit denn mit unserem politischen Handeln schon einmal diesen Eindruck erweckt? Wollen Sie denn im Umkehrschluss Frau Wilding unterstellen, dass sie die Berufsakademie nur nach Remscheid holt um für die OB-Wahl zu punkten? W.i.R. glauben das nicht. Zum Thema berufsbegleitende Qualifizierungsangebote können W.i.R. aber die Remscheider Wirtschaft nicht aus der Verantwortung lassen. Die Firmen müssen ihren Bedarf analysieren und das Angebot finanziell begleiten, denn sie profitieren von den praxisnahen Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter. Warum Sie, Herr Kaiser schon einen Boykott erkennen, nur weil die Wirtschaftsjunioren einen Termin nicht wahrnehmen, ist mir unverständlich. Wenn ich den Gedanken weiter spinne, hat die Oberbürgermeisterin in der Vergangenheit schon zahlreiche Initiativen durch ihr Fernbleiben boykotiert, was ich ihr nicht unterstellen möchte. Sehr geehrter Herr Kaiser, ich kenne Sie als einen brillanten Beobachter der politischen Szene in Remscheid, aber hier, so denke ich, haben Sie das Licht am Ende des Tunnels als Störfeuer gedeutet.

Ulrike Kaiser am :

Ist ja eigentlich nicht so wirklich wichtig, die ganze Angelegenheit. Aber mir fällt auf, dass die wenigen Aktionen, mit denen sich Remscheid als vielseitige, bunte, offene Stadt präsentieren will, doch eher halbherzig und ein bisschen „daneben“ sind (vorletztes Beispiel: die Graffiti-Aktion). Werden zu wenige Ideengeber mit einbezogen? „Charakterkopf“ und verkleidendes (!) Styling schließen sich eigentlich per se aus. Dabei hat Remscheid bestimmt Charakter – man findet ihn in Vereinen, in Unternehmen, in Schulen, Geschäften und auf dem Markt. Ich finde an Remscheid sympathisch, dass die bergischen Menschen durchaus kernig sind, eben nicht so durchgestylt à la Kö. Und außerdem haben wir einen nicht geringen Anteil an ausländischen Mitbürgern, die inzwischen ebenfalls zum Charakter Remscheids gehören. Fazit: Eine Werbeaktion für wen auch immer. Vielleicht auch ein bisschen für die Stadt, aber das wohl eher am Rande. Die Werber jedenfalls haben ein Ziel erreicht: Es wird darüber geredet. Und das ist doch das Wichtigste an einer PR-Aktion.

Chronist am :

In den Bachelor-Studiengänge Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Maschinenbau können sich zum Wintersemester 2009/2010 auch Männer und Frauen ohne Abitur an der Universität Wuppertal einschreiben. Vorausgesetzt, sie besitzen die Fachhochschulreife und haben einen Kursus an der Technischen Akademie Wuppertal absolviert. Damit reagiert die Wuppertaler Hochschule auf Klagen der heimischen Industrie über zu wenig Fachkräfte.

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