Skip to content

Planierraupe soll Adlerfarn den Garaus machen

Invasive Neophyten sind "importierte" Pflanzenarten (zum Beispiel Goldruten- und Knöterich-Arten, Riesenbärenklau oder amerikanische Astern), die sich so schnell ausbreiten, dass sie viele „heimische“ Pflanzenarten verdrängen. Manche „heimischen“ Pflanzen können aber auch selbst so besitzergreifend sein, dass für andere kein Lebensraum mehr bleibt. Bestimmte Straucharten gehören dazu. Und der Adlerfarn. Besonders auf ansonsten brachliegendem Grasland macht er sich gerne breit. So auch auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Hanggelände nahe dem Remscheider Ortsteil Grund, über die eine Hochspannungsleitung der RWE von Opladen nach Ronsdorf führt. Die Untere Landschaftsbehörde hat festgestellt, dass der Adlerfarn (pteridium aquilinum) an dieser Stelle für die heimische Flora und Faune keinen Platz mehr gelassen hat.  Deshalb soll ihm ab Dienstag, 15. August, mittels Planierraupe der Garaus gemacht werden.

Vorgestellt wurde das Projekt heute im Rahmen einer Pressekonferenz des Baudezernants von Rolf Wilhelm König vom städtischen Grünflächenamt: „Zwanzig Zentimeter der obersten Bodenschicht werden mit der Planierraupe an den Rand geschoben und dort deponiert“. Auf diese Weise soll anderen heimischen Pflanzen die Ansiedlung wieder ermöglicht werden. König: „Ziel ist eine artenreiche Fläche von hohem ökologischen Wert“. Wer sich den Beginn der Naturschutzmaßnahme ansehen möchte – Treffpunkt ist am 15. August um 11 Uhr der Wanderparkplatz am südlichen Ortsrand von Grund.

Übrigens: Die bewusste Anpflanzung von Neophyten in der freien Natur z.B. zu Zwecken des Garten- und Landschaftsbaus oder zur Bereicherung der Flora ist in genehmigungspflichtig (§ 41 des Bundesnaturschutzgesetzes), um eine Verfälschung der heimischen Flora zu verhindern. Da die "freie Natur" oft gleich hinter dem Gartenzaun beginnt, ist die Anwendung dieses Gesetz aber nicht immer leicht. Denn nicht jeder Gartenabfall mit Pflanzen, die noch Wurzeln haben, wird auch zu Kompost… Besonders Goldruten sind wahre Überlebenskünstler.

Trackbacks

Waterbölles am : Statt Adlerfarn wächst jetzt "im Sand" der Zwergginster

Vorschau anzeigen
„Planierraupe soll Adlerfarn den Garaus machen“, titelte der Waterbölles am 10. August 2006.  Adlerfarn machte sich damals unter einer Hochspannungsleitung der RWE auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Hanggelände nahe dem Remscheider Ortsteil We

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!