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Eine wirklich ungewöhnliche Marketing-Aktion am Rathaus

Von Brillenwerbung zum Sozialbanner: Neue Marketing-Aktion der Stadt. Fotos: Lothar Kaiser

Diese Marketing-Aktion führte zu einer  zweiten - "im höheren Sinne". Fotos: Lothar KaiserFür die einen war die Marketing-Aktion „Remscheids Charakter“ des Remscheider Fotografen Mike König mit Fotos von zwölf Remscheidern eine „gut gemachte Brillenwerbung“, das aufwendige Fotomakeup nicht zu vergessen. Sie mokierten sich über „speziell verglaste Brillengestelle“ oder erkannten statt Charakterköpfen nur „mediale Abziehbilder“. Für die anderen war es ein gelungener Beitrag zum Stadtmarketing, der „in dieser Stadt etwas bewegen will (wie viel und warum ist mir da ehrlich gesagt egal)“. Letztlich war es natürlich Geschmacksache. Bis auf eine Ausnahme: Dass zwei „Brillen-Porträts“ als Banner auch vor dem Remscheider Rathaus wehten (wo wenige Tage zuvor noch die Flagge von Tibet gehangen hatte), warf eine grundsätzliche Frage auf: „Kann jeder Handwerker, z.B. Installateur, demnächst auch Klobrillen mit seiner Firmenanschrift kostenlos am Rathaus anbringen?“ (Leser-Kommentar im Waterbölles).

Natürlich nicht. Darüber hat der Verwaltungsvorstand mit Oberbürgermeisterin Beate Wilding keine Sekunde lang ernsthaft nachgedacht. Dafür etwas länger über eine andere Form von „Banner-Werbung“ vor dem Rathaus. Und das Nachdenken hat sich gelohnt. Herausgekommen ist eine wirklich ungewöhnliche Marketing-Aktion - zu Gunsten der vielen gemeinnützigen Vereine und Verbände, die in dieser Stadt auf vielen Gebieten, in aller Stille und ohne „Makeup“ segensreich wirken. Diese Vereine und Verbände sind auf private Spenden angewiesen. Die im Rathaus geborene Idee: Vor dem Rathaus sollen diese Institutionen künftig zeigen, dass auch sie ein „bemerkenswertes Netzwerk" sind, jede Unterstützung wert. Auch finanzielle (zumal das Geld der Stadt fehlt an allen Ecken und Enden). „Prima“ fanden das auch die Vorsitzenden der Ratsfraktionen. Und weil sich alle einig waren, ist es binnen weniger Tage  gelungen (was normalerweise Monate dauert), die Idee in die Tat umzusetzen: Heute morgen wurden die ersten beiden „Sozial-Banner“ links und rechts vom Rathauseingang aufgespannt. Auf ihnen werben der Caritas-Verband Remscheid und das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenkreises Remscheid, deren Angebote gerade von weniger gut betuchten (oder bebrillten) Mitbürgern dankbar angenommen werden. Und in den nächsten Wochen sollen weitere Wohlfahrtsverbände etc. folgen.

2009 lautet das Jahresthema des Deutschen Caritasverbandes „Menschen am Rande". Zitat aus einer Pressemitteilung des Verbandes: „Gerechtigkeit beginnt mit ‚sozialen Manieren’. Der ‚normale Umgang’, das ‚Hinsehen statt ausgrenzen’ ist Teil des demokratischen Grundkonsenses. Unabhängig von Rasse, Klasse und Einkommen ist jeder Mensch Teil der Gesellschaft. Als Caritas weisen wir auf diese Selbstverständlichkeiten hin, gerade weil sie nicht selbstverständlich sind. ‚Soziale Manieren’ braucht es in der Politik. Es braucht einen Politikstil, der sich nicht auf Kosten der Ärmsten profiliert. Es braucht einen Grundkonsens, dass Würde und Gerechtigkeit Zwillinge sind. Die Gleichheit der Menschen darf nicht nur im Grundgesetz stehen. Sie muss zu Taten werden, im Alltag und in der Politik. Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft.“

Waterbölles-Kurzkommentar: Gäbe es diese soziale Marketing-Aktion der Remscheider Stadtverwaltung nicht seit heute, sie müsste schnellstens erfunden werden.

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Chronist am :

Die Marketing-Aktion „Remscheids Charakter“ von Fotograf Mike König, die der Waterbölles am 1. April 2009 auf die Schippe nahm, wird in veränderter Form fortgesetzt - zusammen mit der Bürgerstiftung Remscheid und ohne "Charakter", allerdings wieder mit den Konterfeis von bekannten und weniger bekannten Bürger/innen dieser Stadt. Den Anfang macht heute eine viertelseitige Anzeige im RGA, die den WDR-Reporter Horst Kläuser zeigt.

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