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Studie bestätigt Kritik von Göbert an zu hohem Erdgaspreis

Hans Gerd Goebert

Das ist Wasser auf die Mühlen von Stadtwerke-Kritiker Hans Gerd Göbert (Foto): Die deutschen Gasversorger profitieren von sinkenden Erdgaspreisen – und geben die Preisvorteile nur zur Hälfte an ihre Kunden weiter. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten (hier als pdf-Datei), das die Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hatte. Der Kölner Gashandels-Experte Gunnar Harms rechnete daraufhin die jüngsten Preisnachlässe von fünf großen Gasversorgern nach und kam zu dem Ergebnis, dass die Gaslieferanten selbst bei sinkenden Preisen noch ein gutes Geschäft machen – indem sie einen Teil der Ersparnis für sich behalten. Genau das hatte Göbert den Stadtwerken Remscheid erst kürzlich vorgeworfen.

Mit sechs Monaten Verzögerung ist der Preis von Erdgas zwar an den von Heizöl gekoppelt, und der fällt seit Monaten. Die Endverbraucher hätten also eigentlich Grund zur Freude. Doch offensichtlich spielen die Gasversorger nicht mit, möchten gerne auch selbst von den Preissenkungen profitieren. Nach Angaben von Gunnar Harms entstanden so "ungerechtfertigte Mehrerlöse von mehreren hundert Millionen Euro allein im ersten Halbjahr 2009". Hochgerechnet auf das ganze Jahr könnten die rund 600 deutschen Gasversorger so an die 1,6 Milliarden Euro zusätzlich verdienen.

Eigentlich müsste der Gaspreis in der zweiten Jahreshälfte auf 4,1 Cent je Kilowattstunde fallen, zuzüglich Mehrwertsteuer. Im Jahresschnitt läge der Preis dann bei 4,8 Cent. Doch die Studie der Grünen  kommt derzeit auf einen Schnitt von 6,5 Cent je Kilowattstunde; die Differenz ist der „Extraprofit“ der Gaslieferanten. Auch würden Preise "systematisch" immer zu Jahreszeiten gesenkt, in denen der Verbrauch ohnehin schwach ist. Nahe der Winter, steige der Preis wieder. Auch das hatte Göbert bemängelt.

"Wenn es mit rechten Dingen zugehen würde, müssten die Gasversorger die Preise zum Winter um durchschnittlich 25 Prozent senken", zitierte gestern die Süddeutsche Zeitung Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Und Thorsten Kasper vom Bundesverband der Verbraucherzentralen: „Preiserhöhungen werden schnell durchgereicht, Ermäßigungen erreichen die Kunden erst spät." Verbraucherschützer vermissen auf dem deutschen Gasmarkt einen ausreichenden Wettbewerb. Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentrale sagte auf WDR5, für Kunden sei es deshalb nicht leicht, sich gegen zu hohe Preise zu wehren - ein Anbieterwechsel gestalte sich schwierig.

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Kommentare

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Chronist am :

Ob die Remscheider Grünen die aktuelle Studie wohl im Aufsichtsrat der Stadtwerke Remscheid thematisieren werden?

Hans Gerd Göbert am :

Schön, dass jetzt von mehreren Seiten wieder richtig Schwung in die Sache kommt. Ich hatte heute morgen die Bundestagsfraktion der Grünen gefragt, ob sie mir nicht eine Kopie der Studie senden könnten. Um 14.30 Uhr hatte ich eine Antwort mit der Studie im Anhang von Frau Bärbel Höhn MDB auf dem Tisch. Auch Herr Beinersdorf (Die Linke) rief mich an und stellte mir eine Zusendung in Aussicht. Was wird wohl in den nächsten Wochen passieren, wenn die Kunden fassungslos vor ihren Nachzahlungsforderungen sitzen? Der Aufsichtsrat hüllt sich nach wie vor in beredtes, betretenes Schweigen und somit auch leider unsere Oberbürgermeisterin, ebenfalls im Aufsichtsrat vertreten. Schade eigentlich, fünf Monate vor der Kommunalwahl. Wetten, dass dieses Thema nicht in drei Wochen vom Tisch ist, wie sich verflüchtigendes Gas?

Rolf Haumann am :

Der Fehler ist m.E. schon viel früher begangen worden. Die Privatisierung von Energie war ein großer Fehler. Was Menschen für ihren Grundbedarf benötigen, und dazu gehört auch ihre Versorgung mit Energie, muss Aufgabe des Staates sein. Aber in unserer (EU geprägten und gesteuerten)Gesellschaft wurde das Prinzip "Privat vor Staat" zum alleinigen Allheilmittel erhoben. Erträge aus Aktienkapital sind wichtiger als sich Gedanken darüber zu machen, ob Menschen ihre Existenz sichern können. Verschleiert wird diese Absicht mit der wohltönenden Formel, dass durch den Wettbewerb Leistungen miteinander verglichen werden können und Preise sinken. Am Beispiel des Gasmarktes wird genau das ad absurdum geführt. Ich kann Herrn Göbert nur unterstützen und hoffen, dass sich insbesondere sozial engagierte Kommunalpolitikerinnen und -politiker auf seine Seite stellen.

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