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Vorbild für andere und Beweis für Integrationsfähigkeit

Die vier Remscheider START-Stipendiaten 2009. Foto: Lothar Kaiser

Dank an weltoffene, kind- und zukunftsorientierte Eltern“, titelte der Waterbölles am 2. September 2008, nachdem im Rathaus Dzenana Bajramovic, Gizem Döngelci, Nermin Kolbasi und Aylin Ünal als neue Stipendiaten von „START“ vorgestellt worden waren. „Warum sind eigentlich keine türkischen Kulturvereine unter den Stiftern?“, fragte damals Jürgen W. Ackermann, Vorstandsmitglied der Emil Lux-Stiftung. Heute nun, bei der Vorstellung der vier türkischstämmigen, muslimischen Stipendiaten des Jahres 2009 - Ezgi Sözen, Seval-Gülsah Kaya und Dilan Türkel (Schülerinnen) und Fuat Öner (Schüler) - wiederholte sich beides. Beigeordneter Dr. Christian Henkelmann dankte den im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses ebenfalls erschienenen Vätern und Müttern dafür, dass sie ihre Kinder ermutigt hätten, sich den Fragen der Juroren zu stellen. Und Ackermann bedauerte, dass sich bis heute in Remscheid keine Migrantenvereine gefunden hätten, die das START-Programm unterstützten – „und sei es auch nur mit 1.000 Euro!“

Insgesamt wird jeder Stipendiat innerhalb von drei Jahren mit 15.000 Euro gefördert. Auf diese Weise will die Stiftung „begabten und engagierten Kindern von Zuwanderern verstärkt die Möglichkeit zu einer höheren Schulbildung und damit bessere Chancen für eine gelungene Integration bieten“. Das setzt die Bereitschaft zur Integration voraus. Zwei Bewerberinnen erschienen in diesem Jahr mit muslimischem Kopftuch zur „Bewerbung“. Darin konnte die Jury keine Bereitschaft zur Integration erkennen und entschied entsprechen. Schließlich heißt es im Leitbild der Stiftung, man wolle „Zuwandererkarrieren in Deutschland den Weg bereiten – als Ansporn zur Integration, als 'Investition in Köpfe' und als Beitrag zur Toleranz unter jungen Menschen in Deutschland.“ Die aktuellen Stipendiaten hinzugerechnet, werden/wurden in Remscheid seit 2006 13 Schülerinnen und drei Schüler durch START unterstützt – in diesem Jahr von den beiden örtlichen Rotary-Clubs, den Stiftungen der Deutschen Bank und der Stadtsparkasse Remscheid sowie vom Arbeitgeberverband Remscheid. Die Stifter wurden heute Nachmittag im Rathaus von Schulleiter Michael Birker, den Bankdirektoren Michael Beyer und Ulrich Gräfe sowie Markus von Dreusche vertreten.

Die materielle Förderung umfasst ein monatliches Bildungsgeld von 100 Euro für bildungsrelevante Anschaffungen und eine PC-Grundausstattung mit Internetanschluss, um die Medienkompetenz zu fördern und die Vernetzung mit den START-Betreuern, den Projektpartnern und den Stipendiaten sicherzustellen. Bei Bedarf können weitere Fördermittel für Seminarbesuche, Sprachkurse, Studienfahrten, Praktika und Ähnliches beantragt werden. Im Zentrum der ideellen Förderung stehen die Bildungsseminare (Themenbereiche: Erziehung zur Demokratie, Deutsches Grundgesetz, Rhetorik, Knigge). Sie finden zweimal im Jahr statt und unterstützen die Stipendiaten in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, schulische und berufliche Qualifizierung, Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung und Integration in unsere Gesellschaft. Weitere Wahlseminare, deren Ziel es ist, den Jugendlichen Raum für Kreativität und Selbstreflexion zu geben und ihre Talente gezielt zu fördern, runden das Programm ab. Die ideelle Förderung umfasst außerdem die Gründung eines Stipendiatennetzwerkes, Exkursionen zu Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Messen, gesonderte Seminare und Beratungsangebote zur Studien- und Berufswahl sowie Mentorenprogramme.

„Unsere Gesellschaft braucht leistungsfähige und leistungswillige junge Menschen auch und gerade aus dem Kreis der Migranten“, betonte Jürgen W. Ackermann. Und bislang habe man in Remscheid bei START stets eine gute Wahl getroffen, sagte Oberbürgermeisterin Beate Wilding. In dem Zusammenhang schilderte Ackermann die Entwicklung „eines verschüchterten Mädchens zu einer offenen jungen Frau“. Wilding: „Ich freue mich, dass die Jury auch in diesem Jahr wieder junge Menschen gefunden hat, die aufgrund ihrer Leistungen eine besondere Förderung verdient haben." Damit waren schulische Leistungen und soziales Engagement gleichermaßen gemeint. Und weitere Pluspunkte vergab die Jury für persönlichen Ehrgeiz, den sie im „Bewerbungsgespräch“ hinterfragte. Die Tatsache, dass die neuen Stipendiaten aus vier verschiedenen Schulen kommen – Alexander von Humboldt-Realschule, Gemeinschaftshauptschule Klausen, Gertrud-Bäumer-Gymnasium und Sophie-Scholl-Gesamtschule –, wertete Henkelmann als Zeichen für die Leistungsfähigkeit der Remscheider Schulen. Alle drei Stipendiaten aus Haupt-, Real- und Gesamtschule haben sich in diesem Jahr mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,5 und 2,3 für die die Oberstufe zum Abitur qualifiziert. „Vorbilder für ihre Klassenkameraden, gerade auch die deutschen“, wertete Michael Birker und zeigte sich als Oberstudiendirektor des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums stolz darauf, dass diese Schule mittlerweile fünf Stipendiat/innen stellt. „Sie empfinden das Recht als Bildung als ein Privileg!“ Nachfolgend die Kurzporträts der vier Stipendiaten:

Seval-Gülsah Kaya (11.5.1994), Schülerin der GHS Klausen, Klasse 9, Notendurchschnitt 1,5, Lieblingsfächer Sport, Mathe, Geschichte, Hobbys Tanzen, Schwimmen, Lesen, Fußball spielen, engagiert sich in der Kunst AG, in der eigenen Tanzgruppe in der Schule, im Jugendzentrum (Nachhilfe), Ziel: Abitur machen und danach ggf. Mathe und Geschichte auf Lehramt studieren. Ihre erste Tanzgruppe gründete sie mit 13 Jahren im Jugendzentrum der „Schlawiner“. Auszug aus der Empfehlung der Lehrer: „Sie ist weltoffen und kann mit Kritik an Religionen umgehen.“

Fuat Öner (2.02.1993), Schüler der Alexander von Humbold-Realschule, Klasse 10, Notendurchschnitt 2,1, Hobbies Lesen und Sport, engagiert sich  in der Rechtskunde AG der Schule, gibt Nachhilfe, möchte nach dem Abitur studieren.

Ezgi Sözen (17.5.1994), Schülerin des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums Klasse 9, Notendurchschnitt 2,3, Hobbies Volleyball, Musik, Lesen, engagiert sich als Klassensprecherin, spielt in einer Volleyballschulmannschaft ( abgeschlossene Schiedsrichterausbildung). Ezgi möchte nach dem Abitur studieren. In ihrer Freizeit malt und zeichnet sie gerne. Auszug aus der Empfehlung der Lehrer: „Ezgi ist eine Schülerin, die den Unterricht in vielen Fächern sehr engagiert mitgestaltet und ihr aufgetragene Arbeiten gewissenhaft und pflichtbewusst erledigt...Im Unterricht bezieht Stellung zu umstrittenen Fragen.“

Dilan Türkel (18.2.1993), Schülerin der Sophie-Scholl-Gesamtschule, Klasse 10, Notendurchschnitt 1,7, Hobbies Lesen, Fußball, Gymnastik, Musik hören, engagiert sich als Klassensprecherin und Streitschlichterin. Dilan möchte nach dem Abitur auf Lehramt studieren. Sonstige Eigenschaften, Charakteristika und Interessen Dilan reist gerne; ein Teil ihrer Familie lebt in der Türkei, in England und Frankreich. Auszug aus der Empfehlung der Lehrer „Dilan ist im gesamten schulischen Bereich sehr verantwortungsbewusst und zuverlässig. Sie ist sehr leistungsmotiviert. Ihre Begabungen sind breit angelegt.“

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Kommentare

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W. Jürgen Ackermann am :

Ich möchte mich herzlich für den wirklich sehr informativen Bericht über die Vorstellung der vier neuen START-STipendiaten bedanken. Beste Grüße und Kompliment.

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