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Delegation aus Prešov kam heute zur Straßentaufe

OB Wilding und Dr. Pavel Hagyari enthüllen das Straßenschild.  Foto: Lothar KaiserAuf die Feierstunde (siehe unten) zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Remscheid und des slwakischen Stadt Prešov folgte eine Straßentaufe: Seit heute heißt die ehemilige Ladestraße am Bahnhof offiziell „Prešover Straße“. Gemeinsam enthüllten Oberbürgermeisterin Beate Wilding und ihr Amtskollege Dr. Pavel Hagyari am Nachmittag in Anwesenheit von Dušan Matulay, Gesandter der slowakischen Botschaft in Bonn, ein mit den farbigen Wappen beider Städte aufgewertetes Straßenschild.

 

OB Wilding mit der Delegation aus der Partnerstadt Prešov.  Foto: Lothar KaiserSeit 1989 besteht zwischen der Stadt Remscheid und der slowakischen Stadt Prešov eine Städtepartnerschaft. Dafür engagieren sich in beiden Städten Bürgerkreise. „Botschafter ehrenhalber“, zitierte am Sonntagmorgen Oberbürgermeisterin Beste Wilding den früheren deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher. In einer Feierstunde aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft - musikalisch gestaltet vom Lüttringhauser Posaunenchor - zeigte sie sich erfreut darüber, wie viele Menschen aus Prešov und Remscheid inzwischen zu solchen Botschafterinnen und Botschaftern geworden seien und die Partnerschaft mit Leben erfüllt. Zu ihren Zuhörern gehörten neben zahlreichen Ratsmitgliedern – nur die CDU war kaum vertreten – auch eine Delegation aus Prešov mit Bürgermeister Pavel Hagyari, den drei Ratsmitgliedern Miroslaw Benko, Maria Cizikova, Marian Kohut und der Dolmetscherin Martina Kasova. OB Wilding sprach ihren Amtskollegen direkt an:  „In diesen 20 Jahren haben sich die Beziehungen zwischen unseren beiden Städten und, was noch viel mehr zählt, die Kontakte zwischen den Bürgern unserer beiden Gemeinden mehr und mehr verstärkt. Ein regelmäßiger Austausch gehört längst zum Alltag unserer beiden Gemeinden. Die Botschafterinnen und Botschafter der ersten Stunde, Mandatsträger wie die ehemaligen Bürgermeister und Oberbürgermeister sowie zahlreiche „normale“ Bürgerinnen und Bürger , waren von dem Wunsch durchdrungen, sich über Grenzen hinweg kennen-, verstehen und schätzen zu lernen. Mit viel Elan und diplomatischem Geschick haben sie Brücken gebaut, die sich als stabil und verlässlich erwiesen und die mittlerweile von vielen Bewohnern unserer beiden Gemeinden gern und oft überquert werden. Sie haben viel bewegt, die Menschen aus Remscheid und Prešov die sich anfangs für unsere Städtepartnerschaft stark machten und die sich heute für sie engagieren, und dafür möchte ich ihnen allen herzlich danken.

Mein erstes Dankeswort richte ich an die Mitglieder des Partnerschaftsvereins, der sich erfolgreich um die Freundschaft zwischen den Bürgern in beiden Städten bemüht. Mein zweites Dankeswort richte ich von dieser Stelle an die Mitarbeiter meiner Verwaltung, namentlich Frau Müller und Herrn Pawlas, die sich um die Partnerschaft zwischen unseren Städten bemühen. Ich denke hier beispielsweise an den regelmäßigen Besuch von Studenten aus Prešov während der Sommerferien, die in Remscheider Firmen und Unternehmen durch Praktika Auslandsund Berufserfahrung sammeln.

Heute kommt es uns selbstverständlich vor, aber damals, im Jahre 1989, stellte die Aufnahme einer Städtepartnerschaft zwischen einer ost- und einer westeuropäischen Gemeinde eine Herausforderung dar. Der eiserne Vorhang durchtrennte das Herz Europas und teilte es in zwei Lager. Die Teilung Deutschlands und Berlins war bewegender Ausdruck dieser Nachkriegsordnung. Einer Ordnung von der wir alle im Frühjahr 1989 annahmen, dass sie sich nur langsam verändern würde. Die Reformbemühungen Gorbatschows weckte die Hoffnung auf eine Überwindung der Teilung Europas. Die Unterschriften unter der Partnerschaftsurkunde brachte diese Hoffnung zum Ausdruck. Einer Hoffnung, die davon ausging, die Teilung durch die Freundschaft der Bürger Remscheids und Prešovs zu überwinden und – wie gesagt – neue Brücken zu bauen.

Wir sind dankbar, dass unser Bestreben, uns für Verständigung und ein friedliches Europa einzusetzen, bei unseren Nachbarn, den Slowaken wie den anderen europäischen Nationen, so viel Glaubwürdigkeit fand und in gemeinsame Bündnisse oder Partnerschaften mit Städten in ganz Europa münden konnte. Die ersten Verbindungen nach dem Kriege nahm die Bundesrepublik Deutschland mit westeuropäischen Ländern auf; Kontakte zu osteuropäischen Städten blieben lange etwas Besonderes. Denn mit Ost- und Westeuropa waren damals nicht nur unterschiedliche geographische Lagen benannt, sondern unterschiedliche Welten. Die Menschen lebten in jeweils anderen Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen. Dennoch war ein Bewusstsein von den gemeinsamen Wurzeln in Ost wie West wach geblieben. Die Jahrhunderte währende gemeinsame Kultur und Geschichte hatte viele Spuren hinterlassen und die Menschen geprägt.

Mit der Wende von 1989/90 schlug auch Osteuropa den Weg ein, den Westeuropa bereits gegangen war. Wir in Remscheider haben großen Anteil genommen am demokratischen Wandel in Prešov. Sie und wir haben die neuen Möglichkeiten der offenen Grenzen gleich genutzt und die Remscheiderinnen und Remscheider haben sich gemeinsam mit Ihnen über die Aufnahme Ihres Landes in die Europäische Union gefreut. Europa wächst zusammen, manchmal mühsam und auf eher holprigen Wegen, aber alle beteiligten Staaten stimmen doch darin überein, die Gemeinsamkeiten zu verstärken, um Frieden und Freiheit zu sichern.

Vorboten wie Verstärker dieser Entwicklung waren und sind — davon bin ich überzeugt, Städtepartnerschaften — wie die unsere. Diese Partnerschaften führen die Menschen zusammen. Als wir 1989 unsere Partnerschaft begründeten, da waren die Bürgerinnen und Bürger von Prešov und Remscheid aufgeschlossen für die neuen Begegnungen. Sie hatten großes Interesse zu erfahren, wie es im anderen Teil Europas aussah, wie die Menschen dort dachten und was sie bewegte, welche Sorgen und welche Hoffnungen sie hatten. Sie waren neugierig, fremde Denkweisen und Lebensgewohnheiten kennenzulernen; sie waren bereit, andere Standpunkte zu verstehen und zu akzeptieren. Und deshalb haben sie ihre Reisen in die Partnerstadt und die Begegnungen mit ihren Nachbarn stets als Bereicherung erlebt.

Von diesen Begegnungen lebt jede Städtepartnerschaft. Denn nichts geht über den direkten Kontakt und die persönliche Anschauung, um etwas über andere Länder und Menschen zu erfahren und sich ein stimmiges Bild über die dortigen Lebensbedingungen zu machen. In unserer Städtepartnerschaft wurden schnell Kontakte auf allen möglichen Ebenen geknüpft. Natürlich haben sich die Mandatsträger beider Gemeinden getroffen, aber auch Sportler und Künstler, Unternehmer und Lehrer sowie Angehörige vieler Berufsgruppen mehr. Ich denke an den Jugendaustausch, der im kommenden Monat wieder stattfindet. Oder an die Reise von jungen Remscheider Fußballern zum internationalen Jugendturnier in Prešov oder die bevorstehende Bürgerreise. Das sind Belege für eine lebendige und bewegende Partnerschaft und Freundschaft! Nur wenn man sich für andere interessiert und sich auf ihre Sicht der Dinge einlässt, kann man sie auch verstehen und schätzen. Und aus Interesse und Verständnis erwachsen Weltoffenheit und Toleranz, die wiederum für ein friedliches Zusammenleben unerlässlich sind.

Gerade wir in Europa blicken ja auf eine Geschichte mit vielen erbitterten Kämpfen zurück. Aber diese dunkle Seite unserer Vergangenheit hat auch das Bewusstsein dafür geschärft, dass es eine bleibende Aufgabe von uns allen ist, sich für Frieden, für Freiheit und für die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen. Wenn sich die europäische Jugend versteht, meine Damen und Herren, haben wir die beste Basis, damit sich Europa versteht und weiter zusammenwächst. Wenn europäische Jugendliche Europa- Erfahrungen sammeln, dann entwickeln sie auch eine europäische Identität.

Was für das große Ganze gilt muss im Kleinen gelebt werden. Die Städtepartnerschaften sind Motor der europäischen Einigung. Das hat den Begründern unserer Städtepartnerschaft vorgeschwebt, als sie begannen am Europäischen Haus zu bauen. Und wie ich es sehe, sind die Möglichkeiten unseres gemeinsamen Wirkens noch längst nicht ausgeschöpft. Wir haben noch viel vor uns, liebe Prešoverer; unsere Städtepartnerschaft blickt heute nicht nur auf eine erfolgreiche 20-jährige Geschichte zurück, sondern auch in eine viel versprechende Zukunft. Daran wollen wir gemeinsam arbeiten – und deshalb an diesem besonderen Tag auch gemeinsam feiern.“

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Kommentare

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Hans Georg Müller am :

Da staunt der Ornithologe. Die Oberbürgermeisterin enthüllt mit der Delegation aus der Slowakei eine Straßenschild an der neuen Presover Strasse. Haben die Gäste eine Zaungrasmücke mitgebracht? Den Klappergesang dieser auch Klappergrasmücke, im Volksmund auch "Müllerchen", war während der kleinen Feier deutlich zu hören. Ein hier eher selten anzutreffender Sänger.Vielleicht findet er auf dem Bahnhofsgelände einen passenden Wohnbereich oder - wissenschaftlicher - eine "ökologische Nische".

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