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Neue Räume für Fachdienst Integration und Migration

Von li. n. re. Fachdienstleiterin Sandra Stickling, Ursula Krieger, Dara Franjic-Homberg, Ankica Ljubas-Vranjkovic und Caritas-Geschäftsführer Werner Fußwinkel. Foto: Lothar Kaiser

Der Termin für die heutige Pressekonferenz der Caritas Remscheid, die dem Jahresbericht 2008 des Fachdienstes für Integration und Migration gelten sollte, stand schon lange fest. Besprochen wurde heute Vormittag aber zunächst ein Thema, das sich aktuell aus der Ratssitzung vom vergangenen Donnerstag ergeben hatte: die gegen die Stimmen der CDU vom Rat beschlossene Resolution, in der der Bund aufgefordert wird, das Bleiberecht für „geduldete Flüchtlinge“ über den 31. Dezember 2009 hinaus zu verlängern und die sogenannte Altfallregelung zu verbessern. „Ich bin über die Entscheidung der Kommunalpolitiker sehr froh“, äußerte sich Caritas-Geschäftsführer Werner Fußwinkel. Und verwies darauf, dass die Resolution „auch von meinem Chef, Stadtdechant Thomas Kaster, mitgetragen wird.“

Wie sich bei der Gelegenheit herausstellte, stammt der Entwurf der Resolution von Sandra Stickling, Leiterin des Caritas-Fachdienstes für Integration und Migration, in dessen neuen Räumen Brunnengasse 8 die Pressekonferenz stattfand, und der Flüchtlingsberaterin Ursula Krieger. Sie hatten sich dabei auf ähnliche Resolutionen in anderen Großstädten stützen können. Und (natürlich) hatten die Caritas-Mitarbeiterinnen auch mit der Unterstützung der CDU gerechnet. Dass die dann in der Ratssitzung ausblieb, habe „denn doch sehr verwundert“, sagte Sandra Stickling auf Nachfrage. Für sie ist die Forderung nach einer Verlängerung bzw. Veränderung der Bleiberechtsregelung nachgerade selbstverständlich: „Es geht nicht nur darum, die Frist über den 31.12.2009 hinaus zu verlängern, sondern es geht um ein generelles Nachdenken über das Bleiberecht für Flüchtlinge!“ Ziel: Eine grundsätzliche Regelung für geduldete Flüchtlinge, unabhängig von einem Stichtag. Die Mitarbeiterinnen des Fachdienstes wünschen sich, dass

  • dem Vorschlag des Europäischen Parlaments Rechnung getragen wird und Asylbewerber spätestens nach sechs Monaten Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten,
  • es eine Regelung für die im Ausland erworbenen Ausbildungsabschlüsse gibt, damit qualifizierte Menschen auch in Deutschland weiterhin in ihrem Beruf arbeiten können und somit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten.

ARGE vermittelte 485 Remscheidern einen Ein-Euro-Job “, schrieb der Waterbölles im September vergangenen Jahres. Die Zahl hatte Dirk Faust, der Chef der ARGE Remscheid, damals in seiner Antwort auf eine Anfrage der CDU genannt. Und dabei die richtige Bezeichnung gewählt: AGH-Stellen (AGH = Arbeitsgelegenheiten). Auf diesen Stellen erhalten Arbeitslose zusätzlich zu ihrer Grundsicherung einen Stundenlohn von 1,50 Euro. Macht im Monat 180 Euro, die vor allem in der letzten Woche eines Monats immer sehr willkommen sind. Doch während die ARGE im vergangenen Jahr für derartige Stellen noch eine Million Euro vzusätzlich zur Verfügung gestellt bekam, muss sie in diesem Jahr mit deutlich weniger Geld auskommen. Folglich verringert sich die Zahl der AGH-Stellen, die bewilligt werden können. Das merken auch die Mitarbeiterinnen des Fachdienstes für Integrration und Migration des Caritasverbandes Remscheid, die kürzlich die Räume im Gewag-Gebäude Brunnengasse 8 in der Nähe des Hauptbahnhofs bezogen haben, in denen früher schon einmal die Flüchtlingsberatungsstelle untergebracht war. Gerade mal sieben AGH-Stellen hätten sie Anfang dieses Jahres besetzen können, berichteten sie. Im vergangenen Jahr waren es noch 28. Sandra Stickling: „Arbeit ist ein wichtiger Baustein der Ingetration. Deshalb orientieren wir uns mit den AGH-Stellen in gemeinnützigen Einrichtungen – Altenheimen, OGGS, Familienbildungsstätten – soweit wie möglich am regulären Arbeitsmarkt.“

Insbesondere Migranten sind nach Erkenntnissen der Caritas überproportional von Arbeitslosigkeit und deren Folgeerscheinungen wie Armut, Schulden, sozialer Abstieg und Einsamkeit betroffen. Zitat: „Häufig fehlen Bildungsabschlüsse oder werden die im Ausland erworbenen Bildungsabschlüsse nicht anerkannt. Sprachliche Barrieren und fehlende Kenntnisse über das deutsche Arbeitssystem erschweren zusätzlich den Zugang zum Arbeitsmarkt. Aus denselben Gründen werden die Angebote der Regeldienste von Migranten häufig nicht umfassend in Anspruch genommen.“

Flüchtlingen werde durch ihren unsicheren Aufenthaltsstatus und den Ausschluss von vielen sozialen Leistungen die gesellschaftliche Teilhabe weitgehend verwehrt. Rechtliche Hindernisse blockierten oftmals den Zugang zum Arbeitsmarkt. Sandra Stickling: „Die oft über Jahre empfundene Ausgrenzung führt zu einem anhaltenden Gefühl der Unsicherheit und Wertlosigkeit, dass der Entwicklung von realistischen Lebensperspektiven entgegensteht.“

Mitarbeiterinnen des Caritas-Fachdienst für Integration und Migration sind neben Sandra Stickling die Dipl–Sozialwissenschaftlerin Dara Franjic-Homberg, die Dipl.–Pädagogin Ankica Ljubas-Vranjkovic und die Dipl.-Sozialarbeiterin Ursula Krieger. In den neuen Räume Brunnengasse 8 hält der Fachdienst folgende Angebote bereit, die gezielt auf die Unterstützung und Beratung von Flüchtlingen und arbeitsuchende Menschen mit Migrationshintergrund abgestimmt sind:

  • Beratung zu Qualifizierung und Beschäftigung: Informationen zu Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten in Remscheid sowie Beratung bei Erstellung von Bewerbungen (Ljubas-Vranjkovic, Tel.:  02191 - 460 87 05  )
  • Angebot von gemeinnützigen und zusätzlichen Arbeitsgelegenheiten, eine Qualifizierungsmaßnahme gefördert durch die ARGE Remscheid: Neben praktischen Einsätzen in verschiedenen gemeinnützigen Arbeitsbereichen werden die Teilnehmer sozialpädagogisch begleitet und auch theoretisch in Form von berufsbezogenen Sprachkursen, Bewerbungstrainings und Informationseinheiten zu sozialen und arbeitsmarktbezogenen Themen bei der Arbeitsuche unterstützt. (Ljubas-Vranjkovic)
  • Qualifizierung für Flüchtlinge: Berufsbezogene Sprachtraining, Gruppenangebote, Bewerbungstraining, Informationen zum Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht, Unterstützung bei der Suche nach einem Praktikums-/ Arbeitsplatz; sozialpädagogische Begleitung und Beratung (Krieger, Tel.:02191-4...)
  • Flüchtlingsberatung: Unterstützung bei rechtlichen und sozialen Fragestellungen ( Krieger, Sprechstunde: donnerstags 10 bis 12 Uhr).
  • Informationsveranstaltungen zu rechtlichen und sozialen Themen: Dieses Angebot richtet sich an Gruppen. Geboten werden Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen sozialen Themen z.B: Alter und Pflege, das deutsche Sozialsystem, das Allgemeine Gleichstellungsgesetz. (Franjic-Homberg, Tel.: 02191-460 87 05  ).

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