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Traum der Planer: Bäume beiderseits der Freiheitstraße

Konzept: Thomas Schüler & Klaus Mersmann.

Nehmen wir mal an, so unwahrscheinlich es auch sein mag, der charmante Plan für ein „neues Stachelhausen“ (siehe Bild oben), den das Architektenteam Thomas Schüler & Klaus Mersmann aus Düsseldorf (ein Verkehrsplaner, ein Landschaftsarchitekt, ein Stadtplaner und ein Hochbauplaner) gestern beim zweiten Abend der „Planungswerkstatt im Saal von ThyssenKrupp an der Papenberger Straße einem interessierten Publikum vorstellten, könnte in zehn, 20 Jahren tatsächlich Wirklichkeit werden. Dann hätten die Bewohner der Miethäuser nördlich der Freiheitstraße anstelle eines Erotik-Shops und des Motorradladens Eberhardt mit seinen abgestellten Zweirädern einen großen Marktplatz vor ihrer Haustüre. Und sie hätten eine gigantische Fernsicht. Denn die Wohnblocks auf der südlichen Seite, zwischen Südstraße und Weststraße, existierten dann nicht mehr. Auf Kellerniveau, d. h. einige Meter unterhalb der nur noch zweispurigen Freiheitstraße, wäre Platz für Bäume, Bänke, einen Spielplatz, Gastronomie und Grünanlagen.

Die Pläne wurden auch SPD-Ratsmitglied York Edelhoff, 3. v. li, und Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz, vorne 4. v. li., interessiert studiert. Foto: Lothar Kaiser

Einzig und allein das Jugendzentrum „Kraftstation“ lassen die Düsseldorfer Achitekten auf der südlichen Straßenseite stehen. Selbst die Häuser gegenüber in Richtung Weststraße sind in ihrem Plan einer Grünanlage gewichen. Ein reizvoller Plan? Sicherlich. Nur: Die Mietshäuser, die dem „Marktplatz“ weichen sollen, gehören nicht der Stadt. Sondern Pivatleuten. Da mögen noch so viele Wohnungen keine Mieter mehr finden –  zum Nulltarif wären diese Häuser sicherlich nicht zu haben. Die Planer waren da gestern optimistischer: Angesichts der hohen Leerstände hätten die Hausbesitzer die Chance, "sich von  dieser Last zu befreien", sagte Thomas Schüler: „Das Image des Stadtteils muss sich radikal ändern. Und die alten Mietshäuser werden sich irgendwann einmal gar nicht mehr lohnen.“ Doch die Preisfrage bleibt auch dann.

Es ist daher zweifelhaft, dass im Anschluss an die öffentliche Präsentation den vier Architektenteams der Auftrag erteilt wurde, sich ausgerechnet auf der Grundlage dieses Konzeptes bis zur Abschlusspräsentation am 17. August weiter Gedanken zu machen. Da dürften jene Vorschläge eine größere Chance haben, die sich auf Grundstücke im Besitz der Stadt Remscheid und der Brennerei Frantzen konzentrieren. So haben etwa Martin Halfmann und Frank Flor ( „Club L 94“) zwischen dem Park der ehemaligen Villa Frantzen nördlich der Freiheitstraße und der Trasse des Werkzeugs einen – wegen des starken Gefälles (25 Meter Höhenunterschied) mehrfach abgestuften – Park („Grüne Mitte Stachelhausen“) vorgesehen, der sich zwischen dem Grundstück der Brennerei und dem städtischen Gelände (ehemals Stadtarchiv/Kfz-Zulassungsstelle) in Form eines Diabolos erstreckt.

Auf dem Frantzen-Grundstück stellen sich die Architekten zur Trasse hin Gastronomie, ein Hotel, Geschosswohnungsbau oder auch eine gewerbliche Nutzung vor, auf dem städtischen Grundstück unterhalb der „Kraftstation“ zwei- oder dreigeschossige Einfamilien-/Stadthäuser. Vorgeschlagen wird ferner, die Böschung zwischen Alexanderstraße und Trasse zugunsten der Fahrbahnbreite zurückzusetzen; dies könne durch Gabionenwände gelingen, wie sie auch am neuen Bahnhofsgarten errichtet wurden.

Einig waren sich gestern alle Planer darin, dass die Freiheitstraße künftig nur noch zwei Fahrbahnen haben sollte (mit Tempo 30). Denn angesichts der hohen Lärm- und Abgaswerte müsse die Lebensqualität höher gewichtet werden als der Verkehrsfluss. Halfmann &  Flor schlugen etwa vor, die Freiheitstraße auf eine Breite von 6,50 Metern zu reduzieren, um auf der Nordseite Platz für Straßengrün und einen fünf Meter breiten „Fußgänger-Boulevard“ zu bekommen. Ein Gehweg von 60 Zentimetern Breite, wie gegenwärtig an einer Stelle, bezeichneten die Planer als „völlig inakzeptabel“. Die Wohnblocks an der Nordseite der Freiheitstraße droht nach den gestern vorgestellten Konzepten kein Abbruch. Sie werden als Schallschutz angesehen für die oberhalb stehenden Gebäude. Nachfolgend die Vorgaben, die die vier Teams nach Möglichkeit berücksichtigen sollten:

  • Freiraum: zusätzliche Aufenthalts- und Spielflachen, möglichst Verbindung zur Trasse des Werkzeugs und zur Kraftstation
  • Erschließung: Prüfung des Rückbaus der Freiheitsstraße mit Querungs- und zusätzlichen Parkmöglichkeiten sowie Entlastung der Alexanderstraße
  • Einzelhandel: Bedeutung des Kaufparks als wichtiger Nahversorger der südlichen Stadtteile berücksichtigen
  • Zusätzliche Nutzungen: Interessenskonflikt zwischen wünschenswerten öffentlichen Angeboten (Sport, Kultur, Soziales) und finanziellen Spielräumen der Stadt Remscheid. Stärkere Mischung Wohnen-Handwerk
  • Image: Konzepte sollten Wege zu einer eigenen Identität des Stadtteils aufzeigen und diese in Bildern vermitteln.

Trackbacks

Waterbölles am : Der "Stachus" liegt auf der Freiheitstraße und wird grün

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Von „Bäumen beiderseits der Freiheitstraße“ und vom Abbruch vieler alter Miethäuser träumten in der städtbaulichen „Planungswerkstatt Stachelhausen“ gleich mehrere Planer. Doch das Preisgericht, das gestern Abend nach der Abschlusspräsentation der vier Ar

Kommentare

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Gerd Rothbrust am :

30km/h - diese hohe Geschindigkeit wird wohl auf der Freiheitsstrasse selten erreicht werden! Meistens ist (bei einspuriger Verkehrsführung) von Unter-Schritt-Tempo auszugehen. Was das aber mit Lebensquallität oder gar Boulevard-Flair zu tun hat, ist mir schleierhaft.

Marc Blasberg am :

Da kann ich meinem Vorredner nur uneingeschränkt Recht geben. Diese "Planer" kommen ja auch nicht aus Remscheid bzw. MÜSSEN nicht jeden Tag morgens und abends über die Freiheitstraße...es ist jetzt schon eine Qual. Wer auf die Idee kommt, diese nur noch einspurig zu machen, muss, mit Verlaub, keine Ahnung von Verkehtsplanung haben. Aber das macht in Remscheid bzw. dem Bergischen Land ja bekanntermaßen Schule: man denke nur an die geplanten elf (!!!) Ampeln, die an der Kreuzung L74 in Müngsten gebaut werden sollen, weil ein Kreisverkehr oder Starenkasten ja angeblich nicht möglich ist.

Michael Dickel am :

Da die Planung ja nun von zwei Vorrednern kritisiert wurde, erlaube ich mir auch, die Freiheitstrasse neu zu planen. Ich habe schon vor zehn Jahren vorgeschlagen, die jetzige Freiheitstrasse komplett zu untertunneln und die jetzige Oberfläche wirklich lebenswert herzurichten - quasi als Grüngürtel der Innenstadt. Vielleicht noch eine einzelne schmale Spur als Einbahnstrasse für Anlieger nebst Parkflächen. Natürlich klingt dies wieder mal utopisch, aber wenn in umliegenden Städten wahnsinnige Summen für wesentlich weniger Verkehr (ich denke z.B. an den Tunnel Burgholz) ausgegeben werden, dann sollte man diese viel befahrene Bundesstrasse entsprechend fördern. Jedes Dorf fordert Umgehungen - da diese nicht möglich sind, halte ich das für eine realistische Forderung. Was ich da jetzt als Planung sehe, halte ich für einen Witz. Klar sind breiter Bürgersteige eine Aufwertung, aber wird dadurch den Aufenthaltsqualität geschaffen? Die geht nur durch ein Verschwinden des Verkehrs und nicht durch seine Einengung und dadurch den Dauerstau.

Reinhard Wick am :

Ein großes Dankeschön an die drei Vorredner!

Harald Fetsch am :

Wie schon in allen vorhergehenden Beiträgen gesagt wurde, ist solch eine Planung nur realistisch und sinnvoll, wenn der Fahrzeugverkehr woanders geführt wird. Die ist aber offensichtlich nicht geplant. Da stellt sich mir die Frage, wer macht dann so ein unsinnige Planung? Wer bezahlt diese? Wird dieser Unsinn etwa mit den Fördergeldern für den Stadtumbau bezahlt? Die Freiheitstraße ist eine hoch belastete Straße. Alternativen für den Fahrzeugverkehr scheinen offensichtlich nicht zu bestehen. Zu überlegen ist deshalb, den Fahzeugverkehr hier zu konzentrieren, um den Rest von Remscheid nicht mehr zu belasten. Durch anliegende Gebäude mit Gewerbenutzung wird ein offener Tunnel gebildet und die Belastungen eingekapselt. Bäume entlang einer Straße sind kritisch zu sehen. Durch geringere Erwärmung und deshalb geringere Thermik erfolgt dadurch weniger Luftaustausch und damit eine höhere Konzentration von Schadstoffen in dem Straßentrog.

Herbert Winselen am :

Alles völlig falsch gedacht! Es gibt nur eine Lösung: Autos raus, Straßenbahn rein. Heißt: Eine Fahrspur je Richtung für die Autos, LKWs usw, und dann die Straßenbahn in die Mitte. Streckenführung vom Stadtpark bis nach Lennep, spätere Netzerweiterung anstreben! Das ist dann eine dauerhafte Lösung, weil man diese Investition nicht mal eben rückgängig machen kann. Und nachhaltig dazu!

Michael Dickel am :

Wieso? Müssen Sie täglich vom Stadtpark nach Lennep? Vielleicht sollte man einfach den schon vorhandenen Zug ganz langsam fahren lassen, damit man während der Fahrt ab- und aufspringen kann. (zwinker) Also für den ÖPNV brauchen wir zumindest auf der B 229 keine Straßenbahn bauen - schade ist, dass sie damals überhaupt entfernt wurde.

Herbert Winselen am :

Ganz genau! Schauen Sie sich doch mal die Städte an, die ganz bewusst auf Straßenbahnen setzen (z.B. in Frankreich). Davon können Sie sicher vieles lernen. Wer den ÖPNV immer nur kaputtspart, muss sich nicht wundern, wenn immer mehr Menschen das Auto benutzen. Machen Sie es doch besser und fördern den ÖV konsequent. Schauen Sie sich mal die Haltestellen in Remscheid an, ein Trauerspiel ist das! Oder: Einstieg vorne: Fahrgäste werden von unfreundlichen (möglicherweise frustrierten oder überforderten?) Busfahrern angemotzt ("Fahrkarte!") und unter Generalverdacht gestellt (zum Glück gibt es auch vernünftige Fahrer - kein Generalverdacht gegenüber dem Fahrpersonal der SR also). Oder: Die Scheiben von Bussen werden großzügig mit Werbung beklebt, als "Kunde" kommt man sich fast vor wie im Viehtransport. Oder: Die neuen Fahrzeuge (LINT41) von Abellio, die demnächst den "Müngstener" bedienen sollen, verfügen über eine noch geringere Sitzplatzkapazität als die derzeit verkehrenden Fahrzeuge (BR 628). Wie will man denn so noch die Spitzenzeiten abdecken?!? Der Begriff "Vertriebsstrategie" erlangt derzeit eine ganz neue Bedeutung. Alles das, was ein ausgewogenes, gutes (öffentliches) Verkehrssystem ausmacht, wird derzeit auf dem Altar des Geldes verbrannt. Nein, liebe Gestalter und Entscheider, so kann man keine erfolgreiche Politik betreiben. Bitte hören Sie endlich auf echte Ingenieure! Dann kann man realistische, und vor allem nachhaltige Projekte auch verwirklichen. Spätestens der Klimawandel und die Ressourcenproblematik bzw. die damit verbundenen wirtschaftlichen Implikationen werden zum Umdenken zwingen.

Steffen Schneider am :

Grundlage einer jedweden Verkehrs- und Straßenplanung ist ein Bestandsaufnahme der Fahrzeugverkehrs bzw. eine Verkehrszählung mit einer Prognoseberechnung (z.B. bis 2025). Es gibt eine sogenannte Straßeninformationsdatenbank, in der die derzeitige Verkehrsbelastung abgebildet ist und in der sich jeder informieren kann. Sicher ist es möglich, Straßenquerschnitte zurück zu bauen. Aber wo soll der Verkehr, der die Freiheitstraße befährt, denn bitte künftig fahren? Er wird sich einen Weg suchen, und die Leidtragenden werden dann Anwohner an anderer Straßen sein. Eine Bitte noch an die Verantwortlichen der Stadt Remscheid: Straßen sollten bitte durch Verkehrsingenieure beplant werden und nicht durch Architekten! Grüße eines Verkehrsplaners an alle Mitlesenden! PS: Ich habe nichts gegen Grün im Verkehrsraum, ganz im Gegenteil, doch bitte sollten die verkehrlichen Fakten gut abgewogen werden mit den Auswirkungen, die sich durch solche Planungen an anderer Stellen auswirken! Bitte über den sogenanten Tellerand hinausschauen! Nicht zu vergessen, die Freiheitstraße ist eine Bundesstraße (B229)!

Herbert Winselen am :

Lieber Herr Schneider, ich gebe Ihnen recht. Richtig ist aber auch: Die Freiheitstraße ist/war bedingt durch die Baustellen bereits nur auf einer Spur je Richtung befahrbar. Der Praxistest wurde also bereits erfolgreich absolviert. Es spricht also nichts gegen eine ÖV-Spur! Wie Sie wissen, kann davon ausgegangen werden, dass der Verkehr sich bei einem Fahrstreifenwegfall verlagern wird. Bestenfalls wird ein modal shift erreicht (bei umfassenden Maßnahmen). Bitte bedenken Sie auch, dass die planerischen Instrumente und gesetzlichen Vorgaben vor allem dem Autoverkehr dienlich sind, da sie aus einer Zeit der autoorientierten Planung stammen. Von einer umfassenden, integrierten Planung kann bei den "alten" Verfahren und Richtlinien oftmals noch keine Rede sein. Aber das nur zur Ergänzung ;-)

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