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GU: Stadt will alle Schulformen in die Pflicht nehmen

Zahlreiche Mitglieder der „Elternarbeitsgemeinschaft zum gemeinsamen Schulunterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern“ nahmen gestern an der Sitzung des städtischen Behindertenbeirates teil. Die „GU Remscheid“ hatte sich erst kürzlich gebildet, nachdem für elf behinderte Grundschülerinnen und -schüler, die vom Schuljahr 2009/2010 an in der Sekundarstufe I weiterhin mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden sollten, nur acht Plätze zur Verfügung standen und deshalb ein Losverfahren über die Zukunft dieser Kinder entscheiden sollte. Dagegen hatte im März Jürgen Gottmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft protestiert und im April Herbert Güthe, der Vorsitzende des Remscheider Behindertenbeirates: Alle Remscheider Schulen müssten barrierefrei und behindertengerecht sein. Das aber lässt sich aus Kostengründen wenn überhaupt, nur langfristig erreichen. Die Sprecherinnen der Elterninitiative formulierten es daher gestern so: In jedem Remscheider Stadtteil müsste zumindest eine Schule in jeder Schulform den gemeinsamen Unterricht (GU) von behinderten und nichtbehinderten Kindern anbieten. Ein Ziel, das sich auch Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz gesetzt hat, wie er gestern erklärte: „Wir müssen alle Schulformen in die Pflicht nehmen.“

Derzeit wird in Remscheid „GU“ lediglich in zehn Kindertagesstätten, vier Grundschulen und zwei Hauptschulen angeboten. Unter der Überschrift „Hohe Dunkelziffer behinderter Schüler an Gymnasien?“ hatte der Waterbölles bereits im November 2008 Zahlen dazu aus einer Vorlage der Verwaltung genannt. Danach sollen GU-Klassen möglichst klein gehalten werden (15 nichtbehinderte und fünf/sechs behinderte Kinder), wie gestern noch einmal Erden Ankay-Nachtwein (SPD) betonte. Ein Empfehlungswert, der personelle (Einsatz zusätzlicher Sonderpädagogen) und räumliche Konsequenzen hat, wobei das eine die Aufgabe des Landes ist und das andere die der Stadt Remscheid als Schulträger.

Über das Ergebnis intensiver Gespräche der Verwaltung mit Schulrätin und Schulleitern hatte Burkhard Mast-Weisz bereits am 3. April im Waterbölles berichtet: „Die Hauptschule Wilhelmstraße wird für das kommende Schuljahr die Einrichtung von zwei Integrativen Lerngruppen beantragen und diese – nach Genehmigung – in zwei Klassen beschulen. Der Antrag wird vom Schulamt für die Stadt Remscheid befürwortet. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bezirksregierung Düsseldorf könnten dann alle elf geeigneten Schülerinnen und Schüler im kommenden Schuljahr aufgenommen werden. Für die zunehmende Anzahl von Kindern, die ab dem kommenden Schuljahr aus dem Gemeinsamen Unterricht in der Primarstufe nach Klasse 4 in die Sekundarstufe I wechseln wollen, müssen jedoch ab dem Schuljahr 2010/2011 unbedingt weitere Schulen gefunden werden, die Integrative Lerngruppen einrichten. Integration ist eine Aufgabe für alle und sollte deswegen in allen Schulformen stattfinden.“

Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz.Die gute Nachricht, mit der der Stadtdirektor und Sozialdezernent gestern nun die Elterninitiative überraschte: „Die Bezirksregierung in Düsseldorf hat mir heute bestätigt, dass die Plätze genehmigt sind! Darüber bin ich froh. Das ist die Nachricht, auf die die Eltern seit April gewartet haben!“ Damit sei aber nur das akute Problem für das kommende Schuljahr gelöst. Vom Schuljahr 2010/2011 am müssten unbedingt weitere Schulformen GU im Angebot haben. Mast-Weisz: „Für September haben wir einen Termin in Wuppertal vereinbart, um zu erfahren, welche Erfahrungen man dort mit dem GU gemacht hat.“ Behinderte Kinder müssten vom Kindergarten an eine Bildungschance in Remscheid haben – ein Ziel, das angesichts der Finanzlage der Stadt „nicht ganz einfach zu erreichen“ sei.

Einschränkend bemerkte der Stadtdirektor, es werde auch künftig richtig und sinnvoll sein, dass behinderte Kinder aus Remscheid auswärtige Sonderschulen besuchten. Denn dort könnten sie entsprechend ihrer Behinderung besser und intensiver betreut werden. Herbert Güthe: „Lange Zeit hieß es, das seien insgesamt 80 Kinder. Inzwischen wissen wir, es sind 200!“ Von diesen könnten sicherlich manche am GU in einer weiterführenden Schule in Remscheid teilnehmen, wenn dieser denn angeboten würde.  Mast-Weisz: „Die Schulleiter sind dazu bereit. Allerdings unter ‚zu klärenden Voraussetzungen’!“ Damit waren die Raum- und Personalfragen gemeint.

Die Sprecherinnen der Elterninitiative wiesen darauf hin, dass im nächsten Jahr in weiterführenden Schulen in Remscheid mindestens 20 GU-Plätze benötigt würden. Otto Mähler (SPD): „Politik, Verwaltung und Eltern müssen hier an einem Strang ziehen!“ Und Mast-Weisz: „Wir stehen hier unter einem hohen Druck!“ – „Stimmt!“, klang es aus den Zuschauerreihen. Denn auch dort weiß man, dass die Bundesregierung kürzlich das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen  der Vereinten Nationen  ratifiziert hat, wonach die Vertragsstaaten Menschen mit Behinderungen „ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen gewährleisten“.

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Kommentare

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Marina Lpphardt am :

Es kann nicht angehen, nur weil das Land und die Stadt kein Geld haben, dass behinderte Kinder aus Remscheid ausgegrenst werden. Nur weil sie mehr Hilfe brauchen, obwohl sie es schaffen könnten, wenn genug Schulen bereit, wären es zu wagen. Es ist viel a Arbeit, aber es wird sich lohnen, man muss umdenken, da es immer mehr werden. Egal, ob es jetzt sich um sozial gestörte kinder handelt oder lernbehinderte. Es sollten sich auch mehr Gesamtschulen dafür einsetzen, da viele dieser kinder in bestimmten Bereichen mehr leisten könnten, als viele denken.

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