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Bei Stromausfall ist der Kunde der Dumme

Ein Unglück kommt selten allein. Am Mittwoch, 5. Juli, fiel auf dem Hohenhagen in Remscheid gegen 9 Uhr für ca. 15 Minuten der Strom aus. Die Ursache war nach Angaben von Anja Fink von der EWR GmbH (Stadtwerke Remscheid) die Beschädigung eines 10-KV-Kabels bei Tiefbauarbeiten der Fa. Strabag AG im Ortsteil Überfeld. Das hat mich 440,95 Euro gekostet (die die Hausratversicherung nicht übernimmt, weil es sich um kein Gewitter handelte). Und weil der eine beharrlich schweigt und der andere eine Haftung ablehnt, werde ich das Ganze wohl am besten vergessen, bevor ich mich schwarz ärgere. Es sei denn, ein Jurist weiß Rat. Die Geschichte in der Langfassung:

Nachdem der Strom wieder da war, stellte ich fest, dass  (infolge Überspannung?) in unserem Haus zwei elektrische Geräte ausgefallen waren: Die Alarmanlage (Reparatur 154,07 Euro) und das TDSL-Modem für Telefon und Internet (Reparatur 183,28 Euro). Doch auch, nachdem ein neues Modem installiert war, blieb das Internet für meinen PC unerreichbar. Es dauerte eine Weile, bis ich darauf kam, dass der Netzwerk-Router sein „Gedächtnis“ verloren hatte. Aber zum Glück erinnerte ich mich an ein Backup der Konfigurationsdatei in einem Unterverzeichnis des PC. Also nichts wie das wieder aufspielen, und schon konnte die Arbeit am „Waterbölles“ weitergehen.

Danach hatte ich mit Anja Fink von der EWR GmbH drei freundliche Telefongespräche (Motto: „Verbindlich im Ton aber hart in der Sache“) und bekam es anschließend auch schriftlich: Ein Verschulden unserer Mitarbeiter oder unserer Gesellschaft lag nicht vor; der Schaden war auch nicht vorhersehbar. Eine Schadensersatzpflicht unserer Gesellschaft besteht bei derartigen Stromausfällen nicht, da die Allgemeinen Versorgungsbedingungen für Belieferung mit elektrischer Arbeit (AVB) - diese Verordnung ist in der gesamten Bundesrepublik gültig - eine Haftung ausschließen.“ Die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung aus dem Versorgungsnetz der EWR GmbH“ lag bei. Der Paragraph 6 dieser Verordnung beginnt ganz hoffnungsvoll: „Für Schäden, die ein Kunde durch Unterbrechung der Elektrizitätsversorgung oder durch Unregelmäßigkeiten in der Elektrizitätsbelieferung erleidet, haftet das ihn beliefernde Elektrizitätsversorgungsunternehmen im Falle …“ (um es abzukürzen … von Personen- oder Sachschäden), „… es sei denn“ ( und dann werden alle Eventualitäten bis auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen). Der hoffnungsvolle Satz am Anfang wird dadurch ad absurdum geführt. Produkthaftung schließen die Stadtwerke in einem solchen Fall aus.

Ein Unglück kommt, wie gesagt, selten allein. In diesem Fall in Gestalt der Telekom-Rechnung für den Monat Juli. Da waren für den TDSL-Anschluss 103,60 Euro berechnet, die mich stutzig machten. Denn ich gehe über eine TDSL-Flatrate von 1&1 ins Internet und habe nur noch das Telefon bei der Telekom gemeldet. Also Anrufen und Nachfragen! Was stellte sich heraus: Das Backup für den Netzwerk-Router enthielt nicht die nötigen Einwahldaten für 1&1, sondern die (älteren!) für die Call-by-Call-Einwahl über die Telekom. Natürlich korrigierte ich die Daten sofort, muss aber auch für die ersten August-Tage noch mit ärgerlichen Telekom-Kosten rechnen. Die bis jetzt aufgelaufenen Ausgaben von 440,95 Euro sind ja schon ärgerlich genug.

Die freundliche Mitarbeiterin der Stadtwerke hatte ich gefragt, ob die EWR den Schadensverursacher in einem solchen Fall ungeschoren davon kommen lassen oder in Regress nehmen. Letzteres sei der Fall, bestätigte sie meine Vermutung. Mit anderen Worten: Nur die Kunden der Stadtwerke gucken bei Schäden durch Stromausfall in die Röhre, die Stadtwerke selbst sind abgesichert.

Ich könne es ja mal bei der STRABAG AG, Niederlassung Leverkusen versuchen, meinte Anja Fink. Hab` ich getan. Schriftlich. Mit Datum vom 20. Juli. Auf eine Antwort warte ich heute noch.

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