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Die Feuerwehr ist kein Ausbildungsbetrieb

Als am 21. August 2006 im Hauptausschuss die städtische Gleichstellungsbeauftragte  Christel Steylaers den jüngsten Frauenförderplan vorlegte, beschäftigte sie sich auch mit der Remscheider Feuerwehr. Die sei  nach wie vor „völlig „frauenfrei“. Christel Steylaers  empfahl Feuerwehrleiter Guido Eul-Jordan daher „dringend, ein Konzept zur Gewinnung von weiblichen Nachwuchskräften zu erstellen“. Der Waterbölles hat bei ihm nachgefragt.

Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan sieht die Angelegenheit gelassen: „Es ist gut, wenn sich die städtische Gleichstellungsbeauftragte in der Verwaltung um gleiche Berufschancen für Mann und Frau bemüht.“ Aber zu jeder Zeit sei die Remscheider Wehr denn doch nicht „frauenlos“ gewesen. „Zu unseren Führungskräften gehörte bis vor einigen Jahren auch eine Bauingenieurin; sie arbeitete im vorbeugenden Brandschutz und als Einsatzleiterin, bis sie in den Mutterschutz ging.“ Und das zweimal hintereinander.

Die technischen Voraussetzungen für die Beschäftigung von Frauen erfüllt die Remscheider Feuerwehr (getrennt Duschen und Toiletten). Und auch Bereitschaft, bei gleicher Qualifikation Frauen einzustellen, sei vorhanden, betont Eul-Jordan. Bei allen Bewerbungsgesprächen sei im Übrigen die Gleichstellungsbeauftragte dabei. Und tatsächlich gebe es auch Bewerbungen für Frauen, allerdings wenige, fast auf jede Stelle im mittleren, gehobenen oder auch höheren Feuerwehrdienst, die ausgeschrieben werde. Denn bekanntermaßen beschäftige das deutsche Handwerk wesentlich weniger Frauen als Männer. Und eine handwerkliche Ausbildung sei nun einmal die Grundvoraussetzung für die Einstellung als Feuerwehrmann/-frau. Hinzu kommt ein nicht gerade leichter Sporttest. Und daran sind in Remscheid Bewerberinnen bis heute allesamt gescheitert.

In früheren Jahren beteiligte sich die Remscheider Feuerwehr am „Girl’s Day“, in diesem Jahr nicht. Der Grund: Die Wehr war ausgelastet durch zusätzliche Einsatze und Übungen im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft. Hinzu kam ein „Tag der offenen Tür“. Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan: „Beim ‚Girl`s Day“ können wir nur theoretisch aufzeigen, dass Frauen auch Männerberufe ausüben können. Aber wir bieten ja selbst keine Ausbildung an und auch kein Praktikum; wir können folglich beim ‚Girls` Day’ mit echten Ausbildungsbetrieben nicht konkurrieren.“

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Chronist am :

Ohne dass sich auch nur ein Ratsmitglied vorher zu Wort gemeldet hätte, dafür aber ohne Gegenstimmen und Enthaltungen billigte der Rat der Stadt heute den Bericht der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Christel Steylaers zum Frauenförderplan 2002. Oberbürgermeisterin Beate Wilding bedankte sich bei ihr für gute Arbeit.

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