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Gegensätzliche Interessen erschweren die Umgestaltung

Von li. n. re.: Dieter Orth, Vorsitzender des Hastener Verkehrsvereins,Gerhard Röttger, Vorsitzender der IG Hasten, Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein. Foto: Lothar KaiserDas war schon recht ungewöhnlich: Niemand widersprach, als ein einzelner Teilnehmer an der Informationsveranstaltung der Stadt zu den Umbauplänen für den Richard-Lindenberg-Platz auf Hasten erklärte, er werde erst ganz zum Schluss sprechen. Dabei hatte er sich in der lebhaften Diskussion zunächst zu Wort gemeldet. „Sagen Sie jetzt, was Sie zu sagen haben“, wäre die richtige Antwort gewesen, die Gerhard Röttger, Vorsitzender der IG Hasten, darauf hätte geben können. Doch der resolute ältere Herr, der sich da am Mittwochabend das Wort selbst für einen späteren Zeitpunkt erteilte, war vielen im Saal als jemand bekannt, der sich nicht scheut, auch mal „gegen den Strom zu schwimmen“, vor allem aber, als jenen, ohne dessen Mitwirkung es nicht gelingen kann, dem Platz auf Feld zu einer größeren Aufenthaltsqualität zu verschaffen: Georg Gast.  Foto: Lothar KaiserIhm gehören die beiden Gebäude auf der linken Seite des Platzes – das frühere Stahllager Südwestfalen mit seinen eingeschlagenen Fensterscheiben und das im Obergeschoss leerstehende Miethaus daneben. Beide wurden am Mittwoch von verärgerten Bürgerinnen und Bürgern (nicht zum ersten Mal) als „Schandfleck“ und „Bauruinen“ bezeichnet. Aber nicht nur Georg Gast war gemeint, als Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein betonte: „Es kann nicht sein, dass die Öffentliche Hand viel Geld ausgibt und die Privateigentümer nichts tun!“

Viel Geld, das heißt in diesem Fall: 70 Prozent von 365.000 Euro. Die erklärte der Strukturausschuss des Regionalrates bei der Bezirksregierung Düsseldorf am 27. November 2008 für förderfähig zur Neugestaltung des Lindenberg-Platzes im Jahre 1011. Woher die fehlenden 109.500 Euro kommen sollen, fragte/sagte gestern niemand. Lediglich der zehnprozentige Anteil der Stadt ist gesichert. Von den 20 Prozent, die Privatleute beisteuern sollen, ist man jedoch noch weit entfernt. Da müssen IG Hasten und Verkehrsverein wohl noch lange und laut "trommeln".

Schon der jetzige Stand der Planungen wäre ohne das finanzielle Engagement von Hastener Bürgern und Vereinen nicht erreichbar gewesen. Dafür bedankte sich Oberbürgermeisterin Beate Wilding ausdrücklich. Die Spenden machten es möglich, in den Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros die3 LA, Bonn, Änderungsvorschläge der Bürger und Einzelhändler einzuarbeiten. Die hatten – relativ spät – im Februar 2008 die zwanzig Parkplätze auf dem bis dahin autofrei geplanten Lindenberg-Platz, für „unverzichtbar“ erklärt. Daraufhin weist der neue Plan dort nun wieder zehn Kurzzeit-Parkplätze aus. „Zu wenig“, kritisierten gestern zwei Einzelhändler. Sonnenschein dazu: „Alles kriegen wir nun mal nicht hin!“ Man müsse auch an die Fußgänger denken. Und an das eigentliche Ziel der Umgestaltung, sei hier angemerkt: Die höhere Aufenthaltsqualität. Und schließlich müssen auch die Einzelhändler an der Alleestraße ohne Parkplätze vor ihren Geschäften zurecht kommen.

Aus der gestrigen Präsentation: „Eine gemeinschaftlich getragene Planung mit den Anwohnern, Gewerbetreibenden und Eigentümern soll im besonderen Umfang private Investitionen in den angrenzenden Gebäuden und Geschäften auslösen, die durch die öffentliche Unterstützung nur flankiert werden können.“

Wohl auch, um erst gar keine falschen Hoffnungen zu wecken, die Landesmittel dienten der Förderung des Einzelhandels, machte der Stadtplaner darauf aufmerksam, dass es ohne eine Rahmenplanung für das Umfeld des Platzes gar keine Fördermittel geben würde. Deshalb sei auch daran gedacht, den Eingang zur „Trasse des Werkzeugs“ auf der dem Platz gegenüber liegenden Seite der Hastener Straße erkennbarer als bisher zu gestalten, eventuell durch einen Querstreifen auf dem Straßenasphalt in der gleichen Farbe wie der neue Asphalt des Platzes. Als Beispiel nannte Sonnenschein die Farbgestaltung des Pirnaer Platzes am neuen „Brücken-Center“.

Der neu gestaltete Platz mit zehn Parkplätzen vor den Geschäften und direktem Übergang zur Trasse des Werkzeugs.Zum neuen Lindenberg-Platz soviel: Eingerahmt links und rechts durch begrünte Pergolen von 2,50 Meter Höhe (Einwand einer Einzelhändlerin: „Dann sieht man unsere Werbung ja gar nicht mehr!“). An der Spitze (Richtung Sparkasse) mit dem Richard-Lindenberg-Denkmal als Blickfang – auch dies nur mit Hilfe einer privaten Spende möglich. Womöglich angesichts der vorgetragenen Bedenken (Einzelinteressen) betonte Gerhard Röttger, Vorsitzender der IG Hasten, die Planung sei noch nicht abgeschlossen, weitere Änderungswünsche könnten aufgenommen werden. Aber man möge dies doch bitte auch als „einmalige Chance“ betrachten, die so schnell nicht wiederkomme. „Die Neugestaltung des Platzes darf nicht ein Kleinkariertheit scheitern!“

Und so sah der Lindenberg-Platz früher aus.Leider war der Abend kein Garant dafür, dass nicht genau das doch noch passiert. Georg Gast, letzter Redner des Abends, verriet jedenfalls nicht, ob und wann er seine Gebäude abreißen oder renovieren wird. Er weiß seit dem 3. Juli, dass die Stadt nicht in der Lage ist, Teile seines Grundstücks zu erwerben. Seinen Vorwurf an die Baubehörde, ihm sei bislang die amtliche Baufluchtlinie nicht genannt worden, nannte Hans Gerd Sonnenschein „hanebüchen“: „Herr Gast, die Straßenfluchtlinien kennen Sie. Sie können morgen anfangen zu renovieren!“ Ein Verkauf der Immobilien an die Stadt wäre Gast lieber gewesen. Zu welchem Preis? Als Datenschutzgründen konnte Sonnenschein hier nicht ins Detail gehen. Nur soviel: „Die Verhandlungen haben zu keinem Ergebnis geführt!“

Trackbacks

Waterbölles am : Neugestaltung des Richard-Lindenberg-Platzes weiter unklar

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Schon einmal, am 21. August 2009, ging es in einer Sitzung der Bezirksvertretung Alt- Remscheid im Werkzeugmuseum um die Neugestaltung des Richard-Lindenberg-Platzes auf Feld. Damals titelte der Waterbölles: „Gegensätzliche Interessen erschweren die Umg

Kommentare

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H. Harro Schmidt am :

Ich kann den Kollegen vom Hasten nur raten, sich mit aller Kraft für den Erhalt ihrer Parkplätze auf dem Lindenberg-Platz einzusetzen.Geradezu absurd mutet der Vergleich des Waterbölles an, dass ja auch die Händler von der Alleestrasse ohne Parkplätze vor den Geschäften zurecht kommen müssten. Die kommen nämlich nicht (mehr) zurecht. Die Abteilung von Herrn Sonnenschein müsste aus den Genehmigungsverfahren für die diversen Discounter gelernt haben, dass Einzelhandel ohne Parkplätze nicht funktioniert. Allee-Center, Kaufland, Edeka und Lidl am Hasten, Lidl an der Schüttendelle, Plus auf Güldenwerth... Wo auch immer Märkte angesiedelt werden, werden grossflächige Parkmöglichkeiten direkt vor der Tür eingeplant. Und das aus gutem Grund. Ohne Parkplatz kein Handel. So einfach ist das. Am Lindenberg-Platz Parkpläze zu streichen (und der Alleestrasse die Befahrbarkeit zu verweigern) schadet dem vorhandenen Einzelhandel und fördert den Verdrängungswettbewerb zu Gunsten der Discounter. Das mag städteplanerisch bedauerlich sein, entspricht aber den Realitäten. Es wäre schoen, wenn sich diese Erkenntnis bei Verwaltung und Politik endlich einmal durchsetzen würde.

Michael Dickel am :

Ich will Ihnen ja nicht in den Rücken fallen, aber die Frage ist doch erlaubt, ob die Stadt die Parkflächen der von Ihnen genannten Handelsketten gebaut und bezahlt hat. Sie haben ja völlig Recht, dass der Präsenzhandel Parkflächen braucht und deshalb selbst vorhält. Aber ich frage mich doch, warum nach Ihrem Denken der Handel zum Beispiel auf der Schildergasse in Köln funktioniert und in Remscheid nicht. Auch dort gibt es keinen Fahrzeugverkehr, keine Überdachung und auch keinen Spielplatz, wie von der CDU mal angeregt. Sie haben Recht, wenn Sie eine Gefahr für den Handel am Hasten sehen, weil öffentlicher Parkraum verschwinden soll, aber - obwohl selbst Einzelhändler (aber eben auch mal fünf Jahre Kommunalpolitiker) ich sehe die Stadt nicht in der Pflicht.

H. Harro Schmidt am :

Sehr geehrter Herr Dickel, keine Sorge: Den Austausch sachlicher Argumente empfinde ich nicht als "in den Rücken fallen". Ihre Gegenfrage geht aber meiner Meinung nach am Thema vorbei. Mir ging es darum, am Beispiel der Verbauchermärkte klar zu machen, wie wichtig Parkpläetze in unmittelbare Nähe für den Handel sind. Wenn für die Umgestaltung des Lindenberg-Platzes noch Sponsoren (auch aus dem ansässigen Händlerkreis) gesucht werden, dann erwartet man offensichtlich, dass der künftige Wegfall von Parkplätzen von den Betroffenen auch noch mitfinanziert wird. Es würde mich sehr wundern, wenn die Kollegen das mitmachen. Die Pflicht der Stadt(-planung) sehe ich darin, die für den Handel erforderliche Infrastruktur zu erhalten (Lindenberg-Platz) bzw. zu schaffen (z.B. Alleestr.). Es ist kein Geheimnis, dass mein persönliches Interesse natürlich der Alleestrasse gilt, und die Randbemerkung des Waterbölles ein dankbarer Aufhänger. Warum die Alleestr. im Vergleich zur Kölner Schildergasse nicht funktioniert, dazu habe ich mich an anderer Stelle mehrfach geäussert und möchte hier nicht durch Wiederholung langweilen. DASS die Alleestrasse nicht (mehr) funktioniert, wurde ja auch von den Gegnern der probeweisen Öffnung bestätigt. Nur fehlt es an erfolgversprechenden Alternativen...

Chronist am :

In der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid verband Otto Mähler (SPD) seinen Dank an die aktiven Mitglieder der IG Hasten und des Verkehrsvereins mit einer Mahnung: "Wenn wir jetzt keine Neugestaltung des Platzes hinbekommen, dann wird daraus auf lange Jahre nichts!"

Chronist am :

Was machen die Planungen zum Richard-Lindenberg-Platz in Hasten, will die SPD in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt Remscheid am 31. August von der Verwaltung wissen. In entsprechenden Antrag heißt es: „Lebendige Stadtteile sind neben dem Zentrum ein Teil des Herzens einer jeden Stadt, da hier das Leben im unmittelbaren Wohnumfeld stattfindet. Die Diskussion um die Umgestaltung des Richard-Lindenberg-Platzes darf deshalb nicht aus den Augen verloren werden.“

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