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Verwaltung informierte Rat über Aus für Intendantin

Nachfolgerin von Helga Müller-Serre als künstlerische Leiterin und Intendantin des Teo Otto Theaters wurde im Mai vorigen Jahres Dorothee Stürmer. Zuvor, seit Juni 2004, war sie an die Stadt mit einem Werksvertrag gebunden. Damals hatte sie Beate Schüler und Alexandra Schmidt abgelöst, die auf Müller-Serre gefolgt waren. Hintergrund: Bis Mai 2008 war Stelle über viereinhalb Jahren „blockiert“; so lange hatte die Stadt Müller-Serre noch ein Gehalt zahlen müssen. Dass Dorothee Stürmer danach einen bis 30. April 2010 befristeten Zwei-Jahres-Vertrag erhielt - „offenbar gegen den Willen und die Pläne von Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann“, wie es damals im RGA hieß - wurde mit „erheblichen Kommunikationsproblemen“ in Zusammenhang gebracht. Heute nun berichtete die Verwaltung in nichtöffentlicher Ratssitzung, dass es Dorothee Stürmer wie Helga Müller-Serre ergeht: Sie bekommt zwar noch Gehalt, muss in der verbleibenden Vertragszeit (nach dem 31. Oktober) aber nichts mehr dafür leisten. Bis nächsten Frühjahr ist sie freigestellt. Zu groß waren offenbar die „künstlerischen Gegensätze“, die Christian Henkelmann schon vor Vertragsbeginn gestört hatten. Damit hat das Teo Otto Theater zwar keine Leiterin mehr, wenn die neue Saison beginnt. Aber Henkelmann zeigte sich dem Rat gegenüber zuversichtlich, die Vakanz überbrücken zu können. Wie lange? Womöglich für immer. Nicht ausgeschlossen, dass es die Stelle in dieser Form im nächsten Jahr gar nicht mehr geben wird …

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Kommentare

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Thomas Brützel am :

Besser kann man nicht beweisen, für wie überflüssig der Kulturausschuss von Verwaltung und Politik gehalten wird. Anstatt eine der wichtigsten kulturpolitischen Personalien zu besprechen, wurde der Kulturausschuss für Dienstag abgesagt und (natürlich) nur der Hauptausschuss informiert. Dieses Verhalten zieht sich seit Jahren durch fast alle wichtigen kulturpolitischen Entscheidungen. Wenn man ihn nicht achtet, sollte man den Kulturausschuss besser abschaffen!

Harald Fetsch am :

Ich bin verwundert, dass, obwohl erhebliche Kommunikationsprobleme mit dem Dezernenten bekannt waren, Frau Stürmer eingestellt wurde. Zu guter Leitung und Mitarbeiterführung gehört auch, dass Mitarbeiter einer Abteilung zusammen passen. Sonst sind Konflikte und Reibungsverluste vorhersehbar. Positiv sehe ich die Form der jetzigen Trennung. Die Umgangsformen in der Stadtverwaltung haben sich anscheinend verbessert. In der Ära Schulz-Müller wäre vermutlich Frau Stürmer fristlos gekündigt worden. Mit anschließendem langen Arbeitsgerichtsprozessen und anschließend erheblichen Nachzahlungen. Jetzt ist zwischen den Beteiligten eine Vereinbarung getroffen worden. Spannend wird es jetzt natürlich, wie es mit dem TOT weitergeht.

Chronist am :

Henkelmann erklärte in der Ratssitzung: „Ich übernehme ab sofort - wieder einmal (dies war bereits nach der Suspendierung von Frau Müller-Serre der Fall und war bekanntlich auch der Fall während einer längeren Erkrankung von Frau Stürmer) - die Leitung des Theaters. Mit Unterstützung der hochmotivierten Mitarbeiterschaft im Theater habe ich mich bereits mit der Planung für die übernächste Spielzeit 2010/11 beschäftigt.“

Chronist am :

Um den Spielplan in der neuen Theatersaison kümmert sich der städtische Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann. Weil die Stelle des Intendanten/der Intendantin (noch) nicht neu besetzt ist. Und auch die Pressestelle des Theaters ist weiterhin verwaist. "Auf Dauer nicht haltbar", befand in der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses der Vorsitzende Karl Heinz Humpert (CDU). Schließlich sei der Beigeordnete auch noch für die Bauverwaltung zuständig. Henkelnmann gab ihm recht: "Das Theater braucht auf die Dauer ein Gesicht." Noch aber sei keine konkrete Aussage möglich. Das Teo Otto Theater sei ein "funktionierendes Gastspielhaus", das mit einem relativ kleinen Jahresetat von 700.000 Euro viel auf die Beine stelle, betonte der Beigeordnete. Allerdings seien 120 Veranstaltungen im Jahr bei nur sieben Bühnenarbeitern "grenzwertig".

Klaus Kowakowski am :

Warum nicht endlich Nägel mit Köpfen? Was spricht dagegen, das Teo-Otto-Theater komplett einer seriösen Event-Agentur zu übertragen und damit endlich einen permanent personellen Zankapfel loszuwerden und gleichzeitig nicht nur immerwährende Subventionen zu beeenden, sondern endlich durch attraktive Veranstaltungen angemessene Besucherzahlen zu erreichen? Warum wieder und wieder an alten Zöpfen hängen (bleiben) und naheligende Möglichkeiten - nach der bekannten Regel: "das haben wir immer so gemacht" - ausser acht lassen? Scheitert wieder einmal eine mutige und richtige Entscheidung nicht am Können, sondern am Wollen?

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