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Unbefristete Genehmigung für muslimische Jungen-Freizeit

Das Landesjugendamt Rheinland wird dem muslimischen „Remscheider Bildungs- und Kulturverein" eine unbefristete Betriebserlaubnis für Wochenend- und Ferienbetreuung von Kindern und Jugendlichen in seiner Moschee-Anlage Kremenholler Straße 24 (Foto rechts) erteilen. Das kündigte in der heutigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses Martin Schwertner an, Sozialarbeiter des Landschaftsverbandes Rheinland. Er hatte den entsprechenden Antrag des Vereins zuvor in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Remscheid geprüft. Schwertner dazu vor dem Ausschuss: „Es gibt in Nordrhein-Westfalen zehn vergleichbare Betriebsstätten muslimischer Vereine. Aber in keiner Stadt war der Einsatz des örtlichen Jugendamtes so intensiv wie in Remscheid!“

Kremenholler Straße 24-26: Künftig Übernachtungsmöglichkeiten für 24 Koran-Schüler. Foto: Lothar KaiserIm Juni 2006 hatte der Verein dem Jugendamt angezeigt, dass er regelmäßige Wochenend- und Ferienfreizeiten plane. „Dies war der Beginn eines mehrjährigen Diskussions-, Planungs- und Entwicklungsprozesses“, steht darüber in der Mitteilungsvorlage der Verwaltung an den Jugendhilfeausschuss. Die Grundlage für die jetzt anstehende Betriebserlaubnis durch das Landesju­gendamt bilden die „Grundprinzipien für muslimische Träger in der Ju­gendhilfe". Sie beschreiben u. a. die Mindeststandards und die Rahmenbedingungen für die mit den Anbietern verbindlich zu vereinbarenden Maßnahmen. Im September vergangenen Jahres hatte der Verein die Baugenehmigung für die Nutzungsänderung seiner Räume er­halten. Danach hatte der Verein dem Landesjugendamt und dem Ju­gendamt der Stadt die Vereinssatzung und die Führungszeugnisse des Vorstandes vorgelegt sowie die Rahmendaten der geplanten Freizeiten (Aufsichtspersonen, Zielgruppe, Teilnehmergebühren), das Raumprogramm (vier Schlafräume mit jeweils sechs Betten, Sanitärräume, eine Küche mit Speisesaal, zwei  Gruppenräume, ein Computerraum mit mehreren PC, ein  Gebetssaal, ein Freizeitraum und ein kleiner Garten mit Grillplatz), das Personal (Erfahrung/Qualifikation, Führungszeugnisse, Deutschkenntnisse) und das Konzept (Zielsetzungen, integrationsfördernde Maßnahmen, Tagesablauf etc.). Der Tagesablauf der Freizeiten beinhaltet, wie ein Sprecher des Vereins heute ausführlich erläuterte, Religionsunterricht, sprach­liche und schulische Förderung sowie Freizeitangebote.

Aufgrund einer nach eingehenden Gesprächen befristet erteilten Betriebserlaubnis des Landesjugendamt veranstaltete der Verein vom 13. Juli bis 2. August als Pilotprojekt eine Ferienfreizeit für zwanzig Jungen türkischer Herkunft im Alter von zwölf bis 18 Jahren.  Die Verwaltung: „Für diesen Zeitraum liegen keine Anhaltspunkte vor, die an einer Trägereignung zweifeln lassen. Zudem wurden seitens des Trägers erhebliche Anstrengungen unternommen, wesentliche Verbesserungen der Räumlichkeiten zu erzielen und eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen. Die Vorgaben des Bauordnungsamtes der Stadt Remscheid wurden in vollem Umfang erfüllt. (…) Es gab während des Ferienangebots zwei unangemeldete Besuche des Remscheider Jugend­amts, bei denen es keinerlei Beanstandungen gab. (…) Das Jugendamt wird den Remscheider Bildungs- und Kulturverein bezüglich der Wochenend- und Ferienfreizeiten begleiten. Dies dient einerseits der Wahrnehmung des ‚staatlichen Wächteramtes’, andererseits der Unterstützung des Vereins bei der Förderung der Integration der jungen Teilnehmer.“

Im Konzept der Wochenend- und Ferienfreizeiten heißt es zum täglichen vormittäglichen Religionsunterricht von anderthalb bis 2,5 Stunden Dauer: „Viele muslimische Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund kennen ihre Religion nicht richtig. Diesem Umstand kann weder das Elternhaus Abhilfe leisten, da viele Eltern kaum über religiöse Bildung verfügen; noch gibt es in den öffentlichen Schulen regulären islamischen Religionsunterricht entsprechend dem Beispiel des evangelischen und katholischen Religionsunterrichts. Mit dem Wochenend- und Ferienbetrieb ist beabsichtigt, die … Kinder und Jugendlichen … in die Grundlagen der islamischen Religion einzuweisen, ähnlich dem Kommunionsunterricht für christliche Kinder.“ Fünfmal am Tag sieht das Programm Gebete in der Moschee vor, die zu der Anlage gehört, in der auch Hochzeit- und Beschneidungsfeiern sowie muslimische Beerdigungen stattfinden. Es gehe aber keinesfalls darum, eine Parallelgesellschaft aufzubauen, betonte heute der Sprecher des Vereins. Vielmehr solle die Integration gefördert werden durch deutsche Sprachkurse und die Vermittlung ethischer Werte wie Solidarität und Respekt den Älteren gegenüber.

Das Gelände an der Kremenholler Straße hat der 120 Mitglieder zählende „Remscheider Bildungs- und Kulturverein" vom „Verband islamischer Kulturzentren“ (VIKZ) gemietet. Von diesem hatte er sich im Jahre 2006 abgespalten, nachdem der VIKZ „mächtig in die öffentliche Kritik geraten“ war. Daran erinnerte gestern im Jugendhilfeausschuss Ralf Noll vom Stadtteil e.V. (Lindenhof, Honsberg). Dem Dachverband war vorgeworfen worden, er strebe einen muslimischen Gottesstaat an; seine Weltanschauung sei antijüdisch und antiwestlich. Darauf angesprochen, betonte der Sprecher des Vereins gestern: „Auch bei uns gilt das deutsche Recht. Sie können jederzeit vorbeikommen und die Kinder befragen!“

„Die Kinder“, das sind in den Ferien- und Wochenendfreizeiten Jungen – keine Mädchen! Das ließen die Räumlichkeiten nicht zu, sagte der Sprecher. Es gebe aber sehr wohl eine Nachmittagsbetreuung von Mädchen einschließlich Hausaufgabenhilfe. Karl-Richard Ponsar vom Deutschen Kinderschutzbund konnte das nicht ganz nachvollziehen: „Man könnte doch Freizeiten für Jungen und Mädchen abwechselnd veranstalten!?“  Dazu Martin Schwertner vom Landesjugendamt Rheinland: „Die Beschränkung auf Jungen ist eine Entscheidung des Trägers, die wir zu respektieren haben!“

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„Unbefristete Genehmigung für muslimische Jungen-Freizeit“, titelte der Waterbölles am 10. September. An diesem Tag hatte der Jugendhilfeausschuss (JHA) erfahren, dass das Landesjugendamt Rheinland dem muslimischen „Remscheider Bildungs- und Kulturverei

Kommentare

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Klaus Kowakowski am :

Liest sich alles gut und glatt, das mit dem islamischen Internat. Aber das Grummeln im Bauch bleibt. Sicherlich nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen. Warum eigentlich keinen islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache an deutschen Schulen? Warum dieses Separieren? Was tut sich tatsächlich hinter verschlossenen Türen, reine Heilslehre oder was? Dann zur Baulichkeit: Vier Schlaufräume a 15 qm für sechs Personen erinnern an drangvolle Enge von Legebatterien. Feuerschutztüren und Fluchtausgänge nach feuerpolizeilichen Vorgaben, für jeden deutschen Verein zwingende Vorschrift, sind zur Zeit Fehlanzeige. Wird hier wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen?

Erkan Köktas am :

Da ich leider Herrn Kowakowski nicht kenne und die Baulichkeit im Bericht nicht näher beschrieben wird, würde ich gerne erfahren, woher Herr Kowakowski seine Informationen über die Baulichkeiten hat. Leider ist Islam-Unterricht in den Schulen per Gesetz nicht definiert, und wenn das Landesjugendamt dieses Projekt genehmigt, warum muss man dann immer noch alles hinterfragen? Wir sollten langsam versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden, statt alles zu hinterfragen und weitere Probleme hervorzurufen.

Klaus Kowakowski am :

Hinterfragen ist gutes demokratisches Recht und gehört zum Bestand unserer Grundordnung. Und wenn alles eine Ordnung hat, warum sollte dann Hinterfragen Probleme hervorrufen? Aus dem RGA-Artikel "Schule mit streibarem Dach" vom 12. September 2009 sind Merkwürdigkeiten zu entnehmen. So nennt der türkische Verein die Kraftstation als Partner, ohne dass die Verantwortlichen dort auch nur die leiseste Ahnung davon haben. Dann wird behauptet, der Bildungs-und Kulturverein sei seit 2005 "unabhängig." Tatasächlich jedoch ist er nach wie vor Mitglied des VIKZ, der wegen radikal islamischer Aktivitäten unter Beobachtung des Staatsschutzes steht. Hat das alles seine Ordnung, entspricht das der von christlicher Geistlichkeit und Politik leichtfertig bescheinigten "Offenheit?" Ach ja, wenn schon der infrage kommende türkische Verein glatt und eingängig von der Absicht sprich, die deutsche Sprache zu fördern, wie ist das mit Islamunterricht in arabischer Sprache in Einklang zu bringen? Die Räumlichkeiten der Islamschule kenne ich durch persönliche Einsichtnahme zum Beginn des vergangenen Monats.

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