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OB Wilding wirft Düsseldorf "Städtekannibalismus" vor

Vorsitzender Bernhard Grunau. Foto: Lothar Kaiser

„Das lassen wir uns nicht bieten. Uns steht das Wasser hier bis zum Hals, in Düsseldorf dagegen sitzen sie mit dem Hintern im Schmalztopf und wollen uns jetzt noch die Butter vom Brot nehmen", zitiert die Bergische Morgenpost heute Bernd Grunau, Vorsitzender des Marketingrates Innenstadt e.V. und stellvertretender Vorsitzender des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes (REHDV) mit Büros in Düsseldorf, Mönchengladbach, Neuss, Solingen, Velbert und Wuppertal. Remscheid fehlt in der Auflistung, die der REHDV auf einer seiner Internetseiten veröffentlicht hat.  Vielleicht war deshalb auch Raumausstatter Bernard Grunau (Foto) vom internen Informationsfluss seines Verbandes etwas abgeschnitten. Von der Plakataktion der Landeshauptstadt Düsseldorf und des REDHV zur Imageverbesserung der Rheinmetropole – ein Vierteljahr lang sollen ab Oktober in 14 nordrhein-westfälischen Städten 2.000 Plakate zum Einkaufen nach Düsseldorf einladen – hörte Grunau jedenfalls nur zufällig. Empört forderte er für die kommende Woche eine Sondersitzung des Verbandes. Plakate in Remscheid, auf denen zum Shoppinggehen in Düsseldorf aufgefordert wird – für Grunau undenbkbar.

Nicht minder in Solingen, wo Oberbürgermeister Franz Haug die Imagekampagne als „unanständig“ bezeichnet haben soll. Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding hat ihren Kommentar inzwischen schriftlich abgegeben – in einem Brief an ihren Düsseldorer Amtskollegen Dirk Elbers spricht sie gar von „„Städtekannibalismus“. Der Waterbölles dokumentiert das Schreiben nachfolgend:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Elbers,

in einer Pressemitteilung der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH wurde mitgeteilt, dass die Landeshauptstadt Düsseldorf, der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V. (REHDV), die IHK Düsseldorf sowie die Kaufleute der Düsseldorfer Innenstadt beabsichtigen, auf verschiedenen städtischen Werbeflächen, in verschiedenen Städten in der Region sowie in Reisefahrpläne der Deutschen Bahn von Oktober bis Dezember auf die Rheinmetropole als attraktive Einkaufsstadt aufmerksam zu machen. Weiter heißt es: „Werbung ist dringend nötig, denn die Rheinmetropole muss um jeden einzelnen Kunden hart kämpfen.“ Die Kampagne wird im Weiteren näher erläutert: „drei Werbemotive für Großflächenplakate und Litfaßsäulen an neuralgischen Punkten in den Innenstädten sowie Anzeigen in Reiseplänen des Fernverkehrs der Deutschen Bahn wurden in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern des örtlichen Einzelhandels entwickelt und final verabschiedet.“

Der Medienberichterstattung entnehme ich, dass Sie beabsichtigen, diese Kampagne auch in der Remscheider Innenstadt durchzuführen. Die öffentliche Plakatwerbung für den Einzelhandelsstandort Düsseldorf kann ich nur als direkten Angriff auf den Remscheider Einzelhandel werten. In der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise mit den damit verbundenen Auswirkungen auf die lokalen und regionalen Einzelhandelsstrukturen wende ich mich entschieden gegen diese Form des „Städtekannibalismus“.

Die gezielte Werbung in 14 Innenstädten des Regierungsbezirks Düsseldorf richtet sich unmittelbar gegen die vitalen Interessen der betroffenen Städte und Gemeinden. Deshalb kann eine solche Eskalation im Verhältnis der Kommunen unseres Regierungsbezirkes nicht unkommentiert bleiben. Ich fordere Sie in Ihren Funktionen als Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH auf, die beabsichtigte Werbung in den Innenstädten außerhalb Düsseldorfs zu unterlassen. Sie wissen um die prekäre finanzielle Lage der Städte im Bergischen Land, denen kommunalaufsichtlich die Übernahme zusätzlicher freiwilliger Verpflichtungen untersagt ist und die sich somit nicht in einem fairen Wettbewerb mit Mitteln des Stadtmarketings auf Ihre Kampagne reagieren können. Ich bedauere Ihre Vorgehensweise um so mehr, als dass die Stadt Düsseldorf als Gastmitglied der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Bergisch-Land in der Vergangenheit für einen Interessensausgleich zwischen und der ehrlichen Solidarität unter den Kommunen stets ein verlässlicher Partner war. Ich hoffe sehr, dass im Geiste dieser bisherigen Zusammenarbeit meine Reaktion und die Äußerungen meiner Amtskollegen auf die von Ihnen angekündigte Werbekampagnen zu einem Meinungswandel beitragen, um nicht unnötig das traditionell gute Verhältnis Remscheids zu Düsseldorf nachhaltig zu stören.

Der Einzelhandelsstandort Remscheid kann sich dem Wettbewerb mit fairen Mitteln stellen. Der örtliche Einzelhandels- und Dienstleistungsverband, die örtliche Wirtschaft und die Stadt Remscheid arbeiten in Marketingräten zusammen und versuchen gemeinsam – ohne die Inanspruchnahme städtischer Haushaltsmittel – den Standort zu stärken, was durch Sondermärkte und Aktionen in den vergangenen Jahren sehr gut gelungen ist. Die von Ihnen mit einem sechsstelligen Betrag ins Auge gefasste Werbekampagne vermag ich in Kenntnis und Würdigung der Bemühungen des Remscheider Einzelhandels nur als unfairen Kampf mit ungleichen Mitteln zu werten. In diesem Sinne appelliere ich an die Prinzipien der Fairness und Gleichheit im Wettbewerb zwischen den Städten und Gemeinden.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Beate Wilding“

Trackbacks

Waterbölles am : Gas-Werbung ist als "unfreundlicher Akt" zu werten

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Waterbölles-Kommentar Sicherlich haben Sie heute in den Tageszeitungen die großformatigen Anzeigen bemerkt, in denen die Stadtwerke Düsseldorf zum sprichwörtlichen Frontalangriff auf die Stadtwerke Remscheid (ewr) als öden rtlichen Gasanbieter bliesen.

blog.tetti.de am : PingBack

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Waterbölles am : Was ist die Botschaft dieser Werbung für Düsseldorf?

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Zuerst die Ankündigung von "unfreundlicher" Werbung für Düsseldorf in den Nachbarstädten ("Städtakannibalismus" aus der Sicht von Oberbürgermeisterin Beate Wilding, der der Waterbölles nicht widerspricht), und danach der Heißluftballon der Stadtweke Düsse

Waterbölles am : Gas-Werbung ist als "unfreundlicher Akt" zu werten

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Waterbölles-Kommentar Sicherlich haben Sie heute in den Tageszeitungen die großformatigen Anzeigen bemerkt, in denen die Stadtwerke Düsseldorf zum sprichwörtlichen Frontalangriff auf die Stadtwerke Remscheid (ewr) als öden örtlichen Gasanbieter bliesen

Kommentare

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Christoph Humpert am :

Schon interessant, wie sich Frau Wilding über einen Mitbewerber (Düsseldorf) ärgert, der seine Hausaufgaben seit Jahren gut gemacht hat. In Remscheid will man noch den Restdispo bei der Bezirksregieung nutzen. In Düsseldorf spart man, indem man mit der Verschönerung des Oberbilker Marktes sogar noch wartet, obwohl es Düsseldorf finanziell wirklich tausendmal besser geht als Remscheid... In allen Belangen ist Düsseldorf der Stadt Remscheid weit überlegen. Seit Jahren verlassen junge Menschen in Massen unsere Stadt, weil in Remscheid ein vergleichweise eingeschränkter Arbeitsmarkt herrscht und Studienmöglichkeiten stark begrenzt sind. Seit Jahren fahren die Kids am Wochenende nach Düsseldorf in die Altstadt, um dort zu feiern. Im Jahr 2010 fährt Remscheid zum Einkaufen nach Düsseldorf. Frau Wilding: Machen sie ihre Hausaufgaben und prangern sie nicht andere an, die ihren Job gut machen.

Peter Matzner am :

Auch ich bin schon vor ca. 30 Jahren nach Düsseldorf gefahren, um die Altstadt zu erkunden. Da ist die Auswahl reichhaltiger in allen Belangen. Auch zum Einkaufen hat man in Düsseldorf oder anderen größeren Städten mehr Auswahl. Das liegt aber auch an der Einwohnerzahl und dem historische Hintergrund dieser Städte. Nun Frau Wilding den Vorwurf zu machen, sie hätte in den letzten Jahren Ihre Hausaufgaben in diesem Punkt nicht gemacht, stört mich an Ihrer Argumentation. Wollen Sie in fünf Jahren den jahrhundertelangen Rückstand gegenüber Düsseldorf aufholen? Wie kann denn bitte die Verwaltung oder die Politik verhindern, daß Läden schließen? Die Werbung verstößt gegen den guten Stil, nicht mehr und nicht weniger. Aber auch: Armes Düsseldorf, welches Werbung braucht, um sich gegen Remscheid abzugrenzen.

Bernd Störmer am :

Mal wieder typisch Remscheid, alles was passiert, schlecht reden. Natürlich kann man über den Brief der OB geteilter Meinung sein. Hätte Sie diesen Brief jedoch nicht geschrieben, bin ich überzeugt, hätten sich genau die gleichen Leute mit Fragen gemeldet, warum die OB nicht versucht hat ,etwas zu unternehmen. Ich würde mir wünschen, dass man sich mit gleichem Elan für die Stärken von Remscheid einsetzt, so wie es hier bei einigen für Düsseldorf geschieht. Haben sich nicht die gleichen Leute hier furchtbar über die Schließung von Hertie, Boecker etc, aufgeregt ?? Übrigens die Geschäfte, die hier schließen, gibt's auch in Düsseldorf. Hätten alle mal ihre Kaufkraft in Remscheid gelassen, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen. So, Herr Humpert jun., und nun zur Düsseldorfer Altstadt und feiern. Sie scheinen lange nicht mehr dort gewesen zu sein. Die dortigen Verhältnisse wünsche ich mir für Remscheid nun wirklich nicht! Im Gegenteil, ich bin stolz auf das, was unser Einzelhandel und unsere Gastronomie in Remscheid trotz widriger Umstände noch leistet. Ich denke Sie, waren diesen Sommer nicht einmal in der Altstadt von Lennep. Auch dort kann man feiern, lecker Bier oder Cocktail trinken und was nettes Essen, und man kann sogar mehr als ein Bier trinken, da man nicht noch eine Stunde nach Hause fahren muss. Immer nur meckern und motzen hilft nicht, schon gar nicht, wenn unsere OB versucht, hier etwas zu unternehmen, wenn auch, so gebe ich zu, die Möglichkeiten begrenzt sind. Schön wäre gewesen, Unterstützung zu signalisieren und die Bevölkerung aufzurufen, in Remscheid einzukaufen, statt ein Loblied auf Düsseldorf zu singen. Zieht doch dahin, wenn es da so toll ist, aber, bitte, lasst diesen permanenten Abgesang auf Remscheid bleiben, es ist mittlerweile wirklich ermüdend.

Klaus Konkel am :

Das dürfte in Düsseldorf als Provinz-Posse ankommen und den einen oder anderen zum Schmunzeln anregen. Warum sollen denn die Remscheider nicht nach Düsseldorf fahren und von unserer tollen Stadt erzählen? Von unserem Umfeld unseren Plänen und sich so dem Wettbewerb stellen? Wer auf Tourismus und Dialog setzt, muss schon danach handeln sowie grundsätzliche Vorteile und Nutzen des Wettbewerbs erkennen können, die sich aus einem erhöhten Städte-Reiseverkehr für beide Seiten bieten. Da gibt's auch noch Köln und das Ruhrgebiet ganz in der Nähe. Damit wirbt Remscheid als Standort! Medial gesehen ist dieser "Aufschrei" aus dem Rathaus sogar noch kostenlose Presse für den Wettbewerber.

Jürgen Kucharczyk (MdB) am :

Die Plakataktion, mit der zwischen Oktober und Dezember die Landeshauptstadt Düsseldorf groß beworben werden soll, ist Unfug ersten Grades. Sowohl Beate Wilding als auch Franz Haug üben zu Recht Kritik, wenn sie den für die Kampagne Verantwortlichen `Raubtierkapitalismus` und ´unanständiges´ Verhalten vorwerfen. Nach einer aktuellen Umfrage des Städte- und Gemeindebundes meldeten nur noch 35 von 355 Kommunen in Nordrhein-Westfalen einen strukturell ausgeglichenen Haushalt, darunter Düsseldorf. Es ist unverständlich, weshalb Düsseldorf nun die Kaufkraft aus dem Bergischen Städtedreieck abziehen will, das ohnehin schon finanziell in der Klemme steckt. Ich fordere daher Oberbürgermeister Dirk Elbers und die Verantwortlichen im REHDV auf, die Imagekampagne zu stoppen. Egoismus in R(h)einkultur bringt unsere Bergische Region nicht weiter. Dirk Elbers sollte lieber seine Kontakte zur schwarz-gelben NRW-Landesregierung nutzen, um gegen die drohende Abschaffung der Gewerbesteuer zu protestieren. Die Aussagen von CDU/CSU und FDP in ihren Wahlprogrammen lassen gerade für die Kommunalfinanzen Schlimmes befürchten. In die Gewerbesteuer soll eingegriffen werden, die FDP will sie ganz abschaffen, ohne Alternativen mit Substanz. Privat vor Staat und Kommunen, bleibt weiterhin das Leitprinzip von schwarz-gelb. Die SPD will starke und soziale Kommunen und die Gewerbesteuer auch in Zukunft sichern.

Michael Dickel am :

Die Plakataktion richtet sich meiner Meinung nach nicht gegen die genannten Städte. Düsseldorf steht in Konkurrenz zur Einkaufsstadt Köln und ggf. noch Münster, oder dem Centro in Oberhausen. Die Remscheider, die ohnehin nach "auswärts" zum Shoppen fahren, sollen eben nach DUS kommen. Von daher verstehe ich die Aufregung nicht. Remscheid ist schon lange kein Wett- und auch kein Mitbewerber mehr. Daran ändern kann aber die Stadt Düsseldorf nichts - dass müssen wir schon selber.

Hans Gerd Göbert am :

Was ist daran verwerflich, wenn OB Wilding, OB Haug, MDB Kucharczyk und Herr Grunau gegen die Düsseldorfer Aktion protestieren? Aber einmal ganz nüchtern betrachtet: Was will Düsseldorf denn damit erreichen? Dass die Remscheider ihre Lebensmittel nicht mehr bei Kaufland, Kaufpark, REWE, Edeka, real., Aldi und Lidl, etc. in Remscheid, sondern bei den gleichen Unternehmen in Düsseldorf kaufen? Nicht mehr bei OBI und Bahr in Remscheid, sondern in der Landeshauptstadt? Ihre Auto dort in die Werksstätten geben und die Handwerker von dort kommen lassen? Ihren Fernseher und die CD bei Saturn in Düsseldorf? Ihre Blumen aus Düsseldorfer Gartencentern nach Hause schleppen? Ohne jeglichen erkennbaren Preisvorteil? Ich behaupte, da wollte sich jemand nur ein wenig aufplustern. Schließlich ist der Mann noch relativ neu im Geschäft. Was jedoch Bekleidung anbelangt, sieht die Sache schon völlig anders aus. Da müssen die meisten Remscheider inzwischen nach auswärts fahren, um etwas Passendes zu bekommen. Das ist die bittere Wahrheit. Da können sich die drei noch existierenden Konfektionsgeschäfte vor Ort bemühen wie sie wollen. Aber eine andere Frage drängt sich mir noch auf. Muss das Ordnungsamt der Stadt Remscheid die Plakataktion eigentlich genehmigen? Jetzt rächt es sich auch, dass die Parteien im Kommunalwahlkampf so viel Geld sinnlos verballert haben. Wenn davon noch etwas übrig wäre, könnte man davon vielleicht etliche kleine, wetterfeste Plakate z.B. mit der Ansicht von Lennep drucken und in Düsseldorf aufhängen lassen. Warum nicht? Das hätte natürlich auch gravierende Nachteile. Man unterstelle einmal, dass einige Düsseldorfer tatsächlich von dem Plakat angelockt würden, um einen Besichtigungs- mit einem kleinen Shoppingbummel zu verbinden. Und dann? Prost Mahlzeit. Remscheid trägt keine Schuld daran, dass viele Konzerne in die Insolvenz gingen und die Stadt verlassen mussten. Wir alle tragen aber die Mitschuld daran, wenn es langfristig so bleibt. Daran ändert auch die Düsseldorfer Schnapsidee nichts. Ich kaufe Bekleidung überwiegend auch im "Ausland", aber in Köln, Wuppertal, Essen und Bochum. Samstagsmorgens im Karschhaus an der Altstadt Austern zu schlürfen und dazu einen Schampus zu trinken, während der Verkäufer schon den 50 Gramm schweren Cashmerepullover in mein Auto trägt, das überlasse ich dann lieber anderen. Wem´s jedoch gefällt?

Klaus R. Schmidt am :

Schon oft habe ich mich mit Kopfschütteln über die trivial-kindlichen Beiträge von Christoph Humpert amüsiert. Nur mühsam konnte ich mich mit einem Kommentar zurückhalten. Jetzt vergleicht er doch allen Ernstes eine Landeshauptstadt und frühere Residenzstadt mit dem gewerbefleissigen und in toller Natur gelegenen Remscheid. Meine Kinder gehören jedenfalls nicht zu den "Kids, die jede Woche zum Feiern nach Düsseldorf in die Altstadt fahren". Ich glaube, lieber Herr Humpert, Sie sind noch jung, kennen unsere Stadt und deren Vergangenheit gar nicht und leben auf einer BWL/VWL-Wolke. Machen Sie brav Ihre Hausaufgaben, damit auch Sie schnell zum Bruttosozialprodukt unserer Gesellschaft beitragen können.

Christoph Humpert am :

Ok, ich soll etwas Produktives von mir geben. Gerne! Welche Chancen hat unsere Stadt? 1. Unsere Stadt liegt in einer wunderschönen Natur. Viele alte Menschen kehren z.B. Düsseldorf den Rücken, weil die Stadt im Alter an Attraktivität einbüßt. Z.B. hier liegt Remscheids Chance. Remscheid sollte massiv in Altenheime investieren, damit sich diese Schicht verstärkt in Remscheid ansiedelt. Nebenbei verfügen alte Menschen über eine enorme Kaufkraft. Davon könnte auch Remscheids Einzelhandel profitieren. Andere Städte wie Mettmann, Haan usw. haben schon lange ihre Aufgabe entdeckt: Schlafzimmer von Düsseldorf, nicht mehr und nicht weniger, und sie fahren damit verdammt gut! Remscheid könnte als eine Stadt in wunderschöner Natur das Schlafzimmer der Rentner werden. Ich fände es gut! 2. Durch Remscheid führt die tolle Autobahn A1. Remscheid muss Gewerbeflächen an dieser Autobahn entwickeln! Ich glaube auch, dass Remscheid hier z.B. im Gegensatz zu Düsseldorf einen wirklichen Vorteil besitzt, aber der wird nur mangelhaft genutzt. Wenn der Arbeitsstandort Remscheid für junge Menschen an Qualität gewinnen würde, dann könnte man die Abwanderung auch vermindern oder stoppen. Ebenfalls wäre es sinnvoll, Wohnmöglichkeiten für Pendler an der Autobahn verstärkt zu entwickeln. 3. ÖPNV! Remscheid sollte alle verfügbaren Ressourcen in die Entwicklung des ÖPNV stecken. In der Zukunft wird es natürlich weiterhin einen Individualverkehr geben. Trotzdem wandern bisher in Massen junge Menschen ab, weil sie sich den Individualverkehr nicht mehr leisten können. Die ziehen alle weg, Herr Schmidt! Eine Fahrt von Düsseldorf nach Remscheid mit dem Zug kann an manchen Tagen mehr Nerven kosten als ein Tag als Remscheider OB. Glauben Sie mir! Also: Wir brauchen eine Konkurrenzfähige ÖPNV-Anbindung an Düsseldorf, Köln und in Ruhrgebiet. Ein Beispiel: Schon jetzt wäre es möglich, dass ein Zug von Remscheid Hbf. nach Düsseldorf nicht länger braucht als ein Zug von Wuppertal. Man müsste die Deutsche Bahn so lange nerven, bis es Verbindungen gibt, die nur noch in Solingen-Ohligs halten und dann als nächstes in Düsseldorf. Dann wäre eine Fahrzeit von knapp über 20 Minuten möglich, und Remscheid wäre auf einen Schlag ein interessanter Wohnstandort für Pendler nach Düsseldorf. Remscheid ist vielleicht gewerbefleissig. Remscheid liegt aber auch bei einer Untersuchung von 50 Großstädten auf dem vorletzten Platz bei der Neuanmeldung von Gewerben. Das ist doch nicht toll, oder? Das hat auch nichts mit Ökonomie gemeinsam, dass ich einfach so! Herr Schmidt, Ihre Kinder fahren vielleicht nicht in die Altstadt zum feiern. Ok! Wie alt sind ihre Kinder denn? Ihre Kinder werden vielleicht jetzt noch nicht nach Düsseldorf fahren, aber spätestens, wenn Ihre Kinder in Remscheid keinen Job finden werden, dann müssen sie ihren Kindern ciao ciao sagen. Ach ja: Vom Bruttosozialprodukt spricht man in der VWL schon lange nicht mehr. Ich empfehle ihnen ein VWL-Buch, welches auch für Laien wirklich nett ist. Mankiw, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Zum BIP trage ich übrigens schon seit längerem meinen Beitrag bei! Ich liebe das Bergische Land, ich liebe auch Remscheid, und ich kenn Remscheid schon ganz gut, denke ich. Vielleicht nicht so gut wie Sie! Ich liebe es auch, wenn ich in diese Stadt komme und viel weniger Dreck sehe als in Düsseldorf. Trotzdem habe ich hier keinen Job gefunden! So ist das halt! Wie kommt Remscheid aus der Negativspirale Herr Schmidt? Vorschläge?

Dirk Schaefer am :

Ich finde den Vergleich zwischen Düsseldorf und Remscheid mehr als daneben. Die Landeshauptstadt hat uns nicht nur eine sechsfache Bevölkerung, sondern unter anderem auch einen Flughafen,eine Universität und noch viele andere Dinge voraus. Doch auch in Düsseldorf ist nicht alles golden. So liegt auch dort die Arbeitslosenquote in etwa auf dem Level von Remscheid. Und dass der Einzelhandel viel Geld ausgibt, um Käufer aus dem Umland anzulocken, hat auch seinen Grund. Aber wahrscheinlich gibt es in Düsseldorf viel weniger Menschen, die in ihrer Stadt alles schlecht reden! Zum Thema ÖPNV: Herr Humpert,sicher haben Sie Recht mit ihrer Kritik an der RB 47. Nur leider geht ihre Kritik an die falsche Adresse! Zuständig für den Nahverkehr ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und unsere Landesregierung. Nicht mal der DB kann man einen Vorwurf machen. Sie liefert nur das, was bestellt und bezahlt wird. Änderungen können nur vom VRR kommen, indem man zum Beispiel die Strecke neu ausschreibt! Und die finanzielle Ausstattung dafür, dass der Nahverkehr attraktiver wird und trotzdem bezahlbar bleibt, ist Sache des Landes. Daran ist Frau Wilding ausnahmsweise nicht Schuld. Aber man kann sich ja auch als Kunde in dieser Sache an den VRR wenden. Oder als Bürger dieser Stadt an seinen Landtagsabgeordneten.....

H. Harro Schmidt am :

Also, ich rege mich nicht darüber auf, wenn ein Wettbewerber Werbung macht. Das ist sein gutes Recht, und ich mache das ja schliesslich auch. Meine Aufgabe ist es, mein Geschäft so zu positionieren, dass die Kunden möglichst zahlreich zu mir kommen. Übersetzt hiesse das für Politik und Verwaltung, in Remscheid Rahmenbedingungen zu schaffen, die für ein breites Spektrum an Handel und Gastronomie attraktiv sind. Und genau daran hapert es seit Jahren. Wortreich und tatenlos wird der Niedergang der Alleestrasse hingenommen, und in anderen Stadtteilen ist es auch nicht besser. In einen mit Geschäftsflächen übersaettigten Markt immer weitere Geschäftsflächen zu pumpen (Allee-Center /Erweiterung, "Haupt"bahnhof) führt zu einem immer stärkeren Verdrängungswettbewerb vor Ort, da spielt in der Relation ein bisschen Werbung für die Landeshauptstadt nun wirklich keine Rolle. Unser aller Bemühen muss es sein, Remscheid so aufzustellen, dass es für die eigenen Bürger (und die aus dem Umfeld) interessant bleibt bzw. wird. Und da gibt es reichlich zu tun...

Hans Gerd Göbert am :

Hallo Herr Humpert, Sie wissen, dass ich Ihre Beiträge schätze. Weil sie von jemandem stammen, der fast in jeglicher Hinsicht um die Ecke denkt, auch wenn es oft nicht die richtige Ecke ist. In jedem Ihrer Beiträge steckt irgendwo ein Denkanstoss. Am meisten schätze ich jedoch, dass es Ihnen immer wieder gelingt, selbst relativ ernste Themen wie dieses so zu wandeln, dass sich fast jeder darüber vor Lachen kugeln muss. Zu Ihrem Lieblingsthema Bahn (durchaus berechtigt) darf ich Sie herzlich bitten, sich selbst einmal direkt und intensiv mit diesen Damen und Herren in Düsseldorf auseinander zu setzen. Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass Sie dort auf etwas beissen werden, wogegen Granit wie Weichgummi ist. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei; Sie könnten sich mit einem Schlag um das ganz Bergische Land verdient machen. Die Zeit sofort nach der Wahl würde sich dazu wunderbar anbieten. Ihre Idee mit den Städten in Schubkästen nehme ich aber nicht ernst. Wollen Sie wirklich Remscheid zur Stadt der Altenwohnheime erklären, mit grossen Schildern an allen Eingangsstrassen, damit sich diese Schicht verstärkt in Remscheid ansiedelt : "for senior citizens only". Das ist der Hammer! Waren Sie schon einmal, wie ich mehrfach ehrenamtlich jede Woche, in einem Altenwohn- oder Altenpflegeheim? Dort sitzt, besser gesagt liegt die "geballte Kaufkraft" dieser Stadt. Menschen die einmal im Monat Taschengeld erhalten, was sie aufgrund ihrer Gebrechlichkeit gar nicht mehr ausgeben können. Remscheid als Schlafzimmer für Rentner in wunderschöner Natur? Diese schöne Natur möchten Sie seit langem mit einer Beharrlichkeit sondergleichen mit Gewerbegebieten zupflastern. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang noch einmal an die dafür bestens geeignete Fläche im Bornstal erinnern, im Klartext - hinter dem Haus Ihrer Eltern. Das passt irgendwie alles nicht zusammen. Und im Umkehrschluss Düsseldorf zur Stadt der Jugend? In Solingen dürften dann nur noch Arbeiter leben und in Haan, Hilden und Erkrath Angestellte aus Düsseldorfer Firmen. Und in Wuppertal? Nur noch Migranten, Krankenhäuser, Feuerwehr und ein Zoo? Warum fordern Sie nicht gleich Ghettos? Es erstaunt mich ausserordentlich, wie Sie aus einer sicher diskussionswürdigen Wettbewerbsverzerrung seitens der Landeshauptstadt so eine Welle machen können. Und ich dachte stets, Sie wären doch noch lernfähig, muss dagegen erschüttert feststellen, dass Sie offenbar nicht lernwillig sind.

Harald Sellner am :

Warum soll man sich über eine solche Werbeaktion aufregen? Wer sowieso nach Köln oder Düsseldorf zum Einkaufen fährt, der wird sich von einer Werbeaktion kaum beeinflussen lassen. Man muss auch zugeben, dass man dort anderes einkaufen kann als in Remscheid. Den täglichen Bedarf kann man in Remscheid abdecken. Es wird schon problematisch, wenn man auf Qualität achtet. Beispiel: wo kann man hier ein Huhn kaufen, dass nach Huhn und nicht nach Watte schmeckt? Da kann auch das ein Supermarkt nicht helfen, der nur eine Kategorie kennt: billig, billig, billig. Aber eines kann die Werbekampagne vielleicht bewirken: Remscheid besinnt sich auf seine Stärken, mit denen man die Düsseldorfer hier hinlocken kann.

Hans Gerd Göbert am :

Hallo Herr Sellner, Sie haben schon Recht, vielleicht auch mit dem Huhn. Dann sollten Sie aber, um einen richtigen Vergleich zu haben, besser auch in Remscheid das Huhn anstatt der Federn essen. Soll man übrigens auf dem Wochenmarkt bekommen und auch saftiger sein. Ich kann aber nicht mitreden, weil ich jegliches Federvieh verpöne. Scherz beiseite. Ist es nicht interessant, welchen Bogen an Kommentaren man inzwischen spannen kann, bloß weil der Düsseldorfer OB mit seiner Werbung in die Hühnerkacke gepackt hat? Ich würde ihn gelassen weiter gackern lassen. Es gab auch einmal die weltweite Werbung "buy british" - nennenswerte Erfolge sind mir nicht bekannt.

Chronist am :

In Düsseldorf tagte inzwischen der Rheinisch Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. Und beschloss, die geplante „Dienstleistung“ für den Düsseldorfer Einzelhandel wie geplant im Oktober durchzuziehen.

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