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Theateraufführung als Dank für ehrenamtliches Engagement

Uraufführung eines Krimis als Dank für Ehrenämtler. Foto: Lothar Kaiser

„Das Ehrenamt hält unsere Gesellschaft zusammen“, stellte heute Nachmittag im Teo Otto Theater Oberbürgermeisterin Beate Wilding fest. Mit der Einladung an die Vorsitzenden von Remscheider Vereinen, Verbänden, Stiftungen und anderen gemeinnützig tätigen Organisationen zur Uraufführung des dritten „Talort-Krimis“ aus dem Bergischen würdigte sie deren bürgerschaftliches ehrenamtliches Engagement.

Der dritte Talort-Fall führt den liebenswert-trotteligen Privatdetektiv Rick Ronsberg nach Remscheid. Denn aus dem Röntgenmuseum ist die Mumie gestohlen woren. Die Story entwickelt sich dank witziger Dialoge, Filmeinspielern, schrägem Slapstick und musikalischen Ohrwürmern rasant.

In der Vergangenheit trafen sich die „Ehrenämtler“ der Stadt bei einem Empfang des Schützenvereins aus Anlass des Schützenfestes; erstmals war fand er nun auf Einladung der Stadt im festlichen Rahmen des Theaters statt. Und im Anschluss an die Theateraufführung war im Foyer bei Imbiss und Getränken Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Nachfolgend dokumentiert der Waterbölles die Rede der Oberbürgermeisterin:

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Liebe Remscheiderinnen und Remscheider!

Ich heiße Sie alle zum Vereinsvertreterempfang im Teo Otto Theater herzlich willkommen.  Dies ist heute eine Premiere. Und das gleich im besten doppelten Sinne. Erstmals ehrt die Stadt Remscheid die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger in diesem Rahmen an dieser Stelle. Erstmals bedankt sich die Stadt Remscheid bei ihren Ehrenamtlichen mit der Uraufführung eines Theaterstücks, das als Kriminalkomödie im Herzen unseres Bergischen Landes –  in Remscheid —  spielt.

Doch im Mittelpunkt stehen heute Sie – liebe Bürgerinnen und Bürger, denn von Ihren Aktivitäten lebt unsere Stadt. Die zahlreichen Vereine, Verbände, Initiativen und auch die Kirchengemeinden sind Orte Ihres persönlichen ehrenamtlichen Engagements, von dem unsere Demokratie lebt.Dafür möchte ich Ihnen ganz persönlich – – und im Namen des Rates danken. Ich sage Danke, all den Menschen, die sich in Remscheid freiwillig engagieren: im Sport, in Stiftungen, in Naturschutzvereinen, in den politischen Parteien, in Freiwilliger Feuerwehr und THW, in der Kinder- und Jugendhilfe, den Kirchen und Hilfsorganisationen – um hier nur einige von Vielen zu nennen.  Diese freiwillig geleistete Arbeit ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält!

Meine Damen und Herren, zu Recht wird die Zahl der Vereine und Bürgergruppen und der in ihnen tätigen Menschen als Maßstab für die kulturelle und soziale Stabilität von Städten und Gemeinden genommen. Immer wieder gesellen sich zu den bekannten und bewährten Formen von Bürgeraktivitäten und demokratischer Teilhabe neue Formen hinzu. Waren dies in den 70er Jahren politisch motivierte Bürgerinitiativen, so sehen die neuen Formen bürgerschaftlicher Verantwortungsübernahme in der Gegenwart etwas anders aus:

Bürgerschaftliches Engagement wird immer öfter NICHT mehr als lebenslange Aufgabe angesehen. Es muss in die eigene Lebenssituation passen und zeitlich überschaubar sein. Das Engagement wird auch in Verbindung gesehen zu eigenen Fragen und zu deren Bearbeitung genutzt. Eigene Motive (wie zum Beispiel der Kontakt zu Menschen oder ein Beitrag zur Selbstfindung) werden benannt und akzeptiert. Und: „Engagement soll auch Spaß machen“, wie viele Aktive betonen. Freiwillige Tätigkeiten dienen zunehmend mehr auch der eigenen beruflichen Orientierung und Weiterentwicklung in unterschiedlichen Feldern, z.B. der Kultur. Ehrenamtliche Funktionen schaffen hier nicht selten die Gelegenheit zur Aufnahme von Beschäftigung in Projekten und Initiativen. Die Freiwilligkeit der Aufgabe rückt in den Vordergrund, ebenso wie der Wunsch über die Rahmenbedingungen der Aufgabe mitentscheiden zu können.

 Man möchte beim Engagement nicht allein gelassen werden: Angebote der Vorbereitung, Fortbildung und des Austausches werden gewünscht, die notwendige Absicherung wird vorausgesetzt.  Die persönliche und öffentliche Anerkennung der Tätigkeit gewinnen an Bedeutung. Man möchte nicht „benutzt“ werden, sondern als Partnerin bzw. Partner akzeptiert werden. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Nach wie vor existieren auch viele Formen des traditionellen Ehrenamtes, die für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind.

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider, bürgerschaftliches Engagement ist eine übergreifende Perspektive, die alte und neue Aktivitäten, verfasste und neue Formen der Demokratie in den Blick nimmt und sie im Sinne einer Weiterentwicklung unserer sozialen Demokratie befördert.  Im Mittelpunkt dieses Engagements steht das Handeln der Menschen, die sich für andere in ihrer Umgebung, für die Erhaltung der Natur und für das kulturelle Leben einsetzen – freiwillig und unendgeldlich.

Unverzichtbar ist aber ebenso der Beitrag derjenigen, die dieses Bürgerengagement auf unterschiedlichste Weise unterstützen: Verbände, Fachleute, Initiativen, und Unternehmen. Bürgern und Bürgerinnen ist es nicht immer leicht gemacht worden, ihr Aktivitätspotential einzubringen.

Wenn sie die Erfahrung machen, dass ihre Versuche sich zu beteiligen an bürokratischen Hürden scheitern, dass sie scheinbar die Abläufe nur verlangsamen, keine  Unterstützung finden oder als billige „Arbeitskräfte“ missbraucht werden - dann sind sie schnell verloren für gemeinsame Vorhaben. Nur durch eine – ich nenne das mal – „stärkere Kundenorientierung“ im Rahmen der Verwaltungsreform – und da sind wir auf gutem Wege, angereichert durch die Förderung des Bürgerengagements schaffen wir ein Klima „des gemeinsam für unsere Stadt“ arbeiten. Das spiegelt sich auch darin wieder, dass das integrierte Stadtentwicklungsprogramm für unsere Stadt nicht vom grünen Tisch aus in einem Büro des Rathauses erdacht wird. Ganz bewusst hat sich die Verwaltung und der Rat dafür entschieden, die Zukunft gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren, zu entwickeln und gemeinsam zu gestalten. 

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider, das ist eine unserer Stärken. Bei allem, was einmal mehr oder einmal weniger kritikwürdig sein mag. Wir müssen lernen, mehr über unsere Stärken zu sprechen als über unsere Schwächen zu klagen. Die Stärken dieser Stadt sind in mehr als zwei Jahrhunderten gewachsen. Sie finden sich in den Köpfen, Herzen und Händen der Menschen die hier leben. Menschen, die anpacken. Menschen, die helfen. Menschen, die kreativ gestalten. Das alles verkörpern die Remscheider Vereine, Verbände und Institutionen. Sie sind lebendiges Zeugnis der Stärken unserer Heimat, auf die es sich neu zu besinnen gilt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute einen angenehmen Nachmittag in ihrem Teo Otto Theater.  Und uns allen interessante und lohnende Gespräche beim anschließenden Empfang im Foyer, zu dem ich Sie herzlich einladen darf. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Und nun: Vorhang auf für den Remscheider Talort!

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