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Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Lions Clubs Remscheid

50 Jahre Lions Club Remscheid. Festakt im Vaßbendersaal der ev. Stadtkirchengemeinde. Foto: Lothar Kaiser

Blumen und viel Applaus für Dorothea Höpfner, Kristina Hügel, Sarah Szorek, Agnes Eleonore Bothe, Cora Pott und Andre Hinn. Die jugendlichen Musiker/innen bewiesen heute im Vaßbendersaal am Markt erneut, dass sie aus dem Lions-Wettbewerb „Jugend spielt Klassik“ zu Recht als Preisträger hervor gegangen waren. In diesem Fall aber bildete die Musik lediglich den vielzitierten Rahmen eines  zweistündigen Festaktes, in dessen Mittelpunkt der  Lions Club Remscheid selbst stand. Gemeinsam mit zahlreichen geladenen Gästen, darunter Lothar Krebs in Vertretung von Oberbürgermeisterin Beate Wilding, der Bundestagsabgeordnete Jürgen Kucharzyk, die Landtagsabgeordnete Elke Rühl und der SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke (Karl Heinz Humpert von der CDU ließ sich entschuldigen), feierten die „Lionsbrüder“ und „Lionessen“ das 50-jährige Bestehen ihres Clubs. Er ist gerade mal ein Jahr jünger als der Remscheider Rotarier-Verein.

Karl Adolf Tilmans, seit 50 Jahren Mitglied. Foto: Lothar KaiserZu den Gründungsmitgliedern des Lions Club Remscheid gehört Karl Adolf Tilmans. Ihm oblag es beim heutigen Festakt, einen Überblick über dieses halbe Jahrhundert Vereinsgeschichte zu geben. Der Waterbölles zitiert daraus:

"50 Jahre Lionsclub Remscheid, welch ein gewaltiges Thema für einen Rückblick von wenigen Minuten! Zwangsläufig werden es nur einzelne Mosaiksteinchen sein, die ich aufzählen werde, aber ich hoffe, dass Sie am Ende meines Berichts ein komplettes Bild vor Augen haben werden über das, was Lions bedeutet, was Lions will und tut.

Die ‘Geburt’ von Lions fand bereits 1917 in Chicago statt. Es dauerte 34 Jahre, bis die ‘Lionsidee’ nach Deutschland gelangte. 1951 wurde der erste Club in Düsseldorf gegründet. Sieben Jahre später, genau gesagt am 6.Dezember 1958, fand die Gründungsversammlung unseres Lionsclubs in der Gesellschaft Concordia statt. Wir waren 21 Herren, die sogenannten ‘Urlöwen’, von denen heute noch vier leben. Schon zu Beginn legten wir Wert auf eine bewusst breite Streuung von Berufen, von Pastoren über den Gynäkologen bis zum Leiter des Remscheider Finanzamts.

Ein Jahr später, im November 1959, fand im festlichen Rahmen auf Schloss Burg die Charterfeier unseres Clubs statt, womit wir offiziell in die Gemeinschaft von Lions International aufgenommen waren. Heute umfasst diese weltweite Organisation 44753 Clubs mit mehr als 1,3 Millionen Mitgliedern.

Was sind nun die Absichten und Ziele von Lions? Diese stehen klar in unserer Satzung und in unseren ethischen Grundsätzen. Die Lions-clubs in aller Welt sind Serviceclubs, die sich für die Hilfe für Menschen in Not einsetzen. Das Leitmotiv von Lions International lautet: ‘We serve’ = wir dienen. Jedes einzelne Mitglied ist im Rahmen seiner Möglichkeiten verpflichtet, sich sowohl finanziell durch Spenden wie auch durch Aktivitäten, die persönlichen Arbeitseinsatz und Zeitaufwand erfordern, zu beteiligen. Die Zielgruppen unserer Aktivitäten sind vor allem Menschen in Not, aber auch soziale Einrichtungen, ferner die Förderung der Jugend und der Kultur.

In den Anfangsjahren waren wir Spendenaufrufen aus aller Welt gefolgt, z.B. bei Naturkatastrophen. Später hielten wir es für sinnvoller, uns auf Notfälle im lokalen Bereich zu konzentrieren, wo uns der Einzelfall bekannt war und wir außerdem eine bessere Kontrolle hatten, ob das Geld auch wirklich ankam. Bei besonderen Ereignissen, wie zum Beispiel dem Flugzeugabsturz in der Stockderstraße oder dem Elbehochwasser in Remscheids Partnerstadt Pirna, führten wir spontan Spenden-Sonderaktionen durch.

Einige soziale und kulturelle Organisationen in unserer Stadt liegen uns besonders am Herzen und sind zum wiederholten Male von uns mit größeren Beträgen bedacht worden. Den mit Abstand größten Kraftakt auf dem Gebiet der tätigen Hilfe haben wir in den frühen 70-er Jahren vollbracht mit der Planung, Finanzierung und Fertigstellung des Seniorenwohnheims St. Bonaventura in Lennep, welches jetzt St. Hedwig-Haus heißt. Die Kirchengemeinde St. Bonaventura hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt. Wir besorgten Fremdmittel zu günstigen Konditionen. Weit über 100.000 DM haben die Clubfreunde als Spenden aufgebracht. Im Dezember 1975 fand die Einweihung des Heims statt.

Neben den diversen Spendenaktionen betätigt sich unser Club auch schwerpunktartig mit sog. ‘Daueractivities’. Der Erlös fließt jeweils einer vorher ausgewählten Empfängergruppe zu. Die längste Daueractivity wurde zwischen 1977 und 1997 20-mal durchgeführt: Es war unser Glühwein- und Waffelstand auf dem Forstgut Hasenclever, jeweils an einem Adventwochenende, mal bei Regen, mal bei Schnee, mal bei Sonne.

Diese Aktion wurde schließlich abgelöst durch eine Activity, die uns höhere Erlöse brachte, die aber auch, das muss ausdrücklich betont werden, erheblich arbeitsintensiver und zeitaufwändiger ist. Ich spreche von unseren Gebrauchtbücherbasaren im Alleecenter. Der erste dieser Basare im November 1999 ergab einen Reinerlös von 7.620 DM. Danach erzielten wir kontinuierlich Steigerungen, zumal auch unser Bekanntheitsgrad in der Remscheider Bevölkerung gestiegen war. Im vorigen November betrug unser Reinerlös stolze 13.637 Euro, also ca. das vierfache vom Ergebnis des 1. Jahres.

Es ist nicht damit getan, die Bücher im Center zu verkaufen, sondern wir haben das ganze Jahr über zweimal pro Monat feste Termine in unserem Lager bei Edscha für die Aussortierung und Klassifizierung der abgeholten bzw. angelieferten Bücher. Es handelt sich um eindrucksvolle Volumen und Gewichte. Kürzlich erhielten wir wieder die Abrechnung der Altpapierfirma, die uns ihren Container für die Entsorgung  nicht verkäuflicher Bücher zur Verfügung stellt: Danach entsorgten wir in den letzten anderthalb Jahren  sage und schreibe 25 Tonnen Papier!  - Unser nächster Basar findet in Kürze, vom 5. bis 8.November, im Alleecenter statt. Über Ihren Besuch würden wir uns freuen!

Eine weitere Aktion, die wir dieses Jahr schon zum 5. Mal wiederholten , ist ‘Lions Quest’. Es handelt sich um ein vor 20 Jahren in den USA entwickeltes Programm zur Persönlichkeitsentwicklung Jugendlicher. Die Zielgruppe sind Lehrer an weiterführenden Schulen in Remscheid, die in dreitägigen Seminaren zu 30 Teilnehmern unterrichtet werden. In diesem Jahr war die Zahl der Anmeldungen mehr als doppelt so hoch gewesen. Jedes Seminar kostet uns 4.500 Euro.

Als letztes möchte ich eine Aktivität erwähnen, die der Förderung der Jugend und der klassischen Musik dient, und die wir allein unserem Clubfreund Heinz Jürgen Brähler verdanken, der mit großem persönlichen Einsatz die Musikwettbewerbe ‘Jugend spielt Klassik’ ins Leben gerufen hat und seitdem federführend organisiert. Der erste dieser Wettbewerbe mit 28 Teilnehmern fand 1992 statt. Im vergangenen April führten wir bereits den 6. Wettbewerb durch, an sich insgesamt 70 junge Musiker in unterschiedlichen Altersklassen beteiligt haben.

An der Finanzierung der hohen Kosten für Preisträger, Jury, Saalmiete usw. beteiligen sich dankenswerterweise alle Bergischen Lionsclubs, und die Stadtsparkasse sowie Volksbank Remscheid treten als Sponsoren auf.

Soviel zum Thema tätige Hilfe. Nun zum anderen ‘Standbein’ von Lions, der Pflege der Geselligkeit und der Freundschaft untereinander. Wir treffen uns wie fast alle deutschen Lionsclubs zweimal im Monat, einmal mittags und einmal abends. Das Kernstück der abendlichen Meetings sind die Vorträge, die entweder von Clubfreunden oder von Gästen gehalten werden.

Ich hatte zur Vorbereitung dieses Rückblicks in unserer umfassenden Lionschronik nachgelesen und manches in meine Erinnerung zurückgerufen. Einige Themen fielen mir besonders auf: 1965, also vor mehr als 40 Jahren, referierte der Leiter der Musischen Bildungsstätte über ‘Die deutsche Bildungskatastrophe’. Vor über 30 Jahren sprach Lionsfreund Ellerbrake über ‘Sind unsere Städte noch regierbar?’ Vor mehr als 20 Jahren referierte Lionsfreund Luckhaus über ‘Leihmütter und Retortenbabies’. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich diese Vorträge in ihrer enormen Vielseitigkeit immer als eine echte Bereicherung empfunden habe.

Was die Geselligkeit angeht, so hatten wir von Beginn an bis Anfang der 90er Jahre den schönen Brauch, in der Vorweihnachtszeit mit unseren Damen eine ‘Ladiesnight’, sprich einen Tanzabend in festlicher Garderobe mit Livemusik zu feiern. Das ist aus diversen Gründen aus der Mode gekommen und hatte aufgehört. Aber als Lionsfreund Kaulhausen vor 13 Jahren Clubpräsident wurde, verkündete er, dass er in seinem Lionsjahr alle Damen zu sämtlichen Abendmeetings mit Vorträgen als Gäste einladen wolle. Diese Idee fanden wir so großartig, dass die nachfolgenden Präsidenten daran festhielten.

In unserer Satzung wird gefordert, ‘den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern zu wecken und zu erhalten’. Doch was internationale Kontakte angeht, so hatten wir leider keine glückliche Hand. Normalerweise sollen alle Clubs sogenannte ‘Jumelagen’ = Partnerschaften mit ausländischen Clubs suchen und pflegen. 1973 kamen wir 1973 mit dem Lionsclub Namur im wallonischen Teil von Belgien in Kontakt. Im Sommer erwiderten die Belgier den Besuch und konnten unsere Heimatstadt bei schönstem Sonnenschein genießen. Die Stimmung war ausgesprochen fröhlich und herzlich. Aber dann vergingen Wochen und Monate ohne jegliche Reaktion. Schließlich erhielten wir die karge Mitteilung, man habe inzwischen einen Partnerclub im Großraum Paris gefunden, mit dem es keine sprachlichen Probleme gäbe.

Im lokalen Bereich dagegen sind wir erfolgreich gewesen. Der Lionsclub  Wermelskirchen-Wipperfürth, dessen Gründung vor 45 Jahren stattfand, ist unser Patenclub, ebenso der noch recht junge  2. Remscheider Lionsclub mit dem klangvollen Namen Wilhelm Conrad Röntgen, der vor vier Jahren als erster gemischter Club in unserer Zone ins Leben gerufen wurde.

Vor 20 Jahren entstand aufgrund unserer Initiative der Remscheider Leoclub ‘Graf von Berg’. Die Leoclubs sind die Jugend- und Nachwuchsorganisation von Lions. Mit unseren Leos fühlen wir uns eng verbunden und stehen ihnen als bürgender Club mit Rat und Tat zur Seite, nehmen aber auch gern deren Hilfe in Anspruch, z.B. bei den Bücherbasaren.

Als Ausblick auf die Zukunft unseres Clubs wünsche ich mir, dass sich unsere Freundschaft untereinander und zu anderen Clubs weiter vertiefen möge, und dass unser Motto ‘we serve’ allen Clubfreunden immer ein Ansporn sei!"

Kurzinfo:

Lions Clubs International ist eine weltweite Vereinigung freier Menschen, die in freundschaftlicher Verbundenheit bereit sind, sich den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit zu stellen und uneigennützig an ihrer Lösung mitzuwirken. Die Lions-Idee „We serve“. bedeutet: Lions helfen da, wo öffentliche Mittel gar nicht oder nicht ausreichend fließen. Neben der Unterstützung sozialer Zwecke gehören dazu auch die Bildungsförderung junger Menschen und die Pflege des Kulturgutes. Der Remscheider Lions Club zählt derzeit 54 Mitglieder (Durchschnittsalter 58, Tendenz: fallend). Das Spendenvolumen des Vereins in den 50 Jahren: Insgesamt mehr als 450.000 Euro.

Holger Schödder, Präsident des Lions Club Remscheid. Foto: Lothar Kaiser

In seiner Begrüßung sagte der Präsident des Lions Club Remscheid, Holger Schödder, Leiter des Berufskollegs Technik Remscheid, u.a.:

„Lions bedeutet sinngemäß: Freiheit und Intelligenz als Sicherheit für die Nation, ich würde es lieber übersetzen als: Freiheit des Denkens mit Intelligenz als Sicherheit für unsere Gesellschaft. Wir wissen sehr wohl zu schätzen, dass wir die Freiheit zu diesen geistigen Auseinandersetzungen in unserer heutigen Gesellschaft haben. Diese Freiheit muss immer, bei allen unterschiedlichen Ansätzen, in der Achtung des anderen stattfinden.

Kant drückt dies in seiner Formulierung der Kritik der praktischen Vernunft so aus: "Handle stets so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte!" Es muss die klassische Tugend des Altruismus gelebt werden. Altruismus bedeutet:  Im Sinne des anderen zu denken und zu handeln.  Die geistige Auseinandersetzung braucht als Partner das Handeln, ich meine das aktive Handeln. Ein Serviceclub darf nicht nur finanziell agieren, er muss sein soziales Engagement durch einen handelnden Service zum Ausdruck bringen. Nur ein wirklich dienender sozialer Service schafft Nähe zum Mitmenschen, baut die Distanz der Anonymität ab und schafft ein echtes Verständnis für die Sorgen und Nöte der anderen.

Jeder muss sich innerlich verpflichtet fühlen, hierbei bis an seine Grenze zu gelangen und seine Kraft und seine Zeit in den Club einzubringen! Als Elite kann man sich nicht einfach selbst so bezeichnen, man muss es sich immer wieder neu erarbeiten und die Anerkennung von den Mitmenschen bekommen! Wenn wir ehrlich sind, die Aktivität im Kreis von Freunden ist höchst befriedigend und macht großen Spaß. Wenn dies dann auch noch in der Öffentlichkeit wirklich anerkannt wird, gehöre ich gerne zu der Elite der Helfenden!

Wie wirkt sich unser Handeln in der Gegenwart in der Zukunft aus? Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben in den letzten Tagen erfahren, wie sinnvoll sich ein ehrliches und vernünftiges Geschäft auszahlt und welche großes Vertrauen sie genießen. Wir müssen weitsichtig und innovativ agieren, ohne unsere Werte aufzugeben! Unsere Mitgliederstruktur muss diese Weitsichtigkeit ausdrücken! Die Mitglieder müssen alle Gruppen der Gesellschaft und der Generationen repräsentieren und deren gute Werte einbringen. Diese Werte müssen sich bewährt haben und weiter bewähren!

Die geistige Auseinandersetzung, das aktive Handeln zum sozialen Zweck und eine innovative wertebewusste Mitgliederschaft sind die Voraussetzung für unser Clubleben.“

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