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Ausstellung der Künstlergruppe "Werkhaus" im Rathaus

 Die Mitglieder der Gruppe 'Werkhaus", die seit heute im Remscheider Rathaus ausstellen. Foto: Lothar Kaiser

Seit nunmehr 30 Jahren besteht – durchaus mit wechselnder Intensität – in Remscheid die „Gruppe Werkhaus“. Gegründet wurde sie wurde 1979, um professionelle Künstlerinnen und Künstler und Autodidakten unter einem „Dach“ zu vereinen und zu gemeinsamem Schaffen zu motivieren. Und das war durchaus nicht nur künstlerisch gemeint, sondern auch ganz praktisch. Daran erinnerte die Malerin Christa Schwandrau, von Anfang an dabei, heute Abend bei der Eröffnung einer neuen Ausstellung von „Werkhaus“ im zweiten Obergeschoss des Remscheider Rathauses (dort noch bis zum 21. Oktober zu sehen): „Wir hatten damals die Hoffnung, es könne für die Remscheider Künstler eines Tages ein Haus geben für gemeinsames Schaffen, wenigstens aber einen Raum nur für uns!“ Das ist leider bis heute ein Wunschtraum geblieben. Den geben „die Alten“, so Christa Schwandrau, nun an „die Jungen“ weiter.

Die Gruppe hatte in diesen 30 Jahren Bestand, ist längst eine in der Öffentlichkeit anerkannte Gemeinschaft von Kunstschaffenden. Wobei es durch aus Wandel und Wechsel gab; die einen kamen, die anderen gingen, wie Annette Hundhausen betonte. Neben ihr und Christa Schwandrau sind an der aktuellen Ausstellung Regina Wicke, Lotte Daubenbüchel, Ute Dagmar Schröder, Waltraud Schröder, Maria Müller, Thomas Hundhausen, Kathrin Hoops, Brigitta Meyer, Gundula Schöpe, Gerd Krauskopf und Nadia Meiske beteiligt. Nadia Meiske malte dieses Portrait von Beate Wilding. Foto: Lothar KaiserDie einen befassen sich mit reiner Malerei, andere mit Radierung und verwandten Techniken. Aber auch Collagen, Fotokunst und Skulpturen sind zu sehen – sehr unterschiedliche Motive und Arbeiten, ästhetisch, schön, grellbunt, zeitkritisch, abstrakt oder realistisch, stets aber das ernsthafte Bemühen um hohen Anspruch erkennen lassend. „Wie immer ist es die Vielfalt, die den Reiz und auch – gewissermaßen – das Markenzeichen der Ausstellung ausmacht. Und auch dieses Mal wird es wieder gelingen, das Publikum zur Begegnung mit neuen, überraschenden, immer aber nachdenkenswerten und Interessanten Aussagen und Techniken einzuladen“, sagte Bürgermeisterin Monika Hein (CDU) zur Eröffnung der Ausstellung in Vertretung von Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Der hätte Nadia Meiske gerne das Porträt der OB, das sie in Öl gemalt hatte, persönlich überreicht; doch das lässt sich sicherlich nachholen.

Nach musikalischer Einstimmung durch das Folklore-Ensemble „Canarie“ der Musik– und. Kunstschule Remscheid unter Leitung von Oliver Gier schlug Monika Hein einen Bogen von der Kunst zur Politik. „Viele Menschen glauben heute, vor der kaum noch zu überschauenden, geschweige denn zu bewältigenden Informationsflut kapitulieren zu müssen, Der naive Glaube an ständiges Wachstum - jahrelang beinahe selbstverständlich - ist in eine Krise geraten. Die Sinnfrage stellt sich wieder. Die Kunst lehrt uns sehen. Unsere Sinne arbeiten in der Regel selektiv und oberflächlich. Wir fassen Umwelteindrücke gewohnheitsmäßig auf, weil wir nicht ständig bewusst und konzentriert beobachten können. Zwar ist auch die Erfahrung des Künstlers subjektiv, er aber lebt in der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung. Daher schärfen Bilder unseren Blick für das Geflecht von „kleinen Dingen“, Situationen und Stimmungen, die wir üblicherweise übersehen. Sie erweitern und verändern die Wahrnehmung und fordern dadurch den Betrachter zu neuen Denkmustern und Verhaltensweisen heraus.

Gerade der Politiker könnte auf den Künstler manchmal neidisch werden. Auch er will ja die Realität gestalten. Das ist seine Aufgabe. Die Gestaltungsfreiheit der Politik ist jedoch viel beschränkter als die der Kunst. Auch zur Erhaltung und Gestaltung der Lebensverhältnisse gehören ein kreativer Blick und die richtigen Vermittlungstechniken. Das dazu erforderliche Verständnis der Öffentlichkeit wecken weder Gesetze und Verordnungen noch ständige Appelle an die Vernunft allein. Die Bewusstseinsbildung kann die Unterstützung durch die Kunst sehr gut gebrauchen. Mit Recht gilt daher auch die Kunst als eine öffentliche Angelegenheit. Künstler wie Politiker stellen sich und das, was sie zu sagen haben, der öffentlichen Diskussion und lassen das Publikum entscheiden. Was für den Politiker die Wahlen sind, sind für den Künstler die Ausstellungen. Erfolg hat in der Politik wie in der Kunst nur, wer die Menschen wirklich erreicht - mit Aussagen, die sie verstehen, und mit der neuen, der besseren, der überzeugenderen Idee.

In diesem Jahr findet die Werkschau unter dem Eindruck des 30. Gründungstages der Künstlergruppe Werkhaus statt. Wie ich meine, ein guter Grund zum Feiern. Kunst lebt von Öffentlichkeit und in gleicher Weise lebt unsere Gesellschaft von Kunst. Was liegt dann näher, als die Kunst bergischer Künstlerinnen und Künstler „in der guten Stube" unserer Stadt zu präsentieren. Das Rathaus soll ein Ort der Begegnung sein und weniger ein Ort der Beklemmung. Deshalb lege ich Wert darauf, dass dieser „öffentliche Raum" im wahrsten Sinne des Wortes auch als solcher genutzt werden kann. Ich freue mich sehr, dass dies mit dieser Werkausstellung ein weiteres Mal in eindrucksvoller Weise geschieht. Allen Beteiligten dieser Ausstellung danke ich für Ihre Bereitschaft, an dieser Vorstellung eines ‚offenen Rathauses’ mitzuwirken.“

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Kommentare

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Chronist am :

Vom 27. September bis 23. Oktober 2010 findet im Rathaus die alljährliche Ausstellung der Künstlergruppe „Werkhaus Remscheid“ statt. Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 30. September, um 18 Uhr.

Hans Georg Müller am :

Licht für Werkhaus. Nach einer wohlklingenden Einstimmung von Ariane Böker, begleitet von Harald Neumann und erklärenden Worten vom Bürgermeister und Frau A. Hundhausen, war die Jahresausstellung der Künstlergruppe Werkhaus eröffnet. Die Betrachtung der Exponate wurde durch die Dämmerung schnell eingeschränkt.Zartes Blau wurde zu schwarz usw... Die Gemälde einer Ausstellerin waren gar nicht mehr zu sehen! Die Sparlampen über dem Rathausflur gaben ihr Letztes - ohne Erfolg. Besucher empfahlen, Taschenlampen am Eingang des Rathauses auszugeben. Es ist Herbst. Auch am Tage ist es draußen dunkel. Wer dreht bitte hellere "Birnen" in die Fassungen? Ich glaube, die Stromkosten spenden die Künstler von "Werkhaus".

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