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Remscheider Platt, ich höre es gerne

Ich höre es immer seltener, aber ich höre es immer wieder gerne - das Remscheider Platt. Meine Eltern und Großeltern haben es mir leider nicht beigebracht; aber ich verstehe es gut. In den Kotten und kleinen Werkzeugbetrieben ist es auch heute noch an der Tagesordnung, dass Chef, Meister und Arbeiter sich auf Platt unterhalten. Das verbindet irgendwie und hat Tradition, die weiter gepflegt werden sollte. Darum kümmert sich ganz offiziell seit seiner Gründung am 25. Mai 1999 der „Arbeitskreis der Freunde und Förderer der Remscheider Mundart e.V.“. Die „Plattkaller-Stammtische in der „Denkerschmette“, Kippdorfstr.27, bieten eine gute Gelegenheit, die eigenen Kenntnisse in Remscheider Platt mal wieder aufzufrischen.

Bergischer Platt kann sich im Umkreis von zehn Kilometern völlig anders anhören. So zählt das Remscheider Platt zur Limburgisch-Bergischen (Südniederfränkischen) Dialektgruppe, das in Wuppertal, Hückeswagen und Wipperfürth gesprochene dagegen den kleverländischen (Niederfränkischen) Mundarten.

Georg Wenker (1852-1911) war ein Experte in Sachen „Platt“ und hat darüber 1877 ein Buch geschrieben: „ Das rheinische Platt“. Darin heißt es: „Das Bergische Platt zerfällt ... in vier Unterdialekte, den Solinger,  den Remscheider,  den Mettmanner und  den Wülfrather Dialekt. Der Mettmanner und Solinger hat ehr, öch, ühr für hochdeutsches ihr, euch, euer, der Wülfrather und Remscheider ... gött und önk.“ Aber Wenker stellte auch Gemeinsamkeiten fest: „Eins haben die Rheinländer all gemeinsam, daran kennt man sie aus: es sind fidele und gescheidte Leute, und wenn 's noch so schlimm geht, der Rheinländer ist nicht klein zu kriegen!“

Das große Nachschlagewerk für Remscheider Platt hat Gustav Hermann Halbach geschrieben: „Bergischer Sprachschatz, Remscheider Platt in Hochdeutsch - Mit sprachwissenschaftlichen Erörterungen und Erklärungen, Beschreibung von mundartlichen Ausdrücken und Begriffen.“ Das 900 starke Werk wird herausgegeben vom Berg. Geschichtsverein, Abteilung Remscheid, und kostet  20,40 Euro.

Für diejenigen, die sich dem Remscheider Platt weniger wissenschaftlich näher wollen, hat der „Arbeitskreis der Freunde und Förderer der Remscheider Mundart e.V.“ vor fünf Jahren zur Erinnerung an die „Plattkaller“ und Heimatfreunde Else Schmidt, Fritz Knäpper (an meinen knorrigen Duzfreund aus meiner Zeit als Redaktionsvolontär erinnere ich mich immer wieder gerne) und Walter von den Steinen eine CD herausgegeben: "Hie wüerd Platt gekallt" .

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Stadt Remscheid am :

Es gab einmal eine Zeit, da war Hochdeutsch in Remscheid eine Fremdsprache, zumindest für die vielen Schmiede und Schleifer in ihren Hämmern und Kotten. Aber auch mancher der vielen kleinen Fabrikanten verzichtete bewusst darauf, sich auf hochdeutsch zu unterhalten. Diese Zeit will das Deutsche Werkzeugmuseum mit einem Rundgang auf Remscheider Platt wachrufen. Er startet am Mittwoch, 12. Oktober, um 15 Uhr unter Leitung von Horst Kaiser. Der Eintritt kostet zwei Euro (ermäßigt: 1 Euro). Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden Interessierte gebeten, sich in jedem Fall vorher anzumelden. Kontakt zur Anmeldung: Tel. RS 162519 oder per E-Mail Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de.

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