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Hinter der Verschieferung verstecken sich Schießscharten

Der prägende Mittelpunkt der Hofschaft Morsbach, der Pulverturm. Sammlung Reifenrath Der sogenannte Pulverturm (in der Ortschaft Morsbach) ist ein dreigeschossiger turmartiger Fachwerkbau, der wahrscheinlich schon vor mehr als 200 Jahren verschiefert wurde, als man ein gleichfalls verschiefertes Wohnhaus in sog. bergischer Bauweise anbaute. Die beiden unteren Geschosse des Turms wurden damals in den Grundriss des Neubaus einbezogen. Das … rundum vorkragende Dach hebt sich als Steildach mit Krüppelwalm und Giebelverbretterung über den jüngeren Bau hinaus. Wie eine vergleichende Betrachtung ähnlicher Bauwerke des weiteren Umlandes zeigt, ist diese Dachform nicht erst mit der Verschieferung geschaffen worden. Die Krüppelwalme waren schon vorhanden, als der freistehende Speicherturm noch den Pelz eines Strohdaches trug. (…) Sollte einmal die Wandbeschieferung entfernt werden, so könnten im unteren Geschoss vielleicht noch einige starke in Brüstungshöhe zwischen den Riegelketten eingesetzte senkrechte Bohlen mit Schiessschartenschlitzen zu erkennen sein. Solche im Holz ausgeschnittenen Schiessschartenöffnungen finden sich heute noch zum Beispiel am ehemaligen Wehrspeicher des Hofes Großen Siepen in Herzkamp, Ennepe-Ruhr-Kreis.

Die erste Frühlingssonne lockt die Anwohner in die Gärten. Blick über den Pulverturm Richtung Löher-Bohrerfabrik. Sammlung Reifenrath im Historischen Zentrum RemscheidDer Pulverturm gehört nach allen Merkmalen seines Baugefüges und seines Baukörpers in die Zeit um etwa 1550 bis 1575. Mit Einzelheiten seiner Verzimmerung, insbesondere seiner Verstrebungen, steht er in einem westlichen Kulturzusammenhang, der bis nach Flandern reicht. Dem Typ nach ist es ein Wehrspeicher, der als brandgefährdetes hölzernes Bauwerk in spätmittelalterlichen Jahrhunderten, in abgelegenen Landschaften auch noch später, vielfach mit Lehm umhüllt wurde. Wie der genannte Wehrspeicher des großen Siepen und die niederrheinischen Bergfredhäuser kann auch der Morsbacher Speicher durch einen Wassergraben geschützt gewesen sein. Seine Lage am Fuße eines Hanges spricht nicht dagegen; sie ist ähnlich wie auf dem Hofe Großen Siepen in Herzkamp. (Aus „Die Morsbach, Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid“ von Günther Schmidt, einem 1999 erschienenen Bildband zum 630-jährigen Bestehen einer der ältesten Remscheider Hofschaften.)

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