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Erinnerungen an Remscheider Widerstandskämpfer

Stolpersteine gegen das Vergessen

Vor dem Haus Fürberger Straße 29 soll künftig mit einem „Stolperstein“ des Remscheider Widerstandskämpfers Heinrich Imig mit dem Setzen eines Stolpersteines gedacht werden. Er wurde am 13. Februar 1909 in Remscheid geboren. Als Mitglied der KPD beteiligte er sich im April 1932 an einem Sprengstoffanschlag auf die Geschäftsstelle der Remscheider NSDAP. Im Prozeß gegen Wilhelm Paulowski und andere wurde er am 21. Juni 1934 vom Landgericht Düsseldorf zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Zunächst inhaftiert im Zuchthaus Düsseldorf, wurde er später in das Konzentrationslager Börgermoor und in die Zuchthäuser Lüttringhausen und Butzbach verlegt, nach Straßverbüßung am 19. Juni 1939 in „Schutzhaft“ genommen und in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht und später in das Konzentrationslager Ravensbrück verlegt. Am 9. Oktober 1943 kommt er im Konzentrationslager Dachau bei München um.

Im Hof Küppelstein wird am Freitag mit einem „Stolperstein“ des Widerstands- und Spanienkämpfers Wilhelm Eppels gedacht. Er wurde am 6. August 1907 in Remscheid geboren und war Mitglied der KPD und des Rotfrontkämpferbundes. Unmittelbar nach Machtübernahme der Nazizs wird er in „Schutzhaft“ genommen und am 14. Dezember 1934 in einem Massenprozeß gegen Remscheider und Hückeswagener KPD-Mitglieder vom Oberlandesgericht Hamm wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verurteilt und in den Gefängnissen Remscheid und Wuppertal und im Zuchthaus Lüttringhausen. Am 2. Juni 1935 aus der Haft entlassen emigriert er im Februar 1936 in die Niederlande. In Den Haag leitet er den Vertrieb illegaler Literatur der KPD für das Deutsche Reich. Als Freiwilliger der Internationalen Brigaden nimmt er später am spanischen Bürgerkrieg teil. Am 8. September 1938 ausgebürgert fällt er in Spanien.

An der Hoffmeisterstraße befinden sich bereits zwei Stolpersteine. Ein dritter soll künftig vor dem Haus Hoffmeisterstraße 5 an den Widerstandskämpfer Emil Illigmann erinnern, der am 15. August 1895 in Barmen geboren wurde. Zimmermann von Beruf führte sein politisch-gewerkschaftliches Engagement ihn zur Mitgliedschaft in der KPD. Vom 27. März bis zum 31. mai 1933 befand er sich in „Schutzhaft“. Im April 1943 wurde er erneut festgenommen und gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat bzw. fahrlässigen Landesverrat eingeleitet, weil er unter anderem einem französischen Kriegsgefangenen zur Flucht verholfen hatte. Am 13. August 1943 wird er zusammen mit dem Remscheider Friedrich Ickler vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 11. Oktober des gleichen Jahres in Berlin-Plötzensee hingerichet.

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Kommentare

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Armin Breidenbach am :

In dem Beitrag heißt es unter anderem, dass der Remscheider Emil Illigmann am 13. August 1943 zusammen mit dem Remscheider Friedrich Ickler vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 11. Oktober des gleichen Jahres in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden sei. Das ist allerdings teilweise falsch, denn Illigmann und Ickler wurden nicht in Berlin-Plötzensee, sondern im Zuchthaus Brandenburg-Görden/Havel hingerichtet. Dieser Fehler ist aber nicht dem Chronisten anzulasten; vielmehr dürfte er darauf zurückzuführen sein, dass sich die Initiatoren des 2008 verlegten „Stolpersteins“ für Emil Illigmann bei ihren Recherchen vermutlich auf das 1993 in Frankfurt/M. erschienene Buch „Der Tod von Plötzensee. Erinnerungen – Ereignisse – Dokumente 1942 – 1944“ von Victor von Gostomski und Walter Loch gestützt haben. Dort ist fälschlicherweise zu lesen, dass Emil Illigmann und Friedrich Ickler in der Strafanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet worden seien. Vor diesem Hintergrund kann es nicht verwundern, dass auch die in Remscheid verlegten „Stolpersteine“ für Illigmann und Ickler fälschlicherweise Berlin-Plötzensee als Hinrichtungsort nennen. Der „Stolperstein“ für Friedrich Ickler weist sogar einen weiteren Fehler auf; danach ist Ickler nicht am 11. Oktober 1943 hingerichtet worden, sondern bereits einen Tag früher (siehe hierzu Remscheider General-Anzeiger vom 11.10.2018, S. 14). Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Inschriften auf den beiden „Stolpersteine“ bei Gelegenheit korrigiert bzw. die beiden „Stolpersteine“ ausgetauscht werden könnten. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass durch eine Verfügung des Vorstandes des Zuchthauses Brandenburg-Görden vom 9. Oktober 1943, eindeutig belegt wird, dass Illigmann und Ickler am 11. Oktober 1943 im Zuchthaus Brandenburg-Görden/Havel hingerichtet wurden, zusammen mit elf weiteren Delinquenten, darunter auch Fritz Vollerthun, der ebenfalls dem Remscheider Widerstand zugerechnet werden kann. (siehe hierzu Widerstand und Verfolgung in Remscheid 1933 – 1945. Materialien für den Unterricht, zusammengestellt von Armin Breidenbach, hrsg. vom Stadtarchiv Remscheid, Remscheid 1993, Kapitel 2)

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