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Nicht immer konnte die Todesursache geklärt werden

Stolpersteine gegen das Vergessen

Vor dem Gebäude Neuenkamper Straße 74 erinnert künftig ein Stolperstein an den Widerstandskämpfer Hugo Schüller. Er wurde am 15. Oktober 1882 in Dabringhausen geboren. 1918 beteiligt er sich als Mitglied des Maschinisten- und Heizerverbandes an der Novemberrevolution. Im Februar 1919 tritt er in die soeben gegründete KPD ein und wird in den Arbeiterrat einer Remscheider Firma gewählt. Im März 1920 beteiligt er sich an führender Stelle bei der Abwehr des Kapp-Putsches.

Vom März bis November 1933 in „Schutzhaft“, unter anderem auch im berüchtigten Konzentrationslager Kemna. Am 8. November 1938 wird er wegen des Verdachts der illegalen Betätigung für die KPD festgenommen. Nach seiner Freilassung im Mai 1935 emigriert er nach Belgien und wird dort Mitte 1940 für mehrere Wochen in verschiedenen Lagern interniert. Am 14. Februar 1941 wird er während seines Aufenthaltes in Antwerpen festgenommen und am 10. März 1941 nach Wuppertal transportiert. Gegen ihn wir ein Strafverfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat eingeleitet, nach dessen Einstellung jedoch wieder in „Schutzhaft“ genommen. Ab 18. August 1942 befindet er sich im Konzentrationslager Dachau, dort verstirbt er – angeblich an einer Krankheit.

An der Greulingstraße 2 lebte der Kaufmann Joseph Chaim Artmann (genannt Feuer). Er war mit seiner Frauz Eidel, geb. Häuseler, 1910 aus Polen nach Remscheid eingewandert. Die nationalsozialistische Hetzpresse machte auch nicht vor dem kleinen Geschäft der Familie Artmann halt. Im berüchtigten „Stürmer“ vom Juni 1935 erscheint eine Liste sog. „Remscheider Judengeschäfte“, im zweiten Teil der Veröffentlichung findet sich unter der Überschrift „Stinkjuden“ unter anderem auch der Kaufmann Joseph Chaim Artmann unter der Anschrift Greulingstraße. Derartig gebrandmarkt war den jüdischen Kaufleuten die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen. Die Eheleute Artmann wurden am 25. Oktober 1941 in das Ghetto Lodz deportiert. Sie sterben im Jahr 1942 an Entkräftung.

Peppi Dora Artmann wird 1920 in Remscheid geboren und verlässt im Alter von 19 Jahren ihre Geburtsstadt um am 24. Oktober 1939 im niederländischen Vlissingen Schutz vor weiteren Verfolgungen zu suchen. Mit dem Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande werden auch die dort lebenden und dorthin geflüchteten Juden vom NS-Terror heimgesucht. Sie ist am 19. November 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden und dort umgekommen. Ihre 1909 noch in Polen geborene Schwester Jochewed Artmann heiratet und trägt fortan den Familiennamen „Kamiel“. Die Familie Kamiel verzieht mit ihren Kindern Doris und Hanna am 22. April 1936 nach Gelsenkirchen. Jochewed Kamiel, geb. Artmann ist mit ihren Töchtern nach Riga deportiert worden. Sie wurden nach dem Kriege für tot erklärt.

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