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Um 1850 gab es in Remscheid nur private Waldbesitzer

Dr. Heinz-Günther Grüneklee, zuletzt Ltd. Forstdirektor, war von 1969 bis 1984 Leiter des Forstamtes und danach bis Mai 1987 des Amtes für Umwelt und Grünflächen der Stadt Remscheid. 1988 veröffentlichte er einen Aufsatz über den Wandel der Forstwirtschaft „von der Markengemeinschaft zum Waldbauverein“. Darin heißt es: „Nachdem die alten Markengemeinschaften bereits zu Anfang des 18. Jahrhunderts aufgeteilt und in Privatbesitz überführt worden waren, verschlechterte sich in der Folge der Waldzustand dermaßen, dass vom ehemals ertragreichen Bergischen Wald so gut wie nichts mehr vorhanden war. Die Folgen der Waldverwüstung auf die Landeskultur blieben nicht aus. Der früher vom Wald positiv beeinflusste Niederschlagsabfluss wurde unregelmäßig, was sich bei den hohen Niederschlagsmengen des Bergischen Landes sehr nachteilig auf die in den Tälern angesiedelte Eisenindustrie auswirkte, die zur Energiegewinnung auf einen möglichst gleichmäßigen Wasserzulauf angewiesen war. Es kam zunehmend zu Bodenerosionen mit nachteiligen Folgen auch für die ohnehin klimatisch bereits benachteiligte Landwirtschaft. Der Holzmangel war drückend.

Alle diese und weitere Gründe veranlassten seit etwa 1850 die jeweiligen Bürgermeister und den Rat der Stadt, in Remscheid Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen sollten, die Privatwaldbesitzer (es gab zu der Zeit nur privates Waldeigentum) zu ermuntern, ihren verwüsteten Waldbesitz aufzuforsten. Für diesen Zweck stellte der Rat auch Forstpersonal ein, den ersten Forsttechniker 1860.

Die Bemühungen um die Verbesserung des Waldzustandes waren jedoch nur teilweise erfolgreich. Hauptgrund dafür war die außerordentlich starke Waldeigentumszersplitterung überwiegend in kleine und kleinste Parzellen. Während im größeren Waldbesitz durchaus Interesse an einer forstlichen Bewirtschaftung vorhanden war, so dass hier beachtliche Aufforstungserfolge zu verzeichnen waren, war das beim weit überwiegenden Kleinwaldbesitz kaum oder gar nicht der Fall.

In der Erkenntnis, dass aufgrund der bestehenden Situation durch eine reine Privatwaldbetreuung die angestrebte Wiederbewaldung nicht zu erreichen war, betrieb die Stadt Remscheid seit den 1890-er Jahren eine konsequente Ankaufspolitik verwahrloster Waldflächen, die in der Folge aufgeforstet. Dieser Weg war durchaus erfolgreich.

Die Betreuung des Privatwaldes wurde bis zum Zweiten Weltkrieg trotzdem nie aufgegeben. So war nicht zuletzt der leitende städtische Forstbeamte im ältesten Waldbauverein der Rheinprovinz, dem 1911 gegründeten „Verein für Waldschutz und Aufforstung in Lennep e. V.", aktiv tätig. Diesem Verein, der im ehemaligen Landkreis Lennep, dem die Stadt Remscheid angehörte, segensreich wirkte, gehörten damals fast 600 Mitglieder mit rd. 4 000 ha Waldfläche an.“

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