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Verladegleise einst bis vor die Tore der Firma Erbschloe

Erbschloe-Belegschaft um 1900 - Repro: Fa. Erbslöh

Am 2. July 1662 bekommt "Joann auf der Halbach" die fürstliche Erlaubnis, einen "Staalhammer auf die Halbach" zu bauen. 1682 wird er in einer Erhebung gezählt. 1749 wird bekannt, daß er 1?2 Goldgulden Erkenntnis für den Reckhammer zahlen muß. Wilhelm Erbschloe heiratete 1772 die mit dem Halbacher Stamm verwandte Christina Motte vom Stursberg und fasste damit im Leyerbachtal wirtschaftlich Fuß. Er baute gegen 1790 das "alte Haus" auf Halbach. Verwandtschaftliche Verbindungen existierten aber schon seit 1719, denn Vater Engelbert Erbschloe hatte mit der Heirat der Anna Katharina Halbach vom Schmalenhof schon alles klar gemacht. Auf einer Urkunde vom 20. Juni 1779 ist vermerkt, dass von Friedrich Wilhelm Erbschloe jun.ein Hammerwerk unter dem Namen "Erbschloe-Hammer" gebaut wurde. Kurze Zeit später wurden der Laaker- Hammer und 1780 der Lenhartz-Hammer erbaut. Letzterer ist auf den Grundmauern des alten Hammers aufgebaut worden und stand an der Stelle des heute umgebauten Werkes.   

Der Erbschloe-Hammer war 1780 fertig. 18 Jahre nach dem Bau des Hammers verstarb Wilhelm Erbschloe. Ein Jahr später heiratete der 20jährige Sohn Friedrich Wilhelm seine Cousine, Tochter des Goerd Lenhartz auf der Halbach, Besitzer und Erbauer des Lenhartz-Hammers unterhalb des Kottens. 1806 erwarb Friedrich Wilhelm ein weiteres "Stück Busche im großen Holz aus dem untersten Wiedenhofsbusche" in Erbpacht, denn er ahnte wohl, dass die napoleonische Gesetzgebung, die Pächter zu Eigentümern machte, bald auch in Berg gültig werden könnte. Er übernahm die vom Vater entwickelte Produktion von Steinsägeblättern, die im 19. Jahrhundert Weltgeltung erlangt hatte aus dem Lenhartz- Hammer. Gegen 1800 war dieser Eisen-Reckhammer in Besitz von Joan Halbach auf der Halbach, der 1Rtl.32 alb. Erkenntnis zahlen sollte. 1824 ist ein Peter Ibschen (o.ä.) laut Landrat als Eigentümer des "Lehnharz-Stahlhammers in Lüttringhausen" bekannt. Er wird betrieben von einem Peter Lenharz, Schwager des Beigeordneten Erbschloe, auf der Halbach wohnend.

 

Am Lenhartzhammer - Repro: Rudolf Renelt

1846 ist der Stahlraffinierhammer von F.W. Erbschloe Söhne mit zwei Feuern, einem Amboß, drei Arbeitern und jährlich 40000 Pfund Raffinierstahl angegeben. 1853 wird er in der Regierungsliste aufgeführt mit dem Zusatz: seit 70 Jahren in Betrieb.

Wilhelm Erbschloe ging dazu über, Werkzeuge, insbesondere Feilen und Sägen, herzustellen und schlug auf seine Qualitätserzeugnisse vor nunmehr weit über 150 Jahren als Fabrikzeichen den nach vorwärts schreitenden Hahn, der heute noch als Warenzeichen geschützt ist. 1881 wurde dem alten Hammer ein Fabrikneubau hinzugefügt, und 1895 erfolgte ein Büroneubau. Somit war das Wasser vom darüberliegenden Teich abgeschnitten. Es wurde fortan nur noch mit Dampfkraft gearbeitet. (Die 1891 eröffnete Schmalspurbahn von Ronsdorf nach Müngsten erleichterte den Transport von schweren Lasten (Ware und Kohlen). Historischen Bildern ist zu entnehmen, dass die Verladegleise bis vor die Tore der Firma gingen. In diesem Zusammenhang weiß wohl kaum noch einer, dass von Lüttringhausen kommend, ebenfalls ab 1907 eine Straßenbahnlinie fuhr. Sie brachte aber nicht den erhofften Aufschwung und wurde 1923 wieder abgerissen. )

Die Auslagerung der Feilen- und Sägenproduktion in die neuen Fabrikhallen mit Sheddächern ging ab 1911 vonstatten. Die Firma wurde geteilt. Der 1943 gefallene Friedrich Wilhelm und sein Bruder Adolf gründeten die heutige "F.W. Erbschloe K.G.", die sich auf Steinsägen und die damit zusammenhängenden Geräte und Werkzeuge spezialisierte. Der 1929 verstorbene Hermann Erbschloe übernahm mit seinem "Erbschloe-Werk" die  neuen Gebäude des Erbschloe – Hammers mit dem schon stillgelegten Wasserrad, der etwa dort stand, wo heute der Lagerplatz mit Kranbahn steht. Seit 1923 nennt sich der neue Betriebsteil unter Leitung von Hermann Erbschloe "Erbschloe & Co". Damals wurde das neue Kraftwerk mit stärkerer Dampfmaschine in Betrieb genommen, die angrenzenden Büro- und Wohnbauten erstellt und 1952 in der Nähe vom Hammerstandort die hohe Werkhalle gebaut.(Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

 

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