Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Bunker als Museum für Kino- und Luftschutzgeschichte?

Stadtführung mit Besichtigung des Bunkers Honsberg.

Im Bunker Honsberg lagert jetzt Militaria. Im Bild eine Schaufensterpuppe in US-Uniform.

Rätselraten: Wer hat den Honsberger Bunker gekauft?“, titelte der Waterbölles am 9. April 2008. Inzwischen hat  sich auf dem Honsberg jedenfalls das herumgesprochen: Mieter ist Markus Bertram aus Wuppertal: „Der große Kinosaal und die meisten anderen Räume sollen nach und nach restauriert werden. Zusammen mit einer geschichtsorientierten engagierten Interessengemeinschaft sind wir zurzeit bei der Gründung eines Vereins zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes und zum Aufbau eines Museums für Kino- und Luftschutzgeschichte. Parallel läuft die Restaurierung und Materialsammlung für die Ausstellung. Geplant ist es, diese wie einen Zeitstrahl mit Bezug zum Gebäude aufzubauen: Um 1900 Anfänge der Fliegerei, um 1916 entstehen der Bedrohung durch die Luft, 20-er und  30-er Jahre Weiterentwicklung der Flugzeugtechnik, 30er /40er Jahre Überfall auf Österreich / Tschechien, Polen und Kriegsbeginn und Bombenkriegsbeginn durch Deutschland. 1941 Bau des Bunkers Honsberg, Luftabwehr, Luftschutz. Parallel Ausstellung über die Veranstaltungen/ Kino und Schule im Gebäude in den 40-er Jahren, 1946 Eröffnung des Kinos (Kinoplakate und Vorführpläne), . 1962 Kalter Krieg, Neunutzung durch Zivilschutz, 80-er Jahre Möbellager. Das Ganze soll umfangreich beschildert werden und das Zeitgeschehen kritisch beleuchten.“

Nachdem Anfang dieses Jahres die Arbeit Remscheid gGmbH  ihr bisheriges Möbellager aus dem Bunker in die ehemalige OBI-Filiale an der Königstraße verlagert hatte, konten jetzt rund 20 an Heimatgeschichte interessierte Remscheider und Remscheiderinnen unter der Führung von Claudia Holtschneider und Harald Neumann den Bunker erstmals besichtigen. Wahrscheinlich werde es bis zur fertigen Museumsausstellung noch lange Zeit dauern, da alles in Eigenregie laufe, sagte Markus Bertram, der nebenberuflich auf einer eigenen Internetseite mit militärischen Antiquitäten handelt, den Besuchern. „Es ist unheimlich viel zu tun, und wir sind nur ein paar Leute und haben nur sehr begrenzte Mittel. Wir haben im letzten halben Jahr schon etwa 600 Arbeitsstunden investiert und folgende arbeiten erledigt: Erneuerung der Elektrik einer Etage, Anstrich im Inneren von ca. 400 Quadratmetern nach historischen Vorlagen. Das Gebäude wies im Februar/ März Luftfeuchtigkeitswerte von bis zu 98 Prozent auf. Daher musste schnell etwas geschehen: Neueindeckung der 600 Quadratmeter Dachfläche, Anbringen neuer Regenrinnen, Einbau einer soliden, wärmegedämmten Eingangstür, Anbringen von Ventilatoren zur Gebäudetrocknung. Weiterhin haben wir alles vorgereinigt und ein paar Stücke aus unserem Ausstellungsbestand aufgestellt. Im Saal haben wir einen alten Filmprojektor und Filmrollen platziert, um auf die Nutzung als Kino und Veranstaltungsgebäude hinzuweisen.“

Im Eingangsbereich steht stellvertretend für die 50-er Jahre eine Schaufensterpuppe mit der Uniform eines Schupos (Schutzpolizisten ) mit typischem Fiberglastschako, im Durchgang zum Saal ein Display mit einem amerikanischen Soldaten um 1945 stellvertretend für die Befreiung des Remscheider Stadtgebietes vom Nationalsozialismus um 1945. Im grossen Kinosaal stehen ca. 40 original Luftschutzbänke, darauf sitzt eine Puppe im nadelstreifen  Anzug der 40-er Jahre. Viele Koffer und Kleidungsstücke sind auf den Bänken drapiert, stellvertretend für die Bürger, die dort im Krieg Schutz suchten.

Markus Bertram: „Für den Bereich Kino und Veranstaltungen fehlen uns noch viele Ausstellungsstücke. Wir haben vor Abriss die Genehmigung erhalten, aus dem Luftschutzbunker am Platz der Republik in Elberfeld. Fünf Tonnen Filteranlagen, Luftschutztüren, Elektrik und Installationen auszubauen und für unsere künftige Ausstellung zu sichern. Das waren etwa 150 Stunden Arbeit zu mehreren Leuten. Wir würden uns bei dieser Gelegenheit freuen, wenn sich Leute bei uns melden, die uns bei der Restaurierung helfen möchten oder Ausstellungsstücke für uns haben. Vielleicht auch Zeitzeugen die etwas über den Bunker erzählen können oder alte Unterlagen oder Fotos davon haben.“ Wenn es keine Genehmigungsprobleme gebe, könne man den grossen Saal für Vorträge, zur Stadtgeschichte, Kinovorführungen, Event-Büffets etc. nutzen, meint der neue Mieter des Bunkers. Es sei aber nicht an regelmäßige Öffnungszeiten gedacht, nur an Sonderveranstaltungen zu festen Terminen.

Bei der Führung durch den Bunker erklang von einem alten Grammophon eine Schellackplatte mit Musik aus dem Film „Bel Amie“ und vermittelte beinahe historische Ballsaal-Atmosphäre. Begonnen hatte der Stadtrundgang am Lindenhof. Hübsche Wohnlagen und romantische Ecken weckten Erstaunen. So hatten sich einige Teilnehmer den Honsberg nicht vorgestellt: Architektur der 20er Jahre, gestaltet von Ernst Bast. Beim Besuch des Bunkers wurde an den Widerstand gegen das Nazi-Regime erinnert. Am Haus des ehemaligen Oberbürgermeisters  Gustav Flor (Mai bis Oktober 1946) an der Humboldt Straße suchten die Teilnehmer des Rundgangs vergeblich nach einer entsprechenden Hinweistafel.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!