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"Juppenhammer" von 1772 verschwand in aller Stille

Am südlichsten Zipfel des Geländes der Firma Kuhler vereinigt sich der Diepmannsbach mit dem Mückenbach. Wir gehen über die Brücke und kommen am aufgeschütteten Teich der Spedition Beitzel vorbei. Dort stehen deren Lkw vor der großen Werkshalle der ehemaligen Firma Kleuser. Geht man rechts an der Werkshalle vorbei, kommt man an eine kleine Brücke, die über den Diepmannsbach nach Nüdelshalbach führt. Dort ist noch der mächtige Teichdamm des Juppenhammers zu erkennen. Wenige Mauerreste und Steine erinnern noch an den ehemaligen Hammer. Er wurde in früheren Zeiten auch 2. Nüdelshalbacher Hammer, Hammerwerk an der Juppen, Jupperhammer und Steffenshammer genannt. Wir bleiben bei dem geläufigsten Namen: Juppenhammer. Er erscheint erstmalig 1607. Namentlich ist der Hammer 1623 von Hens in der Nüdelshalbach wieder aufgebaut worden. Erst 1710 wird der Hammer wieder erwähnt als Hammer am Bockshove von Johann und Wilhelm Diederichs; ersterer in der Nüdelshalbach, letzterer zu Stursberg. Angeblich ist 1776 ein Neubau zu verzeichnen von Joan Graber auf der Halbach, und zwar als Stahl- und Eisenreckhammer. Dieser ist auch 1800 in einer Aufstellung erwähnt.

Juli 1936 im „August-Hermann-Hammer“, später wieder Juppenhammer genannt. Foto: Frau Steffens, Goldenberg, HIZ Remscheid 1826 ist dem Urkataster zu entnehmen, dass der Juppenhammer dem Carl-August Klarenbach gehört. 1842 ist dieser Hammer im Besitz der Gebrüder Lindenberg zu Remscheid-Büchel. Er ist dieser Eintragung zufolge 70 Jahre alt, d.h. 1772 erbaut, hat zwei Feuer, einen Amboss, drei Arbeiter und wie fast alle Raffinierstahlwerke eine Jahresproduktion in normalen Jahren von 40.000 Pfund. 1853 ist er noch mal mit Lindenberg als Besitzer aufgeführt, bevor er 1863 im Besitz von August Steffen ist. Steffen ist Pfannenschmied, und 1867 ist der Hammer unter der Firmenbezeichnung "Hammerwerk August Steffen am Diepmannsbach" im Adressbuch eingetragen. Er wird mit 12 PS angegeben, was damals jederzeit mit einem großen Wasserrad zu erreichen war.

Mit seinen Söhnen baut Steffen den Hammer aus und schmiedet zunächst Pflugscharen und später komplette Pflüge. 1910 ist der Steffenshammer als Gesenkschmiede mit 25 PS Dampfkraft, einem oberschlächtigen Wasserrad und einer Wasserturbine beim Lüttringhauser Bürgermeister verzeichnet. 1926 ist die letzte Eintragung datiert mit einem oberschlächtigen Wasserrad und einem Wehr. Doch niemand kann sagen, wann der Betrieb im Hammer eingestellt wurde, und keiner weiß, wann die Betriebsanlagen abgerissen worden sind. Die Firma Kuhler hatte als letzter Käufer sicherlich nur die Wasserrechte im Sinn, denn auch dort ist nicht überliefert, wann vor dem 2.Weltkrieg der alte Hammer verschwand. Um 1950 begann nach und nach das Aufschütten des Hammerteiches unterhalb des Juppenhammers. Hierzu wurden auch die Talwiesen des Bauers Luckmeier vom Goldenberg mit einbezogen. Sie waren für Lager- und LKW-Parkplatz vorgesehen. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

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Kommentare

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Rainer Motte am :

Schön, daß der Diepmannsbach hier noch bis zur Clarenbach so heißen darf. In den heutigen amtlichen Karten ist der Diepmannsbach leider nur noch ein kurzes Bächlein, das bereits unterhalb des „Jagdschlosses“ durch Vereinigung mit dem Endringhauser Bach zum „Morsbach“ wird. Warum, weiß ich nicht. Ich habe das so nicht gelernt. Von alters her war es immer so, daß sich der Diepmannsbach mit dem aus Ronsdorf kommenden Leyerbach vereinigte und erst ab dort Morsbach genannt wurde (wie auch in diesem Artikel). Warum das heute nicht mehr so sein soll, erschließt sich mir nicht. Auch aus diesem Grunde freue ich mich über den Beitrag.

Klaus R. Schmidt am :

Herr Motte, ich kann Sie gut verstehen. In älteren Flurkarten, Wanderführern und Stadtplänen waren die Bachbezeichnungen widersprüchlich und ungenau, was auch zu Fehlinterpretationen in der Literatur führte. Damit hat der für unsere heimischen Gewässer zuständige Wupperverband aufgeräumt und eine umfangreiche Fließgewässerliste mit Gewässerkennzahlen herausgebracht. Ich habe mich in meiner Funktion als Remscheider Stadtführer schon vor Jahren mit den Siepen und Bächen auf Remscheider Stadtgebiet in Vorbereitung auf meine Führungen befaßt und dabei u.a. gelernt, dass die Hauptquelle des Morsbachs bei der Hofschaft Endringhausen entspringt. Ich war vorher auch immer davon ausgegangen, dass der Endringhauser Bach in den Diepmannsbach fließt und sich erst bei Haddenbach mit dem aus Ronsdorf kommenden Leyerbach zum Morsbach vereint. Das war ja auch Ihre bisherige Definition. Ein Bach hat eben viele Väter (sprich Quellen), aber in deutschen Ämtern muß alles seine Ordnung haben.

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