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1943 fielen Bomben auf den restaurierten Bärenhammer

Die Überreste des Bärenhammers 1963. Foto: Dr. H. Huber

Verlassen wir den Standort Danielshammer und gehen rechts über den Waldweg zum einige hundert Meter weiter östlich gelegenen Bärenhammer. Man muss schon durch den Wald querfeldein an den Diepmannsbach gehen, um dessen Überreste zu sehen. Die Familiengeschichte von Stursberg beschreibt, dass der Berndshammer zum 105 Morgen großen Lehngut des Bernt Sturßbergh, 1560 Kirchmeister und Vorsteher der Honschaft Hohenhagen, gehörte. Bei der Erbteilung 1597 bekam der Sohn Theiß den späteren Sierachskotten, die Söhne Peter, Nolze und Johann gemeinsam den im Berndsiepen gelegenen Hammer, der später Bärenhammer genannt wurde.  Nach 1676 ist ein Sohn, Melchior Stursberg (1640-1694), danach sein Schwiegersohn Diederich aus der Nüdelshalbach Besitzer des Hammers, der um 1700 an Johannes Stursberg zu Lüttringhausen Dorf (Lindenhäusgen) Verpachtet war. Der Hammer wurde auch Berndshammer, Hammer im Berndssiepen, Grabers Hammer, Meisters Hammer und Honsbergs Hammer genannt. Bleiben wir aber beim Namen Bärenhammer, denn naheliegend kommt der Bärensiepen  vom Hohenhagener Berg.

1715 war Wilhelm Diederichs noch alleiniger, 1742 seine Witwe nur noch anteiliger Besitzer. 1750 folgten die Gebrüder Honsberg, die den Hammer 1746 neu aufbauten. 1824 ist zu lesen, dass der Hammer als Stahlraffinierhammer von Johann Arnold Honsberg & Söhne zu Remscheid Haddenbach von diesen selbst und nach kaufmännischem Recht für deren Rechnung durch unselbständige Hammerknechte betrieben wird. 1829 ist der Bärenhammer als Stahlraffinierhammer mit den gleichen Besitzern wie zuvor sowie drei oberschlächtigen Wasserrädern, einem Hammer und zwei Herdgebläsen angegeben. Sie können allerdings zwischen Mai und November nur zwei Tage Arbeit in der Woche verrichten. Alexander Honsberg ist als Besitzer zu dieser Zeit eingetragen. Er ist ein Sohn des Johann Arnold Honsberg.

Architekturzeichnung zur Erweiterung des Hammers. Schade, dass nichts draus geworden ist. Repro: G. Schmidt1853 gehört der Raffinierstahlhammer P. J. Graber. Er wird zum letzten Male 1867 erwähnt, als er das Hammerwerk mit neun PS betreibt. 1926 ist der Hammer verfallen; er hat den ersten Weltkrieg nicht überlebt, wie viele andere auch nicht. 1935 wurde er durch die Firma GEDORE von Wwe. Meister erworben und als Technisches Denkmal wieder aufgebaut (siehe Bauzeichnung links). Doch 1943 wurde er durch Bomben zerstört. Als ich 1985 meine erste Begehung unternahm, fand ich neben den beiden mit Bruchsteinen gemauerten Essen die Hammerachse und Teile des Viergespanns im Wasser. Die Hüftmauern und Befestigungsmauern des Hammers sind ebenfalls noch recht gut erhalten. Der seitlich gebrochene Damm des Hammerteichs lässt nur noch eine geringe Teichfüllung zu. Das gemauerte Eishaus mit den Riesensteinplatten ist auch noch gut zu erkennen.

Der letzte Besitzer war Hammerschmied Meister. Er starb 1938. Noch während des Krieges wurde die Anlage ausgeplündert. Der Besitzer hatte zwar immer wieder Anläufe unternommen, den Hammer wieder herzustellen, aber er ist Überlieferungen zufolge buchstäblich geklaut worden, denn kaum war ein Dach zum Schutz darauf angebracht, war es auch schon wieder weg. In den Nachkriegszeiten war das Unterfangen, den Hammer wieder herzustellen, hoffnungslos. Schade nur, dass sich heute keiner mehr um die Anlage kümmert; sie hätte es verdient, neben dem Steffenshammer und dem Grimmshammer als drittes Remscheider Industrieobjekt vergangener Tage erhalten zu bleiben. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

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Waterbölles am : Bedeutend für Technik- und Industriegeschichte der Region

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Im oberen Morsbachtal, nicht weit von der Hofschaft Hermannsmühle entfernt, liegt der ehemalige Bärenhammer. Das im 16. Jahrhundert gegründete Hammerwerk ist längst nur noch eine Ruine. Für das Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinl

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