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2.000 Euro Preisgeld für millionenschwere Feige-Sanierung

Die in Insolvenz gegangene Härterei "Hartcrom Feige" an der Edehoffstraße.

Im Rahmen eines Altlastensymposiums in Düsseldorf hat in dieser Woche Umweltminister Eckhard Uhlenberg den „Bodenschutzpreis  Nordrhein-Westfalen 2009“  verliehen. Mit dem 3. Preis ausgezeichnet wurde ein von der Stadt Remscheid eingereichtes Projekt. Es betraf die Sanierung des Geländes des in Konkurs gegangenen Betriebes „Galvanik Hartchrom Feige““ an der Edelhoffstraße. Mit dem Projekt gelang es der Stadt mit öffentlichen Mitteln, eine schwerwiegende Bodenverunreinigung zu beseitigen und Gefahren für das Grundwasser abzuwenden. Die Verwaltung heute in einer Pressemittilung zur Preisverleihung: „Daneben konnte das Fortbestehen einer innerstädtischen Gewerbebrache mit allen negativen Begleiterscheinungen vermieden werden. Hervorzuheben ist dabei, dass im unmittelbaren Anschluss an die Sanierung der Altlast eine Bebauung des Grundstückes mit vier Mehrfamilienhäusern möglich wurde. Beides hat sich günstig auf die unmittelbare Umgebung ausgewirkt. Diese umfangreiche Sanierungsmaßnahme erstreckte sich mit allen vorbereitenden Schritten über den Zeitraum von 1994 bis 2003.“  Der Preis ist  mit 2.000 € dotiert. Er wurde vom Leiter des Fachdienstes Umwelt, Wolfgang Putz, und Dr. Josef Klein-Reesink, Vorstand der HPC Harress Pickel Consult AG, die die Stadt Remscheid bei der Durchführung der Maßnahme unterstützt hat, entgegengenommen.  Die Sanierung des Geländes kostete damals rund 4,3 Millionen Euro. Zitat aus einer Dokumentation des städtischen Umweltamtes:

Die tiefe Baugrube, aus der der kontaminierte Boden geholt werden musste.

Die 0,3 ha große Industrie-/Gewerbebrache befindet sich mit anderen kleineren Gewerbebetrieben inmitten direkter Wohnumgebung in einem eng bebauten Wohnteil im Nordwesten von Remscheid. Von 1954 arbeitete dort ein Galvanikbetrieb mit Vernickelei und Verchromerei, der 1994 in Insolvenz ging. Nach der Insolvenz wurde das Gelände mit einem desolaten Zustand der Betriebseinrichtungen mit stark korrodierten Hochbehältern und Tiefbecken voller Chromsäure verlassen. Eine Grundwasserbeeinträchtigung wurde ebenfalls festgestellt. Daher war die Stadt gezwungen, alle notwenigen Maßnahmen in Ersatzvornahme durchzuführen: Sie kaufte das Grundstück zu einem symbolischen Preis, um es zu sanieren und für neue Wohnbebauung wieder veräußern zu können. Mit dieser Maßnahme sollten das gesamte Wohngebiet und die Umgebung eine Aufwertung erfahren. Eine Gefährdungsabschätzung von 1994 zeigte nicht nur Reste von Schlämmen und Chromsäure in Galvanikbecken, sondern auch hohe Bodenkontaminationen mit LHKW und Cr VI bis in 10 m Tiefe auf. Neben den technischen Schwierigkeiten standen eine Reihe rechtlicher und zeitlicher Probleme an, da die Grundstücke der Nachbarn zum Teil für die Aufstandsflächen der Einhausungen und Verankerungen benötigt wurden. 1996 wurden vorab u. a. 180 m³ Chromsäure aus Galvanikbecken, 106 t kontaminierte Metalle, 11,5 t Stäube und Schlämme und 6 t Betriebsmittel entsorgt. 1998 folgte eine Sanierungsuntersuchung. Zwei Jahre später wurden eine Sanierungsplanung sowie Räumung und Demontage durchgeführt, 2002/2003 erfolgte der Abbruch der Gebäude und der Bodenaustausch. Durch eine Neubebauung mit vier Mehrfamilienwohnhäusern mit insgesamt 29 Wohnungen (geförderter Wohnungsbau) mit Grünbereichen in zentraler Lage wurden nicht nur Gefahren und ein „Schandfleck“ beseitigt, sondern auch eine Aufwertung der unmittelbaren Umgebung erreicht. Zudem konnte durch den Verkauf des sanierten Grundstücks ein Beitrag zur Refinanzierung der städtischen Kosten geleistet werden.

Bei der Bodensanierung fielen insgesamt 20.000 t Bodenaushub (= ca. 2,5 t elementares Chrom VI) sowie 5.900 t Bauschutt an. Von 1999 bis 2001 wurde eine Bodenluftsanierung durchgeführt. 2003 wurden Teilbereiche durch eine Dichtwand und anschließender begrünter Oberflächenabdichtung gesichert. Die Regenwasserfassung erfolgt dort mittels Drainage. Insgesamt fielen Kosten in Höhe von 4,3 Mio. € an, die über den Grundstücksverkauf zum Teil refinanziert werden konnten. Nach Abzug der Fördermittel von AAV und Land lag die Kostenbelastung der Stadt bei rund 0,85 Mio. €.

Die auf der ehemaligen Industriebrache errichteten Wohnhäuser.

Die Öffentlichkeit wurde durch Informationsveranstaltungen, Pressemitteilungen und Anschreiben über den Stand der Maßnahmen informiert. Mit den Eltern in der benachbarten Kindertagesstätte wurden intensive Diskussionen geführt.

Durch eine Neubebauung mit vier Mehrfamilienwohnhäusern mit insgesamt 29 Wohnungen (geförderter Wohnungsbau) mit Grünbereichen in zentraler Lage wurden nicht nur Gefahren und ein 'Schandfleck' beseitigt, sondern auch eine Aufwertung der unmittelbaren Umgebung erreicht. Zudem konnte durch den Verkauf des sanierten Grundstücks ein Beitrag zur Refinanzierung der städtischen Kosten geleistet werden.

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Waterbölles am : Altlasten eines Galvanik-Betriebes erfordern Gutachten

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Durch Schwermetall, z.B. Chrom, verseuchte Industrieabwässer können leicht Umweltschäden verursachen, die in die Millionen gehen. 4,3 Millionen kostete etwa die umfangreiche Sanierung des Geländes von „Galvanik Hartchrom Feige“ an der Edelhoffstraße.

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Kommentare

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Wieland Gühne am :

Das ist alles schon etwas schwer nachzuvollziehen. Die gleichen Personen, die im Vorfeld ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind, werden, nachdem fünf Millionen Euro Steuergelder verbrannt wurden, mit weiteren Steuergeldern ausgezeichnet. Die nächste Zeitbombe tickt bei der Fa. Blasberg auf Rheinshagen.

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