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Geldsparen vor dem Hintergrund des Kopenhagen-Fiaskos?

Von Edda und Hans Gerd Göbert

Angesichts des nach wie vor noch von vielen ins Reich der Fabel verwiesenen Klimawandels beruhigt so mancher sein ökologisches Gewissen  mit Energiesparen. Wir möchten nicht alle Möglichkeiten aufzählen, die sich beim Stromsparen auftun. Sie sind hinlänglich bekannt. Die Mehrzahl der Verbraucher verbindet aber mit dem Begriff „Stromsparen“ zwangsläufig, dass es langfristig die eigene Geldbörse entlastet. Wenigstens in ganz kleinem Umfang. Am Beispiel des Dreipersonenhaushaltes der Familie G. aus RS, wohnhaft im eigenen Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, möchten wir einmal darstellen, wie jedoch dieses Sparen in den letzten Jahren belohnt wurde.

2003 - Arbeitspreis Tarif „L“ = 10,75 Ct. brutto je Kwh. / Verbrauch 5.028 Kwh. p.a
2009 - Arbeitspreis Tarif „L“ = 19,45 Ct. brutto je Kwh. / Verbrauch 4.470 Kwh. p.a.

Im Klartext: Familie G. hat durch entsprechende Maßnahmen, die Geld gekostet haben, von 2003-2009  im Mittel jährlich ca. 300 Kwh., über den Zeitraum von sechs Jahren somit 1.800 Kwh. Strom „gespart“, will sagen, elf Prozent weniger verbraucht. Ein schöner privater Beitrag, um den Klimawandel zu stoppen. Dieser Erfolg dürfte exemplarisch für Millionen anderer Haushalte in Deutschland sein, und er wird auch belohnt, nämlich mit der goldenen Ananas. Von  2003 bis 2009 stieg dafür der Preis für den Tarif „L“  (wie oben) um schlappe 81 Prozent. Was im Fall der Familie G. aus RS  einen Anstieg der Stromkosten  von  € 531 auf  € 861 in 2009 bedeutete. Ein Anstieg um 62,1 Prozent, der nur durch das eifrige Einsparen etwas gedämpft wurde. Die Investitionen in neue Elektrogeräte, Energiesparlampen etc. beliefen sich während dieses Zeitraumes auf fast zu vernachlässigende  2.064 €. Es ist wie bei Hase und Igel: umso mehr man an Energie spart - die höheren Tarife sind längst angekommen.

Familie G. weiß, dass dieses Ergebnis nicht alleine im Zusammenhang mit den Preisen des örtlichen Versorgungsunternehmens zu sehen ist. Ob ein Stromanbieter nun 1 Ct. pro Kwh. günstiger ist als andere, ist unterm Strich nahezu belanglos, zumal sich die Versorger in jedem Jahr die Bälle zuwerfen, wer mal der Günstigste sein darf. Die Aufforderungen, sich doch über Portale einen günstigeren Anbieter zu suchen, sind vor diesem  Hintergrund  Spiegel-fechtereien und sonst nichts.

Ob Familie G. aus RS zukünftig wohl noch ein Interesse daran hat, mit ihren Investitionen in Energiesparmaßnahmen weiter das Weltklima zu retten? Wo doch der Gipfel in Kopenhagen nicht einmal einen Minimalkonsens produziert hat, sondern in einem Fiasko endete? Man nahm zur Kenntnis, dass die Erde dem Untergang geweiht ist, konnte sich aber nicht auf den geringsten Nenner einigen. Wenn man davon absieht, dass die Mehrzahl der Teilnehmer wenigstens gut gegessen und genächtigt haben. Das ist doch  auch ein schöner Erfolg in der hehren Absicht, die Menschheit  zu retten.

Dennoch danken wir Bundeskanzlerin Merkel und Minister Röttgen recht herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz, das Weltklima zu stabilisieren und den Menschen in vielen Ländern damit ein Weiterleben zu ermöglichen. Auch Herrn Töpfer gilt unser Dank, weil er sich viele Jahre nicht nur für das Klima, sondern auch für den Artenschutz intensiv und im Rahmen der Möglichkeiten auch erfolgreich eingesetzt hat.  

Um es aber klar und deutlich zu sagen: Familie G. aus RS hat jetzt überhaupt keine Lust mehr, in irgendeiner Form Energie zu sparen. Zieht das Sparen doch niemals eine Belohnung in Euro und Cent, sondern seit Jahren eine drastische Bestrafung durch beachtliche Steigerungen der Energiepreise (Strom wie Gas) nach sich. Veräppeln kann sich Familie G. aus RS aber alleine. Deshalb wird Familie G. zukünftig keine Energie mehr sparen, sondern in ihrem Rahmen konsumieren, dass die Heide wackelt. Damit werden auch wir, wie erwünscht, dazu beitragen, das Wachstum zu beschleunigen. Das wollen im Prinzip auch alle Schwellenländer und später auch noch die Entwicklungsländer. Aber auch die Bundesregierung. Warum sollten wir kleinen Verbraucher da noch anders verfahren? Vor diesem Hintergrund waren auch alle ehrenwerten Bemühungen leider zum Scheitern verurteilt. Insofern stecken nicht nur nicht nur die Kanzlerin, ihre Minister, die EU, zuletzt wir alle, in einer großen, schweren Klima-/Wachstumsfalle. Es sei denn, wir hätten bis dato alles falsch verstanden und würden eines Besseren belehrt.

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