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Ehrennadel und -brief für Umweltschützer Haimo Bullmann

Haimo Bullmann und Peter Maar heute im Gemeindessal in Klausen vor adventlicher Kulisse. Foto: Lothar Kaiser

Aufruf 'Natur und Landschaft schützen' ist in Arbeit“, titelte der Waterbölles am 23. März 2009 über die damalige Mitgliederversammlung des Heimatbundes Lüttringhausen.  Vorsitzender Peter Maar (rechts im Bild) hatte für diese Aufgabe den pensionierten Raum- und Umweltplaner Haimo Bullmann (links) gewinnen können. Der langjährige Vorsitzende des Ortsvereins Wuppertal vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ist wohnhaft in Ronsdorf, gleichwohl aber Mitglied des Heimatbundes und unterstützt diesen schon seit vielen Jahren fachkundig in dem Bemühen, das Gewerbegebiet 'Blume' zu verhindern. Dafür bedankte sich der Vorstand des Heimatbundes beim heutigen traditionellen „Kottenbutteressen“ im Gemeindezentrum Klausen der Ev. Kirchengemeinde Lüttringhausen (vor adventlicher Kulisse) mit der Verleihung des „Ehrenbriefes“ und der Heimatbund-Nadel in Gold.

Bullmann nutzte seine Dankesrede, um auf die „Kulturlandschaft Blume als wichtigen Wohlfühlfaktor“ hinzuweisen. In dieses „äußere Denkmal“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Ortskern sei das Clarenbach-Denkmal eingebettet. Dieses vertraute Gefüge gelte es zu erhalten. Der Diplom-Ingenieur, gebürtig in der österreichischen Steiermark und zuletzt stellvertretender Planungsamtsleiter der Stadt Solingen, beschrieb die einst selbstständigen Gemeinden Wald und Grefrath (Solingen), Cronenberg und Ronsdorf (Wuppertal) sowie Lennep und Lüttringhausen (Remscheid) als „Kleinstädte in Großstädten“ und bescheinigte den ehrenamtlichen Aktiven des Heimatbundes Lüttringhausen, dafür „wie nirgendwo sonst“ zu sorgen, dass Lüttringhausen lebens- und liebenswert bleibe.

Im Zusammenhang mit dem „Festbankett“ im Lüttringhauser Ratssaal im September 2008 zu Gunsten der „Lütteraten“ (750 Euro für den Erhalt der Stadtteilbibliothek) berichteten später Peter Maar und Klaus Everling, Schriftführer des Heimatbundes, von bürokratischen, „schikaneähnlichen“ Hemmnissen der Stadtverwaltung, die ehrenamtliches Engagement erschwert habe. So sei nach dem Bankett eine Rechnung der Stadt Remscheid für die Saalbenutzung (460 Euro) wie aus heiterem Himmel gekommen und habe „wie ein Schlag ins Gesicht“ gewirkt. Die Zahlung habe man abwensden können, nicht aber die Auflage, um 22 Uhr den Ratssaal wieder zu verlassen, sagte Peter Maar. Und wunderte sich über das „Rollenverständnis“ und den Übereifer der beteiligten Verwaltungsmitarbeiter und empfahl (ohne die neben ihm sitzende Oberbürgermeisterin Beate Wilding direkt anzusprechen), mit den Mitarbeitern „den Begriff der Bürgernähe noch einmal zu besprechen“ mit dem Ziel eines „anständigen, fairen Umgangs auf Augenhöhe“. Der frühere Bezirksbürgermeister Philipp Veit hielt dagegen und empfahl die persönliche Ansprache anstelle eines Schriftverkehrs.

Peter Maar sagte in seiner Laudatio: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, seit vielen Jahren ehrt der Heimatbund Lüttringhausen Persönlichkeiten, die sich um Lüttringhausen und seine Bürgerinnen und Bürger besondere Verdienste erworben haben. Dabei hat es sich in der Vergangenheit immer um Persönlichkeiten gehandelt, die auch in Lüttringhausen leben oder lebten und die natürlich meistens auch, wie man so schön sagt, „olle Lütterkuser“ waren oder sind. Dass sich „olle Lütterkuser“ häufig auch gerne für ihr Lüttringhausen auf den unterschiedlichsten Gebieten engagieren, ist dabei weniger überraschend, und dass in der Folge ab und zu auch einer unserer Lüttringhauser Mitbürger für sein herausragendes Wirken ausgezeichnet wird, ist deshalb naheliegend.

In diesem Jahr aber ehren wir eine Persönlichkeit, die nicht in diesen Rahmen passt und die auch gerade deshalb unsere Auszeichnung in besonderer Weise verdient hat. Der heute zu Ehrende ist von Geburt kein Lütterkuser, sondern Österreicher, seine Heimat ist die wunderschöne steiermärkische Landeshauptstadt Graz, deren Altstadt zum Weltkulturerbe gehört. Wir zeichnen jemanden aus, der heute in Wuppertal – genauer gesagt in Ronsdorf – lebt und der dennoch seit vielen Jahren sein Herz und seine Liebe für Lüttringhausen und dessen reizvolle landschaftliche Umgebung entdeckt hat.

Vorstand und Beirat des Heimatbundes Lüttringhausen haben einstimmig beschlossen, Herrn Dipl.-Ing. und Raumplaner Haimo Bullmann mit dem Ehrenbrief und der Goldenen Ehrennnadel des Heimatbundes auszuzeichnen. Die Begründung lautet: Herr Dipl. Ing. Haimo Bullmann unterstützt seit jetzt über sieben Jahren in hervorragender Weise den Heimatbund Lüttringhausen in seinem Bemühen, die aus Sicht des Heimatbundes unsinnigen Planungen der Stadt Remscheid zu verhindern, ein Gewerbegebiet Blume zu errichten. Ohne die fachmännische Unterstützung von Herrn Bullmann, der auf Grund seiner früheren langjährigen beruflichen Tätigkeiten über exzellente Kenntnisse im regionalen und kommunalen Planungsrecht verfügt, wäre der jetzt zehn Jahre währende Kampf des Heimatbundes gegen die Blume-Planungen niemals so erfolgreich gewesen.

Es war auf dem Lüttringhauser Weihnachtsmarkt im Jahre 2002, als unser leider viel zu früh verstorbener Heimatbund-Vorsitzende Jürgen Rausch Herrn Bullmann kennen lernte und mit ihm erstmalig die auch schon damals höchst umstrittenen Blume-Planungen in einem langen Gespräch erörtern konnte. Jürgen Rausch, ebenfalls ein strikter Blume-Gegner, und Haimo Bullmann vereinbarten damals eine Zusammenarbeit. Dieses Kennenlernen von Herrn Bullmann war für den Heimatbund ein unglaublich großer Glücksfall, denn in den folgenden Jahren hat sich Haimo Bullmann in großartiger Weise unserer Sache angenommen und seinen Sachverstand für eine fundierte Auseinandersetzung mit den Blume-Befürwortern eingebracht. Einem Sachverstand, den er sich neben seinem Studium beruflich über Jahrzehnte hinweg zunächst im Bereich der Landesplanung der Steiermärkischen Landesregierung in Graz, dann bei der damals für Regionalplanung zuständigen Landesplanungsgemeinschaft Rheinland in Düsseldorf und schließlich seit 1975 bis zu seiner Pensionierung als stellv. Amtsleiter des Planungsamtes der Stadt Solingen erworben hatte.

Neben einer Vielzahl von Beratungsgesprächen, die wir in den vergangenen Jahren mit Herrn Bullmann führen konnten, neben zahlreichen kleineren Schriftsätzen in Sachen Blume, die er für uns aufsetzte, fertigte Herr Bullmann für den Heimatbund umfangreiche Stellungnahmen im Rahmen der Offenlage diverser Bebauungspläne der Stadt an, erstellte ein 30 Seiten umfassendes Gutachten mit alternativen Lösungsvorschlägen für Gewerbeansiedlungen in Remscheid, und im Jahre 2004 wurde Herr Bullmann von dem damaligen Oberbürgermeister Schulz beauftragt – übrigens ohne Wissen oder gar Beteiligung des damaligen Baudezernenten Kennepohl – für die Blume eine reduzierte Planung zu entwickeln. Dieser zwischen OB Schulz und dem Heimatbund vereinbarte Kompromiss wurde zwar ein rechtskräftiger Bebauungsplan, von einer großen Mehrheit der Lüttringhauser Bürgerinnen und Bürger aber abgelehnt und letztlich auf Grund des eindeutigen Bürgervotums auch vom Heimatbund nicht mehr mitgetragen.

Natürlich gab es in der langen Blume-Auseinandersetzung auf allen Seiten auch – ich nenne es einmal: zugespitzte – Formulierungen und Stellungnahmen, aber Herr Bullmann war und ist für uns der Garant für die Bildung und Vertretung fundierter und sachbezogener Argumente. Und dieses Wirken von Herrn Bullmann für den Heimatbund und letztlich damit auch für einen Großteil der Lüttringhauser Bürgerinnen und Bürger, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Blume-Planungen nach unserer Auffassung jetzt nach zehn Jahren vor ihrem endgültigen Scheitern stehen.

In seinen Grüßen zu Weihnachten und zum neuen Jahr schreibt Herr Bullmann aktuell: „Stadtentwicklung soll nachhaltig sein, sagt der Gesetzgeber. Bei vielen Bebauungsplänen ist nachhaltig nur die Zerstörung der Landschaft. Dagegen wehre ich mich. Meine Landschaften sollen auch künftige Generationen erleben können.“ Sehr geehrter Herr Bullmann, wir wissen, dass Sie – auch in Ihrer Funktion als Vorsitzender des Ortsverbandes Wuppertal des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, dessen Mitglied auch der Heimatbund ist –, wir wissen, dass Sie in Wuppertal wegen Ihrer Auffassungen von verschiedenen politischen Gruppierungen und Personen massiv und, wie wir meinen, absolut ungerechtfertigt, persönlich angegriffen werden. Aber wir sind hier nicht in Wuppertal, auch wenn es bis zur Stadtgrenze nur 500 Meter sind. Wir sind hier in Lüttringhausen, und in Lüttringhausen weiß man Ihre hervorragende ehrenamtliche Arbeit, die sich oft abseits der Öffentlichkeit vollzieht, zu schätzen. Und deshalb werden Sie heute und hier von uns geehrt. Und selbst im von Lüttringhausen aus gesehen in jeglicher Hinsicht so fernen Remscheider Rathaus werden Ihr Engagement und Ihr Einsatz geschätzt und geachtet. Und ich glaube auch, dass die hier heute anwesenden Blume-Befürworter – davon soll es immer noch welche geben – Ihnen den Respekt vor Ihrem Engagement nicht versagen werden.

Wir haben jedenfalls nicht nur einen großen Respekt vor Ihrer Leistung, sondern auch eine große Dankbarkeit für die Bereitstellung Ihres großen Sachverstandes, für Ihren unermüdlichen Einsatz, der geprägt ist von Idealismus und fest verwurzelten Überzeugen, für Ihre Zivilcourage, vor allem auch bezogen auf Ihr Engagement in Wuppertal, für Ihre positiv geprägte Hartnäckigkeit, die aber auch für akzeptable Kompromisse weichen kann, für das Vertrauen und Verstehen, welches zwischen Ihnen und uns – und zwischen Ihnen und meiner Person im Besonderen – in diesen Jahren aufgebaut werden konnte. Sie, sehr geehrter Herr Bullmann, haben sich in besonderer Weise, wie wir meinen, um Lüttringhausen verdient gemacht. Denn wo gibt es das noch, dass ein Wuppertaler aus Österreich sich wie Sie für unser Lütterkusen eingesetzt hat!?“

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