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Mehr Arbeitslose, weniger Nachfrage, mehr Kurzarbeit

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Zum Ende des Jahres 2009 muss für den Arbeitsmarkt in der Stadt Remscheid ein differenziertes Fazit gezogen werden. Leider nicht erfreulich: Die Auftragseinbrüche, teilweise im hohen zweistelligen Bereich, haben vielen Betrieben sehr stark zugesetzt. Die Folgen: mehr Arbeitslose, weniger offene Stellen, weniger Ausbildungsplätze und eine Zunahme der Kurzarbeit. Trotz hoher Dynamik, wie die Zugangs- (11.966) und Abgangszahlen (10.746) des Arbeitsmarktes durchaus unterstreichen, blieben mit 6.085 Männern und Frauen ohne Arbeit am Ende des Jahres insgesamt 1.221 Arbeitslose mehr als im Jahr zuvor. Das ist ein herber Rückschlag nach den beiden „Boomjahren“ 2007 und 2008. Die Einschätzung für die Zukunft ist kritisch. Nur eine anspringende Konjunktur mit Aufträgen für die hiesigen Unternehmen kann eine weitere Verschlechterung verhindern, denn die Kurzarbeit ist für die Unternehmen nicht ohne weiteres über einen längere Zeiträume haltbar. Als positives Signal kann für jeden einzelnen Betroffenen die hohe Dynamik gelten. Sie zeigt, dass auch in einer gesamtwirtschaftlich schwierigen Situation jeder Einzelne seine Chance finden kann. Und auch das ist positiv: Im Vergleich mit dem Ende des Jahres 2005 (Einführung des Arbeitslosengeldes II und der ARGE in Remscheid) ergibt sich noch ein Abstand von 1.067 oder 14,9 Prozent weniger Arbeitslosen. Positiv ist auch die besonnene Reaktion vieler Unternehmer auf die Auftragseinbrüche. Viele Remscheider Unternehmen haben frühzeitig auf das Angebot der Arbeitsagentur, Kurzarbeit einzuführen, genutzt. Damit wurde der Druck auf den Arbeitmarkt noch einmal deutlich abgefedert. Aktuell wird in 401 Betrieben kurzgearbeitet. Betroffen sind über 5.000 ArbeitnehmerInnen. Um die Beschäftigung zu sichern hat die Arbeitsagentur im abgelaufenen Jahr insgesamt 33,2 Mio. Euro (Solingen und Remscheid) für Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträgen ausgegeben.

In einer solchen Situation fehlen Impulse für den Arbeitsmarkt über zusätzliche Stellenangebote. Mit nur 2.186 angeboten Arbeitsplätzen ist der Arbeitsagentur sogar eines der niedrigsten Angebote innerhalb der letzten 10 Jahre, gemeldet worden. „Personal halten“, damit ist die Situation in den Remscheider Betriebe am Besten beschrieben. Beschäftigungsaufnahmen finden aber auch im Umland statt, die Nähe zu den umliegenden Gewerbegebieten und Großstädten wirkt sich hier günstig aus. Und viele ArbeitnehmerInnen nehmen dieses Angebot an, was die insgesamt 14.000 (Aus-PendlerInnen) beweisen.

In dieser schwierigen Zeit hat die Arbeitagentur viel Geld in die Hand genommen, um weiter in Ausbildung und Qualifikation zu investieren. Insgesamt betrugen die eingesetzten Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik 12,5 Mio. € nach 8,5 Mio. € im Jahr zuvor, für Solingen und Remscheid. Denn die demographische Uhr tickt unaufhörlich weiter, hinzu kommt ein bereits schon vielfach zuvor von den Betrieben beklagter Fachkräftemangel. Um den Betrieben die geeigneten Fachkräfte zur Verfügung zu stellen, erhöhte sich 2009 die Zahl der Maßnahmeteilnehmer noch einmal. Insgesamt wurden 2.439 Männer und Frauen, nach 2.271 im Jahr zuvor, in Maßnahmen gefördert. Von besonderer Bedeutung ist aber, dass Betriebe auch in einerschwierigen Phase an der betrieblichen Ausbildung festhalten und sich so den benötigten Berufsnachwuchs langfristig sichern. Auch wenn es manchmal schwerfallen mag: Ausbildung darf nicht kurzfristigen Entscheidungen unterliegen, sondern muss Teil der mittel- und langfristigen Perspektive der Unternehmen sein.

Die positive Entwicklung der Beschäftigung in 2007 und 2008 hat sich nicht verfestigten können, was sich schon in der vorliegenden Auswertung über die Beschäftigung langsam abbildet. Die Auswertungen der Meldungen zur Sozialversicherung erfolgen mit halbjährlicher Verzögerung, deshalb liegen erst Zahlen von I. Quartal des Jahres 2009 vor. So wurden Ende März 2009 in den Remscheider Betrieben nur noch 40.720 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Arbeitsplätze) gezählt, das waren schon 858 weniger als Ende März 2008. Die nächste Auswertung mit Stand 30.06.09 wird weitere Aufschlüsse über die Arbeitsplatzsituation in den Betrieben geben.

Ein wichtiger Eckpfeiler für die Zukunft in unseren Betrieben ist und bleibt die Ausbildung. Aber auch hier haben viele Betriebe ihre Kapazitäten der aktuellen Situation anpassen müssen, was zu einer geringeren Zahl an Vertragsabschlüssen geführt hat. Insgesamt wurden in Solingen und Remscheid bis zum 30.9.2009 1.680 Ausbildungsverträge eingetragen, das sind 216 weniger als im Jahr zuvor. Die Arbeitsagentur fördert die frühzeitige Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und, wenn ein Übergang in eine betriebliche Ausbildung nicht klappt, individuell auch eine außerbetriebliche Ausbildung.

Es war ein überaus bewegtes Jahr für alle am Arbeitsmarkt Beteiligten und ich kann auch allen nur danken, die Weitsicht gezeigt und mitgeholfen haben, das es nicht zu den Einbrüchen bei der Beschäftigung und auf dem Ausbildungsmarkt gekommen ist, wie vielfach vorausgesagt wurde“, so Peter Kraps, Bereichsleiter bei der Arbeitsagentur Remscheid. „Wir haben gerne das Geld ausgegeben, um Arbeitslosigkeit zu verhindern und in den Unternehmen die Beschäftigten zu sichern, und werden das auch im kommenden Jahr tun. Auch im Bereich der Qualifizierung haben wir mehr Menschen gut auf den Arbeitsmarkt vorbereiten können, was auch die Abgangszahlen in eine Beschäftigung zeigen. Wir werden auch im neuen Jahr nicht nachlassen und auf die neuen Herausforderungen entsprechend reagieren. Und auch bei der Berufsberatung und Ausbildungsplatzsuche will die Arbeitsagentur den Jugendlichen weiterhin erster Ansprechpartner sein. Viele dieser Ergebnisse sind auch zu Stande gekommen in der guten Zusammenarbeit mit der ARGE Remscheid. Und deshalb ist die Arbeitsagentur auch daran Interessiert, weiter vertrauensvoll mit der Kommune unter einem Dach zusammenzuarbeiten. Die weitere Entwicklung liegt aber hierbei in den Händen der Politik und muss abgewartet werden. Womit wir auch schon beim Neuen Jahr wären. Für 2010 zeigen die Signale für mich noch nicht in eine konkrete Richtung, aber eins wird daraus klar: Der Arbeitsmarkt kommt in stürmisches Fahrwasser, wenn es nicht gelingt, die Auftragslage in den Betrieben nachhaltig zu verbessern. Kurzarbeit ist eine Brücke in die Zukunft, aber sie muss das andere Ufer auch erreichen können. Sonst droht ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit. Für den Bereich der Berufsausbildung, möchte ich an die Unternehmen appellieren, hier schon frühzeitig die Zukunft einzublenden. Im Hinblick auf die demographische Komponente und den Fachkräftemangel ist betriebliche Ausbildung die richtige Alternative. Den Jugendlichen darf ich auch noch einmal ans Herz legen, sich in der Schule ins Zeug zu legen und insbesondere in den Fächern Deutsch, Mathe und (auch wegen der großen Exportorientierung unserer Betriebe) im Fach Englisch zu pauken. Ihr lernt nur für Euch, denn der Lehrer/Ausbilder kann das schon. Die aus meiner Sicht alles in allem erfolgreich gemeisterten Herausforderungen des letzten Jahres sollen und müssen uns allen Ansporn sein, auch die Herausforderungen dieses Jahres unverzagt anzunehmen. Für den Arbeitsmarkt wünsche ich den Betrieben volle Auftragsbücher, damit wir alle ein gutes Jahr 2010 erleben können.“

Vor allem die hohe Exportorientuierung der Remscheider Wirtschaft führt dazu, dass globale Entwicklungen sich sehr schnell auf dem Remscheider Arbeitsmarkt niederschlagen. Die vielen Signale auf dem Arbeitsmarkt deuten nicht alle in eine Richtung , aber eins wird daraus sicher klar: Der Arbeitsmarkt wird auch in 2010 in großer Bewegung bleiben. Die Fragen, wie entwickelt sich die Auftragslage für die Firmen und wie lange trägt möglicherweise die Kurzarbeit, sind entscheidend für die weitere Entwicklung der Beschäftigung in den Betrieben oder für die Veränderung bei der Zahl der Arbeitslosen. Dabei steht wohl außer Frage, dass nur bei einer stark verbesserten Auftragslage in den Betrieben, sich ein Einbruch bei der Zahl der Arbeitsplätze verhindern lässt. Den Dezember 2009 schließt der Arbeitsmarkt in Remscheid wenig erfreulich mit mehr Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat ab. Insgesamt wurden 112 Arbeitslose mehr gezählt. Aus den heimischen Betrieben kamen im Dezember leider keine zusätzlichen Impulse, wobei neben der aktuellen wirtschaftlichen Situation sicher auch die zum Jahresende übliche Zurückhaltung bei den Einstellungen eine Rolle spielt. Insgesamt wurden nur 142 (Vormonat: 189) Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gemeldet, was neben dem August die niedrigste Zugangszahl in diesem Jahr ist. Dazu wurden noch 12 Stellen für eine geringfügige Beschäftigung, u.a. auch für das Weihnachtsgeschäft, gezählt. Trotz der geringeren Zahl an Stellenmeldungen gelang es erfreulicherweise dennoch 206 Arbeitslosen eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

In der Summe aller Faktoren stand dann eine höhere Zahl an Zugängen (911) einer leicht geringeren Zahl an Abgängen (816) von Männern und Frauen gegenüber, so dass die Arbeitslosigkeit auf 6.085 gestiegen ist. Damit werden jetzt aktuell 112 oder 1,9 Prozent mehr Männer und Frauen betreut als noch vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahr sind es aber 1.221 oder 25,1 Prozent mehr Arbeitslose, die zur Vermittlung bereit sind. Die Arbeitslosenquote ist aufgrund der Zunahme auf 10,2 Prozent gestiegen. Der Vergleichswert des Vormonats lag bei zehn Prozent und vor einem Jahr bei 8,2 Prozent. Als echter Stützpfeiler für den Arbeitsmarkt erweist sich weiterhin die Kurzarbeit, wobei sich in diesem Monat weitere 14 Betriebe unter den Schutzschirm begeben haben. In konjunktureller Kurzarbeit sind aktuell 401 Betriebe (Vormonat:387).Die Zahl wird auch durch Betriebe beeinflusst, die Kurzarbeit aufgrund besserer Auftragslage zwischenzeitlich aufgeben konnten, danach aber wieder in die Kurzarbeit zurückkehren mussten. Zudem liegen der Agentur insgesamt sieben (Vormonat:acht) Anfragen für die nahe Zukunft vor, die erfahrungsgemäß auch zum größten Teil in Kurzarbeit umgesetzt werden. In diesen sieben Betrieben sind rund 40 Männer und Frauen beschäftigt.

„Die Zahl der Entlassenen steigt kontinuierlich und liegt im Jahresvergleich schon knapp 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Und die Zahl der gemeldeten Stellen sinkt monatlich. Dass dennoch immer wieder viele eine Beschäftigung finden, ist auch der Nähe zu den großen angrenzenden Industriegebieten und Metropolen zu verdanken. Hier wirkt sich die Nähe auch einmal positiv aus, und die Arbeitnehmer zeigen sich flexibel. Dennoch muss klar gesagt werden, dass aktuell nur durch Kurzarbeit und geförderte Qualifizierung der Arbeitsmarkt weiterhin stabil gehalten wird. Kurzfristige Änderungen an diesen beiden Pfeilern hätten fatale Folgen für den Arbeitsmarkt“ so Peter Kraps, Bereichsleiter bei der Arbeitsagentur. „Deshalb bin ich auch von dem Nutzen dieser beiden Stabilisatoren überzeugt. Kurzarbeit ist zwar für die Betriebe und ihre Mitarbeiter ein merklicher Einschnitt, nicht nur finanziell sondern auch für jeden persönlich, bis hin in die Familien. Doch drückt die Anwendung dieses Instruments gleichzeitig die Zuversicht auf eine Verbesserung der Auftragslage in naher Zukunft und auch Vertrauen in die eigene Belegschaft aus. Ich weiß aber auch, dass schnellstens eine Verbesserung der Auftragslage her muss, um eine weitere Fortführung von Kurzarbeit betriebswirtschaftlich sinnvoll zu machen.“

Die weiterhin angespannte Situation in vielen Betrieben schlägt sich voll in der Nachfrage nach Arbeitskräften nieder. Im gesamten abgelaufenen Jahr sind von den Remscheider Unternehmen 27,4 Prozent weniger Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gemeldet worden. Damit einher sinken auch die Chancen für die Arbeitlosen auf eine Beendigung der Arbeitslosigkeit. Aktuell wurden nur 142 (Vormonat: 189) Stellen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung den Vermittlungsfachkräften gemeldet. Der Vergleichswert von 2008 lag noch bei 263 Vakanzen und somit um einige Beschäftigungschancen höher. Es wurden insbesondere Stellen aus den Bereichen Verarbeitendes Gewerbe (8/Vormonat: 7), Bau (5/5), Handel (15/31), Zeitarbeitsunternehmen (72/96) und Gesundheits- und Sozialwesen (24/18) gemeldet. Aktuell sind noch 441 Stellen zu besetzen, davon 277 Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Daneben gibt es auch noch 145 Stellen für Arbeitsgelegenheiten.

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