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Morgen wird der Wupperverband 80 Jahre alt

1934 begann der Bau dieser Klranlage in Lennep.

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Vor 80 Jahren, am 8. Januar 1930, trat das Wuppergesetz in Kraft. Dies war die Geburtsstunde des Wupperverbandes. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist seither für die Wassermengenwirtschaft und die Gewässerqualität im Einzugsgebiet der Wupper und ihrer Nebenflüsse verantwortlich. Heute arbeiten im Wupperverband Städte, Kreise, kommunale Wasserver- und Entsorgungsbetriebe sowie Vertreter von Gewerbe und Industrie zusammen, um die gesellschaftlichen Anforderungen an eine moderne Wasserwirtschaft umzusetzen. Mit ihren Beiträgen finanzieren die Mitglieder die Aufgaben des Verbandes: Hochwasserschutz, Niedrigwasseraufhöhung, Abwasserreinigung, Bereitstellung von Rohwasser zur Trinkwasseraufbereitung, Unterhaltung und ökologische Entwicklung von Wasserläufen und ihrer Ufer sowie Ermittlung der wasserwirtschaftlichen Grundlagen. Das Verbandsgebiet ist 813 Quadratkilometer groß und wird von rund 950.000 Menschen bewohnt. Der Wupperverband betreibt heute zwölf Talsperren, elf Klärwerke, zahlreiche Regen- und Hochwasserrückhaltebecken und unterhält die insgesamt 2.300 Kilometer Fließgewässer in seinem Einzugsgebiet.

Insbesondere die enorme Verschmutzung der Wupper, aber auch Hochwässer sowie Wassermangel in Trockenjahren führten vor 80 Jahren zur Gründung des Wupperverbandes. Dahinter stand die Idee, dass die drängenden wasserwirtschaftlichen Probleme im Einzugsgebiet der Wupper nur über kommunale Grenzen hinweg angegangen werden können. Dieser Gedanke der ganzheitlichen, auf ein gesamtes Flussgebiet bezogenen Bewirtschaftung der Ressource Wasser unter Einbeziehung aller Akteure – das „Flussgebietsmanagement“ - hat sich aus Sicht des Wupperverbandes bewährt und ist auch heute noch hochaktuell. In der im Jahr 2000 in Kraft getretenen Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist die Bewirtschaftung nach Flussgebieten, z. B. des Rheins oder seiner Nebenflüsse, als Instrument enthalten, um die Ziele der Richtlinie umzusetzen. Die oberirdischen Gewässer und das Grundwasser sollen für kommende Generationen geschützt und bewahrt werden.

Diese Kläranlage in Burg an der Wupper bestand von 1962 bis 1981.

Die Wupper gehörte einst zu den schmutzigsten Flüssen Europas. Im 19. Jahrhundert florierte die Industrie, die Bevölkerungszahlen wuchsen. Durch einen Anstieg der Abwassermengen und mangelnde Abwasserreinigungssysteme wurde die einstmals saubere und fischreiche Wupper zu einer Kloake. Die unhaltbaren Zustände beschreibt der Königliche Gewerberat Dr. Wolff 1886 in einem Gutachten: „Der Fluß schleppt täglich etwa 150 Tonnen (oder 15 Doppelwaggons) an Unrat jeglicher Art fort. …“ Folgen der Gewässerverschmutzung waren beispielsweise, dass das Grundwasser verschmutzt und Trinkwasser knapp war und der ehemals reiche Fischbestand keine Lebensgrundlage mehr hatte.

Durch den Bau von Klärwerken und die kontinuierliche Anpassung der Reinigungsleistung an aktuelle gesetzliche Standards seitens des Wupperverbandes sowie durch Investitionen bei den Kommunen und der Industrie ist die in früheren Zeiten hoch belastete Wupper heute wieder ein Lebensraum für Fische und zahlreiche weitere Tierarten. Im Stadtgebiet Wuppertal wurden bei einer Untersuchung im Jahr 2005 über 30 verschiedene Fischarten gefunden. Die Wupper hat bereits wieder eine akzeptable Wasserqualität erreicht. Dies wurde durch immense Investitionen des Verbandes und somit seiner Mitglieder möglich. Allein im Zeitraum von 1990 bis 2008 wurden rund 271 Mio. Euro in Projekte investiert, die der Reinhaltung der Unteren Wupper von Wuppertal bis Leverkusen dienen, z. B. Klärwerke, Regenüberlaufbecken und Sammler.

Die Entwicklung der Gewässergüte der Wupper ist ein Beispiel dafür, wie die Solidargemeinschaft Wupperverband durch Zusammenarbeit und gemeinsame Investitionen die Situation im Wuppergebiet verbessert hat. Im Flussgebietsmanagement sieht der Wupperverband den Schlüssel zum Erfolg dafür, gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern die Herausforderungen der Wasserwirtschaft zu meistern: die lebenswichtige Ressource Wasser zu bewahren, gleichzeitig Wasser für Menschen und Industrie bereitzustellen und ein lebenswertes Landschaftsumfeld zu erhalten.

Als modernes Wasserwirtschaftsunternehmen, das zur Erfüllung seiner Aufgaben zeitgemäße Instrumente einsetzt, z. B. Personalentwicklung, Wissensmanagement, Finanzmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, geo-basierte Informationssysteme, sieht sich der Wupperverband für die Zukunftsaufgaben gut gerüstet. Während die Jahre und Jahrzehnte bis ca. Mitte der 1990-er Jahre von einer massiven Bautätigkeit (Kläranlagen und Talsperren) geprägt waren, haben sich die Aufgabenschwerpunkte heute gewandelt. Die Optimierung des Betriebes hat einen wesentlichen Bereich eingenommen. Die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte sind u. a. die Umsetzung der WRRL im Wuppergebiet, die Auseinandersetzung mit den Themen Klimawandel, demographischer und wirtschaftlicher Wandel in der Region und ihren Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft, die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie der Umgang mit Mikroschadstoffen im Wasserkreislauf, z. B. Industriechemikalien oder Medikamenten.

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Kommentare

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Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Das Wort "Flussmanagement" gab es damals natürlich noch nicht, drum steht es auch Anführungszeichen, aber ansonsten hatte man 1930 in der Tat schon sehr konkrete Vorstellungen. Baurat Albert Schmidt aus Lennep verfasste damals eine Denkschrift "Über die Aufgaben des Wupperverbandes". Diese lag aus anderen Gründen gerade auf meinem Schreibtisch, als ich heute morgen wie immer zuerst den waterbölles studierte. Albert Schmidt formulierte damals im Vorwort: Der neu entstandene Wupperverband wird es als seine Aufgabe betrachten müssen, nicht allein die Übelstände zu verhindern, welche durch die Benutzung der Wupper, sondern auch die Gefahren zu verhüten, welche durch die (Regulierungs-)anlagen im Wuppergebiet entstehen können. Es sollten deshalb Anlagen geschaffen werden, welche die "schädlichen Einwirkungen von Naturereignissen zu verhüten imstande sind". In diesem Zusammenhang verfasste der Baurat zwei Teile der genannten Denkschrift: 1. Die Verstärkung des Wupperflusses in der Niedrigwasserzeit zur Aufnahme des Abwassers der Städte und 2. Die Hochwassergefahren und deren Verhütung. Interessanterweise fügte er sodann drei eigenhändige Zeichnungen bei, und zwar 2 Lageplan- bzw. Entwurfsskizzen zur Anlage einer Wiebachtalsperre, die nie gebaut wurde und auf dem Gebiet der heutigen Wuppertalsperre läge, und eine Kartenskizze des Wolkenbruchs im oberen Flussgebiet der Ahr am 13. Juni 1910. Daran sieht man, dass die Tätigkeit des Baurats sich damals weit über das Wuppergebiet hinaus ersteckte, z.B. auch auf das Aggergebiet. Hier gilt es im Hinblick auf die gute Zusammenarbeit mit den Chefs der Firma Krawinkel noch einiges zu erforschen.

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