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Im Endringhauser Hammer wurde Salmiak destilliert

Die Salmiakfabrik Hölterhoff. Repro: Lenneper-Koch

Gehen wir den Wanderweg im Diepmannsbachtal weiter bergauf, kommen wir an den Zusammenfluss von Diepmannsbach und Endringhauser Bach. Dort befand sich bis 1950 ein  Teich, unter dessen Damm ein weiteres Hammerwerk lag, später zum Schleifkotten umgebaut.  Die Anlage geht auf das Jahr 1617 zurück. Damals erbauten dort Dietrich Clarenbach zu Endringhausen und Peter im Börntgen je einen Hammer. 1692 berichtet die nächste Eintragung von Peter im Börntgen bzw. Peter Westen auf dem Hohenhagen, die für die Hämmer Wasser-Konzession zahlen mussten.  Vorgänger der obersten Werke am Walkbach waren wahrscheinlich das "reckhämmergen auf der Bürgerschaft Lennep gelegen" und der "Schleifkotten negst obmeltem Hamer, worauf sein eigenes Gereidschafft schleift". Erst 1800 belegt eine Eintragung den Reckhammer von Franz Westen bzw. Gebr. Rottsieper. 1804 ist vom Stahlhammer "am Entspringen des Bachs" die Rede (hiermit ist wohl die Namensgebung des Diepmannsbachs gemeint, der aus dem Endringhauser und dem Walkbach gebildet wird). Doch wurde in früheren Zeiten der gesamte Bach als Walkbach beschrieben. Der Stahlhammer wurde noch vor 1860 eine Walkmühle, um dann etwa von 1867 bis 1898 als Salmiak-Fabrik eines Herrn Hölterhoff zu enden. Der zweite Hammer verschwand 1883. Der Teich hatte einen Abfluss durch ein Rohr und war mit dem Überfelder Bach und dem Teich des Herrn E. Roßbach verbunden. Heute kann man nur noch erahnen, dass hier mal ein Hammerwerk stand.

Der Endringhauser Hammer, später Salmiakfabrik. Sammlung: Erich Kahl

Zur Salmiakfabrik liegt ein Schriftstück vom 4. April 1867 vor: "In meinem zu Diepmannsbachtal belegenen, unter No. 534, früher zur Färberei benutzten Lokal, beabsichtige ich, jetzt Salmiakgeist zu machen und ersuche Sie, mir hierzu die Conzession gepfleglichst verschaffen zu wollen. Ergebenst Lennep den 4.April 1867 J.A. Hölterhoff." Da diese Anlage zu den chemischen Fabriken gehörte, waren amtliche Bewilligungen erfordferlich. Diese erfolgten bereits fünf Tage später durch Kreisbauinspektor Warsow: " Das Gebäude …  liegt von Gebäuden anderer Eigentümer entfernt, indem es eine völlig isolierte Lage hat, daher auch der bei dem Prozesse entstehende üble Geruch nicht zur Belästigung der Nachbarschaft führen kann.“ Zur Produktion: Das Gaswasser wird in einen elliptisch geformten Kessel aus gewalztem Eisenblech gepumpt. Dieser Kessel wird zu zwei Dritteln gefüllt und durch eine kleine, unter dem Kessel unmittelbar neben dem Schornstein angebrachte Feuerung langsam erwärmt. Das Gaswasser beginnt bei etwa 30°C zu destillieren, d.h. der Salmiakgeist steigt auf und kann in einem anderen Kessel aufgefangen werden.“

Vorne Salmiakfabrik, hinten Tuchfabrik Lambeck & Stockder. Repro: Lenneper-KochNachbarn waren von der Genehmigung der Fabrik wenig begeistert. Die Einwände der Familien Pickert (Tackermühle) und Berger (Hermannsmühle) wurden "Euer Wohlgeboren" gleich zugestellt. Bemängelt wurde etwa, : "dass sich über den Abfluss der kalkhaltigen und fettigen Theile aus der Fabrik keine näheren Angaben fanden. Da ich befürchte, dass das von mir zur Wollwäscherei benutzte Wasser der Tackermühle durch die obige Anlage für meinen Gebrauch verdorben ist, wie theilweise schon jetzt ersichtlich, so möchte ich ergebenst um eine Revision obiger Pläne bitten, worüber das Attest des verunreinigten Wassers bestimmte, für unseren Gebrauch nicht schädliche Anordnungen getroffen und in die Commission des Herrn Hölterhoff aufgenommen werden.“ Und Abraham Berger erlaubte sich „die ergebene Bemerkung, dass ich gegen die Concessionierung  insofern Einspruch erhebe, als mir hierdurch das zu meiner Schleiferei nöthige Wasser, welches die Schleifsteine nässt, verdorben werden kann.“ Mit einigen Auflagen wurde die Salmiakfabrikam 13. Januar 1869 schließlich doch genehmigt. Die letzte Eintragung über die „von Amts wegen“ bleibt der Polizeiverwaltung zu Lennep vorbehalten: "...theile ich ergebenst mit, dass der Dampfkessel N° 2422/30/659 in der Ammoniakfabrik der Fa. J. A. Hölterhoff Wwe. zu Diepmannsbach wegen Aufgabe des Betriebes abgemeldet worden ist. Der Kessel darf daher erst nach Ertheilung einer neuen Genehmigung wieder in Betrieb genommen werden. Der Königliche Gewerbeinspector Fröhlich (Gewerberath).“ (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

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