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IHK-Präsident sieht Wildwuchs in der Bildungslandschaft

IHK-Präsident Friedhelm Sträter

In der Historischen Stadthalle Wuppertal findet zur Stunde der traditionelle Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer  Wuppertal-Solingen-Remscheid statt. Dazu konnte IHK-Präsident Friedhelm Sträter auch diesmal wieder ca. 1.000 Gäste begrüßen, darunter die Justizministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Roswitha Müller-Piepenkötter aus Remscheid, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag, Sylvia Löhrmann, sowie die Remscheider Oberbürgermeisterin Beate Wilding.  „Bildung ist und bleibt unser wichtigster Rohstoff“, betonte Sträter in seiner Rede. „Die Ausbildung der jungen Menschen entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit der bergischen Unternehmen. Um notwendige Veränderungsprozesse zu initiieren, bedarf es eines wirksamen Managements mit der Zielsetzung, Bildung bei den Menschen zu einem zentralen Bedürfnis reifen zu lassen.“

Derzeit sei die Bildungslandschaft im Bergischen Städtedreieck von einer Vielzahl unterschiedlicher Angebote und Akteure geprägt, die sich vor allem für eine zielgerichtete Berufsorientierung der jungen Menschen von der Schule in den Beruf engagierten, fuhr der IHK-Präsident fort. Leider seien diese sinnvollen und unabdingbaren Engagements teilweise unabgestimmt und laufen isoliert voneinander, so dass ein gewisser „Wildwuchs“ entstanden sei. Sträter fuhr fort:

„Wir werden uns energisch für ein abgestimmtes und funktionierendes bergisches Übergangsmanagement vom Kindergarten zur Schule, von der Schule in den Beruf oder in das Studium und in eine anschließende Weiterbildung einsetzen. Bildung kann nicht früh genug beginnen! Eine ausgesprochene Erfolgsgeschichte ist für mich in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Junior-Uni für das Bergische Land. Sie ist nicht nur ein erfolgreiches Rezept gegen allgemein verbreitete Resignation, sondern das beste und preiswerteste „Geschäft“ für die Region. Wir begeistern den künftigen beruflichen Nachwuchs der bergischen Wirtschaft und der bergischen Universität für Naturwissenschaften und Technik. Außerdem schaffen wir hoffentlich die Voraussetzungen zu einer Finanzierung durch Fördermittel der EU für den dringend benötigten Neubau an der Wupper. (…) Auch die Wirtschaftsjunioren aus Wuppertal, Solingen und Remscheid benötigen Nachwuchs. Auch ich bin mit meinem ehrenamtlichen Engagement in der IHK ein Produkt der Wirtschaftsjunioren. Viele Kontakte, Einsichten und Aktivitäten haben Ihre Basis in diesem Netzwerk. Interessenten melden sich bitte am Stand auf dem heutigen Empfang!

Meine Damen und Herren, leider scheint es so, als habe die neue Bundesregierung einen klassischen „Fehlstart“ hingelegt. Dies ist umso bedauerlicher, als die Vorzeichen für eine schwarz-gelbe Koalition eigentlich sehr positiv waren. Wir hatten uns das, so glaube ich, anders vorgestellt. Bei einer vorsichtigen Betrachtung hege ich Sympathien für die Meinung einzelner Politiker, von unserer recht präsidial agierenden Bundeskanzlerin etwas weniger Unverbindlichkeit und etwas mehr Führung zu verlangen. Der Koalitionsvertrag enthält nämlich durchaus gute Ansätze, und die generelle Richtung stimmt mit wesentlichen wirtschaftspolitischen Positionen unserer Organisation überein. Wir wünschen uns aber mehr Mut zu Reformen. Schneller und deutlicher! Wenn nicht jetzt, wann dann? (…)

Das sogenannte „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ wird wohl Wachstum und Verschuldung beschleunigen. An keiner Stelle gibt es seriöse Finanzierungsrechnungen, sondern nur Hoffnung auf den Aufschwung. Wo die Regierung sparen möchte und den Staat verschlanken wird, bleibt bisher unklar. Meine Befürchtung ist folgende: Wenn man sich jetzt nicht auf das notwendige Sparen vorbereitet, wird man es gegen Ende der Legislaturperiode erst recht nicht tun können.

Die Regierungspolitiker müssen sich schnell wieder am Riemen reißen, denn die Weltwirtschaftskrise hat auch in unserer Region tiefe Spuren hinterlassen. In der Industrie sanken die Umsätze in 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent – und zwar sowohl im Inlandsgeschäft als auch bei den Exporten, insbesondere bei den Investitionsgütern. Der Konsum hielt sich in der Krise erstaunlich gut. Dies wird sich aber ändern, wenn die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen sollte.

Als IHK-Organisation sind wir nicht davon überzeugt, dass die Politik die wirtschaftliche Entwicklung tatsächlich nachhaltig beeinflussen kann – eine Zeitlang schien es ja fast so. Vor den Bundestagswahlen haben sich viele Politiker an ihren staatlichen Eingriffen in die Marktprozesse regelrecht „berauscht“. Sie glaubten sogar, Managementfehler größerer Unternehmen korrigieren und Verluste dem Steuerzahler aufbürden zu können, also private Gesellschaften ohne Haftung und eine Gesellschaft der Steuerzahler mit voller Haftung zu schaffen. So kann Marktwirtschaft nicht funktionieren. Hebelt die Politik dieses Prinzip aus, hebelt sie die Marktwirtschaft insgesamt aus.

Der Fall General Motors beziehungsweise Opel hat gezeigt, dass es für den Steuerzahler sehr teuer werden kann, wenn die Politik sich vom weinerlichen „Helfersyndrom“ leiten lässt und in unternehmerische Entscheidungen einmischt. Nur gut, dass GM selbst die Reißleine gezogen und die teure Lösung der Großen Koalition noch rechtzeitig abgelehnt hat. Denn, meine Damen und Herren, Überkapazitäten in der Automobilindustrie müssen so oder so abgebaut werden.

In der Marktwirtschaft darf die Politik nicht bestimmen, bei welchem Unternehmen dieser Abbau erfolgen oder eben nicht erfolgen soll, zumal sie die Nebenwirkungen ihrer Maßnahmen gar nicht überblicken kann. Die Politik darf also auch vor Wahlen nicht zum Mitspieler werden, sondern muss Schiedsrichter bleiben. Dies gilt grundsätzlich auch für den Kreditsektor, solange dieser Markt funktioniert. In einer Wirtschaftskrise können nun einmal nicht alle Unternehmen überleben. Die Kreditinstitute müssen ihre Kreditvergabe nach sachlichen Kriterien und hinreichend vorsichtig vornehmen. Und wenn die Banken behaupten, ohne neuerliche Bonuszahlungen verlieren sie ihre Spitzenkräfte, kann ich nur sagen, dann lasst sie bitte gehen!

Meine Damen und Herren, die bergischen Kommunen bereiten uns weiterhin große Sorgen! Bei der Einleitung der notwendigen Sparprozesse scheinen sie weiterhin alle Zeit der Welt zu haben. (…) Die eigene Kraft der bergischen Kommunen wird … nicht ausreichen, die Überschuldung zu vermeiden und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Gleichwohl müssen die ersten nennenswerten Beiträge für eine finanzielle Gesundung von den Kommunen selbst kommen, und zwar unverzüglich und im Rahmen eines Masterplans. Dazu gehört auch die Intensivierung der bergischen Kooperation, bei der sich die drei Städte bisher nur in eher kleinen, weitestgehend unmaßgeblichen, Projekten zusammenfinden konnten. Es muss um die großen Aufgabenblöcke gehen, die sie in vergleichbarer Weise zu erledigen haben. Die erheblichen Potentiale müssten in unserer kleinen Region leichter zu realisieren sein als anderswo. Daher appelliere ich insbesondere an alle Politiker, Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter: Macht endlich Ernst und kommt zu substantiellen Ergebnissen, bevor es endgültig zu spät ist. (…)

Jahrelang haben wir uns zu Recht darüber beklagt, dass unsere Region in Bezug auf die Förderpolitik des Landes gegenüber dem Ruhrgebiet benachteiligt wurde. Seit dem Start des NRW-EU Ziel 2-Programmes 2007 – 2013 haben unsere Unternehmen endlich auch die Möglichkeit, sich an Förderwettbewerben zu beteiligen. Insgesamt 1,28 Milliarden Euro an EU-Mitteln stehen zur Verfügung. Zusammen mit den Beiträgen des Landes NRW und der verschiedenen Projektträger werden damit über 2,5 Milliarden Euro an Gesamtinvestitionen angestoßen. Wahrlich beachtliche Summen! Aber diese Möglichkeit wird hier noch zu wenig genutzt. Erste bergische Projekte waren in diesen Wettbewerben zwar erfolgreich und wurden zur Förderung empfohlen. In zwölf Wettbewerben war die Region mit 15 Beiträgen erfolgreich. Es gab aber insgesamt 36 Wettbewerbe mit 559 bewilligten Projekten. Andere Regionen, wie Aachen und auch die Metropole Ruhr, stehen besser da, denn sie haben sich nicht nur an mehr Wettbewerben beteiligt, sondern oft auch gleich mehrere Projektideen ins Rennen geschickt. Unsere Region hat eine lange Tradition in der Entwicklung innovativer Produkte, die auch heute noch zu den Weltmarktführern gehören. Doch darauf sollten und dürfen wir uns nicht ausruhen.“ (...)

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