Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Entwicklungshilfe muss auch Behinderte berücksichtigen

Von li. n. re.: Bürgermeisterin Monika Hein, Edwin Behrens, Mareike Bübl und Herbert Güthe. Foto: Lothar KaiserEdwin Behrens: 11 Jahre Behindertenarbeit mit viel Herzblut“, titelte der Waterbölles am 19. August 2009. Gestern nun hatte der Behindertenbeauftragte der Stadt seinen letzten offiziellen „Auftritt“ im Vorfeld der Sitzung des „Beirates für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ (an den Namen muss man sich erst noch gewöhnen; vor der Kommunalwahl hieß er Behindertenbeirat). Behrens eröffnete zusammen mit Bürgermeisterin Monika Hein und dem Beiratsvorsitzenden Herbert Güthe eine Wanderausstellung, die sich unter dem Titel „Entwicklung ist für alle da“ auf zwölf Schautafeln mit der Situation von Behinderten in der Dritten Welt auseinandersetzt. Angesprochen wird dabei auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, mit der sich der Beirat schon mehrfach beschäftigt hat. Dass diese längst noch nicht umgesetzt sei – in den Industrieländern nicht und erst recht nicht in den Entwicklungsländern -, betonte in ihrem Vortrag Mareike Bübl vom Essener Verein „Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.“, der die Ausstellung gemeinsam mit „Handicap International“ aus München konzipiert hatte. Bübel: „Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Multiplikatoren zu schulen. Wir bieten Sozialpraktika in Entwicklungsländern an, speziell in Projekten mit Behinderten.“ Im vergangenen Jahr arbeitete die Referentin in einem Gehörlosen-Projekt in Brasilien. Sie weiß aus eigener Erfahrung, dass Entwicklungshilfe behinderte Menschen berücksichtigen muss, um umfassend wirksam zu sein. Ein Beispiel: „Was nutzt eine neue Schule in Afghanistan, wenn sie nicht barrierefrei ist. Dann können Kinder, die durch Minen zu Schaden gekommen sind, sie nicht besuchen!“

In NRW müsse noch vielfältige Überzeugungsarbeit geleistet werden, hatte zuvor Edwin Behrens betont. Zum Beispiel das Landesbehindertengleichstellungsgesetz. Die darin beschriebenen Forderungen erfülle bislang keine einzige Stadt in NRW. Mareike Bübl: „Und wenn man es hier nicht schafft, wie ist es denn dann um die Behinderten in der Dritten Welt bestellt?!“ Menschen mit Behinde­rung in Entwicklungsländern seien von weit ausgeschlossen als Behinderte in Europa. Ihre Fähigkeiten blieben unentwickelt und ungenutzt, sie lebten meist abhängig von der Fürsorge anderer und würden so auch Arbeitskraft und Zeit der Familienmitglie­der binden, die sie betreuen. Eine Expertengruppe der Verein­ten Nationen hatte bereits in den 198o-er Jahren geschätzt, dass ein Viertel der Menschen in Entwicklungsländern direkt oder indirekt von Behinderung betroffen ist. In diesen Haushalten ist das Risiko, arm zu sein, dann besonders groß.  Die Weltge­sundheitsorganisation (WHO) geht von rund 650 Millionen Menschen mit Behinderung weltweit aus, wovon 80 Prozent in Entwicklungsländern leben, 82 Prozent davon unterhalb der Armutsgrenze (UN), haben weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Und wo es an Rehabilitationsmaßnahmen und Behand­lungsmöglichkeiten mangelt, werden aus leichten Beeinträchtigungen schnell schwere und schwerste. Bei Naturkatastrophen seien Behinderte in der Dritten Welt häufig besonders schwer betroffen, sagte Mareike Bübl und nannte als aktuelles Beispiel Haiti.
Vorangestellt war dem Vortrag ein Zitat des Afrikaners Joshua Malinge: „Während die Menschen in den reichen Ländern über Selbstverwirklichung reden, reden wir über das Überleben!“

Trackbacks

Waterbölles am : Den Abschied aus den Amt richtete der Beirat aus

Vorschau anzeigen
Ein bequemer Mitarbeiter war Edwin Behrens sicherlich nicht. Niemand kann das sein, der seine Aufgabe ernst nimmt. Konsequent und gradlinig hat er sich für die Interessen der Behinderten in Remscheid eingesetzt. Elf Jahre lang – als Behindertenbeauftrag

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!