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Geballter Protest überraschte Ausschuss und Verwaltung

Mit Protesttransparenten im Rücken begann der neue Ausschuss für Schule und Sport seine Arbeit. Foto: Lothar Kaiser

Lehrer, Kinder und Eltern fürchten um den Fortbestand der katholischen Julius-Spriestersbach-Grunndschule. Foto: Lothar Kaiser

"Bitte rüsten Sie rhetorisch etwas ab", bat in der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Schule und Sport Hans Peter Meinecke die CDU. Damit meinte der Ausschussvorsitzende die Presseerklärung von CDU-Sprecher Kai Kaltwasser. Der hatte darin den Antrag von SPD, Grünen und FDP kritisiert, für den gemeinsamen Standort der Gemeinschaftsgrundschule Daniel-Schürmann und der Katholischen Grundschule Julius-Spriestersbach an der Palmstraße zusammen mit den Beteiligten nach einer zukunftsfähigen Lösung zu suchen, weil sich "die drangvolle Enge zweier Schulen unter einem Dach" nicht bewährt habe. Kaltwasser hatte in einer Presseerklärung von einer „unerträglichen Verunsicherung der kath. Grundschule“ gesprochen, in erster Linie wohl deshalb, weil die "Gestaltungsmehrheit" als eine von vier Alternativen die Auflösung der katholischen Grundschule genannt hatte.

Aber mit "Bitte abrüsten" meinte Meinecke gestern Abend sicher auch das Aufgebot an Lehrern, Eltern, Kindern und Transparenten ("Unsere Schule soll bleiben!"), das in der Aula des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs kaum Platz fand. Der geballte Protest überraschte die Kommunalpolitiker und die Mitarbeiter der Verwaltung gleichermaßen. Eine Überreaktion, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte. Denn nachdem der Antrag durch Streichung der vier Alternativen auch aus der Sicht der CDU "ergebnisoffen" formuliert war, erhob sich bei der Abstimmung keine einzige Gegenstimme. Und auch der Beschluss, dass die Gemeinschaftsgrundschule Daniel-Schürmann zum Schuljahr 2011/2012 zwei Eingangsklassen bilden soll, die kath. Grundschule Julius-Spriestersbach dagegen nur eine (2010/2011 ist es ungekehrt) fiel einstimmig aus, da Enthaltungen (in diesem Fall die der CDU) nicht mitgezählt werden.

Zur Situation am Schulstandort Palmstrasse 6 heißt es in der Verwaltungsvorlage: „Für das kommende Schuljahr 2010/11 wurden an der GGS Daniel-Schürmann insgesamt 36 Kinder angemeldet; hiervon kommen voraussichtlich 35 Anmeldungen tatsächlich zur Einschulung. Damit erreicht die GGS Daniel-Schürmann nicht den Mindestwert von 18 Kindern je Klasse, um zwei Eingangsklassen bilden zu kön­nen. Entsprechend den schulgesetzlichen Vorgaben wurden sieben Kinder abgewiesen. An den umliegenden Schulen sind für diese ausreichend Kapazitäten vorhanden. An der KGS Julius-Spriestersbach wurden 40 Kinder angemeldet, wovon voraussichtlich 38 Kinder zur Ein­schulung kommen. Damit kann die KGS Julius-Spriestersbach zwei Eingangsklassen bilden. Angesichts der Anmeldesituation beider Schulen sowie der sehr engen Schulraumsituation haben Gesprä­che mit den beiden Schulleitungen, der Schulaufsicht und der Verwaltung stattgefunden. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass mittelfristig eine Gesamtlösung für beide Schulen erforderlich ist. Die Verwaltung wird die Thematik im Frühjahr 2010 im Rahmen des aktualisierten Schulentwicklungsplans aufgreifen.“ Um den Schulen, zumindest für das nächste Anmeldeverfahren, eine Planungssicherheit zu geben schlägt die Verwaltung vor, dass - im Wechsel, bezogen auf das kommende Schuljahr - die GGS Daniel-Schürmann für das Schuljahr 2011/2012 zwei Eingangsklassen und die KGS Julius-Spriestersbach eine Eingangsklasse bildet. Vorausgesetzt, „dass ausreichend Anmeldungen entsprechend den Klassenbildungswerten vorlie­gen.“

„Warum ist „die Ampel“ denn nicht auch auf die Alternative gekommen, die Daniel-Schürmann-Schule zu schließen“, wollte in der Schulausschuss-Sitzung Wieland Gühne (W.i.R) wissen. Antwort von Hans Peter Meinecke: „Die Auflösung einer Gemeinschaftsgrundschule ist schwierig. Bei der kath. Grundschule handelt es sich um eine Angebotsschule.“ Doch die genannten vier Alternativen seien keineswegs abschließend gemeint.

Kai Kaltwasser (CDU) betonte, beide Schulen gleich erfolgreich. Das aber fände sich in den vier Alternativen nicht wieder. Jutta Velte (Grüne) und Brigitte Neff-Wetzel (Linke) wiesen darauf hin, beide Schulen benötigten Planungssicherheit, ebenso die Eltern. Dies bestätigte auch Schulrätin Anne Hackländer: „Damit es nicht wieder zu Kontroversen kommt!“ (Anm.: Zwischen den Lehrerkollegien). Die entzünden sich immer wieder an dem Umstand, dass aus Platzmangel jeweils eine Schule zwei kleine Klassen bilden kann, die andere dann aber nur eine große. Denkmal wäre die Bildung einer Verbundschule, so Hackländer. Dadurch könnten die Klassen insgesamt kleiner werden, ein Vorteil für die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf. Und der Bedarf an Lehrern ließe sich besser organisieren.

Trotz des Hinweises des Ausschussvorsitzenden, der Antrag der „Gestaltungsmehrheit“ enthalte nur einen Prüfauftrag an die Verwaltung, schienen die Diskutanten schienen sich festbeißen zu wollen. Der Hinweis von Wieland Gühne, man solle ergebnisoffen prüfen, führte zum Glück dann schnell zur Streichung der vier Alternativen aus dem Antrag. Meinecke: „Herr Gühne, Sie sind heute bemerkenswert konstruktiv!“

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Waterbölles am : Durch neue Schulverbünde bleiben alte Standorte erhalten

Vorschau anzeigen
Aus sechs werden drei: Zum Schuljahr 2011/2012 sollen die Gemeinschaftsschulen „Adolf Clarenbach“ und Goldenberg, „Dörpfeld“ und Struck sowie die Katholischen Grundschulen Menninghausen und „Julius Spriestersbach“ zu Grundschulverbänden zusammengeschlosse

Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Es hat leider etwas gedauert, aber jetzt ist der Bericht über die Schulausschusssitzung komplett. Es war halt etwas stressig diese Woche ...

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