Skip to content

Der Jugendrat schreibt an die Oberbürgermeisterin

Der Remscheider Jugendrat hat sich intensiv mit den vom Verwaltungsvorstand vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schuldenabbau auseinandergesetzt und in einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Beate Wilding zu jugendrelevanten Punkten der „Giftliste“ Stellung bezogen:

„Sehr geehrte Frau Wilding, wir, der Jugendrat, haben in unserer Klausurtagung in Münster am 7.2.2010 anlässlich der Maßnahmensammlung zum Schuldenabbau eine Messlatte für eine für Jugendliche attraktive Stadt erarbeitet. Damit Remscheid attraktiv ist, muss die Stadt aus unserer Sicht ein vielfältiges Freizeit-, Kultur-, Bildungs- und Sportangebot bereithalten. Dazu gehören im Einzelnen

  • Freizeitangebote wie Jugendzentren, gepflegte Spiel- und Bolzplätze, attraktive Grünflächen und Grünanlagen als Treffpunkte für Jugendliche und Familien, Ferienangebote für Kinder und Jugendliche, Schwimm- und Freibad, Kino, Discos, attraktive Einkaufsmöglichkeiten;  Kulturangebote: Musik- und Kunstschule, Differenziertes Theaterangebot, Stadtbücherei, Museen, die es nur hier gibt und die, die Identität der Stadt repräsentieren, wie das Röntgen-Museum und das Werkzeugmuseum, Galerie, bezahlbare Kulturangebote, Orchester, Förderung von Kunsttalenten aus finanzschwachen Familien;
  • Bildungsangebote: differenziertes Schulangebot aller Schultypen inkl. der Abendrealschule ausreichende Ausstattung der Schulen mit Lehrmitteln Volkshochschule wohnortnahe Kindergärten ausreichend OGGS-Plätze mit entsprechender personeller und sachlicher Ausstattung;
  • Berufsberatungsangebote wie die Kompetenzagentur;
  • Sportangebote: attraktive und gepflegte Sportstätten, ausreichendes, vielfältiges Sport- und Bewegungsangebot, attraktive Sportveranstaltungen, wie den Citylauf, den Röntgenlauf und die Radrennen rund um Lüttringhausen.

Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es nicht die richtige Zeit ist, um Wunschzettel zu schreiben, sprechen uns aber auch massiv gegen das Kaputtsparen der Stadt Remscheid aus. Niemand möchte in einer seelenlosen Stadt wohnen, die nach oben benanntem Maßstab keine Attraktivität mehr bietet. Angesichts der Tatsache, dass allen Streichmaßnahmen zum Trotz Remscheid spätestens im Jahre 2014 überschuldet sein wird, empfehlen wir mit Augenmass zu streichen. Die Folgen für das Leben in der Stadt und die Folgekosten von Streichungen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Es besteht die Gefahr, dass die Ersparnis auf der einen Seite durch höhere Kosten auf der anderen Seite oder in der Zukunft wieder zunichte gemacht wird und Benachteiligte noch mehr benachteiligt werden oder ganz ins Abseits geraten.

Wir wissen, dass Einschnitte unvermeidlich sind, daher begrüßen wir z.B. die Vorhaben, Eintrittsgelder in den Museen zu erheben und die Öffnungszeiten zu überdenken. Darüber hinaus schlagen wir vor folgende Maßnahmen zu prüfen:

  • Bessere Ausnutzung der städtischen Gebäude, vor allem der Schulen, außerhalb der Unterrichtszeiten, wie es bereits durch die VHS geschieht
  • Einrichtung eines Energiesparprogramms für alle städt. Gebäude
  • Einsatz von alternativen Energien, wie Solarzellen auf städtischen Gebäuden unter Berücksichtigung der Fördermöglichkeiten
  • Umbau der Aula der Albert-Einstein-Gesamtschule zu einer kleinen Stadthalle um sie für Veranstaltungen vermieten zu können
  • Keine Schließung des Internetcafé RIC, aber Prüfung der moderaten Erhöhung der Getränkepreise und der Gebühren für die Nutzung des Internets (Maßnahmensammlung Seite: 239)
  • Keine Schließung der Musik- und Kunstschule, aber Prüfung der Unterbringung im Terrapartgebäude ab 2014, da dann ein Jahrgang am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium weniger vorhanden ist und Veräußerung der Bökerschen Villa, Zusammenarbeit oder Zusammenlegung der Verwaltung von MKS und Orchester (Maßnahmensammlung Seite: 196/197)
  • Keine Schließung des Freibades Eschbachtal aber Prüfung von moderaten Preiserhöhungen und Prüfung der Öffnungszeiten bei gleichzeitiger Garantie der Öffnung bei gutem Wetter, Prüfung der Erschließung alternativer Einnahmequellen: Vermietung für Feste und Events, Installation und Vermietung von Grillstationen, Verkauf von Grillgut etc. (Maßnahmensammlung Seite: 247/248)
  • Keine pauschale Kürzung der Zuschüsse an die Jugendzentren, aber Prüfung der Zusammenlegung z.B. der Verwaltung um Synergieeffekte zu erzielen (Maßnahmensammlung Seite: 105 - 108)
  • Keine Schließung des Röntgengeburtshauses, da es sich um ein Identitäts-Stiftendes
  • Haus für Remscheid handelt (Maßnahmensammlung Seite: 206/207)
  • Keine Reduzierung des Zuschusses an das WTT, da vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche und Schulen, Prüfung alternativer Einnahmequellen durch Vermietung, Bingoabende, Feiern und Feste, Schauspiel- und Gesangsunterricht (Maßnahmensammlung Seite: 208)

Um Remscheid attraktiv zu erhalten, benötigt die Stadt eine Reihe von kreativen Ideen, die es ermöglichen zu Sparen, ohne alles, was Remscheid lebenswert macht dem Sparzwang zu opfern. In diesem Sinne bitten wir um intensive Prüfung der oben gemachten Vorschläge.

Mit freundlichen Grüßen
gez.
Dennis Staniol Vorsitzender“

Trackbacks

Waterbölles am : Nach anderthalb Stunden noch kein einziger Sparvorschlag

Vorschau anzeigen
Im Großen Sitzungssaal des Rathauses stellte Oberbürgermeisterin Beate Wilding gestern Abend Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher Remscheider Vereine und Institutionen ihren Fünf-Jahres-Plan zum Schuldenabbau vor ("Giftliste"). Mit der Zi

Waterbölles am : Nach anderthalb Stunden noch kein einziger Sparvorschlag

Vorschau anzeigen
Im Großen Sitzungssaal des Rathauses stellte Oberbürgermeisterin Beate Wilding gestern Abend Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher Remscheider Vereine und Institutionen ihren Fünf-Jahres-Plan zum Schuldenabbau vor ("Giftliste"). Mit der Zi

Waterbölles am : Nach anderthalb Stunden noch kein einziger Sparvorschlag

Vorschau anzeigen
Im Großen Sitzungssaal des Rathauses stellte Oberbürgermeisterin Beate Wilding gestern Abend Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher Remscheider Vereine und Institutionen ihren Fünf-Jahres-Plan zum Schuldenabbau vor ("Giftliste"). Mit der Zi

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!