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Lindenallee soll Wanderern eines Tages Schatten spenden

Bei der Einweihung v. li. n. rechts: Kurt-Peter Friese (CDU), Jürgen Hardt (MdB, CDU), Elke Rühl (MdL, CDU), Bürgermeister Lothar Krebs (SPD) und Minister Eckhard Uhlenberg (CDU). Foto: Lothar Kaiser

Fast sah es so als, als seien mehr Menschen zur Einweihung der neuen Lindenallee erschienen, als diese Bäume zählt. Doch hinter dem nächsten Hügel, vom Rednerpult aus nicht zu sehen, stehen weitere Bäume. Der „große Bahnhof“ galt Umweltminister Eckhard Uhlenberg; er weihte die neue Allee in Remscheid-Dörpholz heute Mittag ein. Auf 360 Metern waren im vergangenen Halbjahr hinter der Gaststätte „Eierkaal“ beidseits des „Röntgen-Rundwanderweges“ 64 Winterlinden gepflanzt worden. Die neue Allee ist die 104. im Rahmen der Alleen-Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen. „Viele Menschen sind hier auf dem Rundwanderweg unterwegs. Die Allee passt gut zwischen die Naturschutzgebiete Feldbachtal und Dörpetal ein“, sagte der Minister, nachdem er mit einiger Verspätung eingetroffen war. Zwar sei der Waldanteil im Bergischen Land höher als in manch anderen Landesteilen. Doch auch hier trage eine Allee zur Verschönerung der Landschaft bei. „So wird Natur zum Erlebnis!“

In der Vergangenheit seien zahlreiche Alleen in Nordrhein-Westfalen dem Straßenausbau zum Opfer gefallen, fuhr Uhlenberg fort. Die noch vorhandenen Alleen an Straßen und Wegen waren 2007 unter gesetzlichen Schutz gestellt worden (§ 47a LG). Ein Jahr zuvor hatte die Landesregierung die „100-Alleen-Initiative“ ins Leben gerufen. Sie wird gemeinsam umgesetzt vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und vom Ministerium für Bauen und Verkehr und unterstützt von der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, den ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschützern sowie von Landwirten und Wald- und Grundbesitzern (daher wohl auch die große Teilnehmerschar).

Die heute eingeweihte Allee nahe der Straße zur Wuppertalsperre ist die erste im bergischen Städtedreieck. Insgesamt wurden bisher auf einer Streckenlänge von 103 Kilometern rund 10.000 Bäume neu gepflanzt - als „eine Bereicherung für Mensch und Natur“, so das Landwirtschaftsministerium NRW im Internet. „Alleen spenden Schatten an Tagen mit viel Sonnenschein. Ihre Laubdächer erzeugen ein eigenes, feuchtes Kleinklima und sind selbst eigene kleine Biotope. Sie sind Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Alleen-Bäume filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft, dämpfen den Straßenlärm und produzieren Sauerstoff. Sie sind als Kohlendioxidumwandler wichtig für den Klimaschutz.“

Neue Vorschläge, wo eine Allee entstehen könnte, seien im Ministerium stets willkommen. Das Land werde auch in diesem Jahr noch Fördermittel für die Alleen-Initiative bereitstellen. Voraussetzung: Die Neuanlage oder Ergänzung einer Allee muss mindestens 300 Meter umfassen. 

Die Idee zu der Allee bei Dörpholz hatte Sabine Rosenbaum, die Inhaberin der Gaststätte „Eierkaal“. Von den Gesamtkosten der neuen Allee in Höhe von 20.000 Euro entfielen 12.000 auf das Land und 8.000 auf die Stadt. Deren Anteil stammte allerdings aus dem Topf der so genannten „Ersatzmaßnahmen“, in den z.B. Privatleute einzahlen müssen, wenn sie einem Bauprojekt größere Bäume opfern wollen.

In Vertretung von Oberbürgermeisterin Beate Wilding nahm Bürgermeister Lothar Krebs (SPD) an der Einweihung teil. Er machte Minister Uhlenberg auf die 23 Naturschutzgebiete der Stadt Remscheid auf immerhin knapp zehn Prozent des Stadtgebietes aufmerksam. Die neue Allee sei „ein großer Schritt für den richtigen, wertschätzenden Umgang mit unserer Umwelt“.

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