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Friedhofsflächen sind in Remscheid allemal ausreichend

Es dürften mittlerweile fast 20 Jahre her sein, da plante die Stadt Remscheid nicht nur ein neues Wohngebiet auf dem Gelände des früheren Flugplatzes Hohenhagen, sondern auf der anderen Seite der Fichtenstraße, zwischen Hohenhagen und Brodtberg, auch einen neuen Friedhof. Der Plan wurde später wieder fallen gelassen. Weil man erkannte: Es besteht gar kein Bedarf; die Bevölkerung geht zurück und mit ihr auch die Zahl der Sterbefälle. Ohne Bezug auf die damaligen Pläne zu nehmen, hat die Verwaltung den Ratsfraktionen jetzt ihre Antewort auf eine Anfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke vorgelegt. Er hatte es für notwendig gehalten, „angesichts der in den letzten Jahren geänderten Begräbnisformen zu untersuchen, ob die städtischen Friedhöfe in Ihrer jetzigen Größe vorgehalten werden müssen.“ Eine Prognose über die mögliche Entwicklung der Friedhofsnutzung in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten erschien ihm auch hinsichtlich der Gebührentwicklung sinnvoll zu sein. Die Verwaltung ist da anderer Meinung: „Wie seinerzeit der Trend der Urnenbestattungen nicht vorhergesehen wurde, wurde auch der Erfolg der anonymen Bestattungen, der Urnenkolumbarien oder der Waldbestattungen erst im Nachhinein gewür­digt. Deutschlandweit sind keine seriösen Prognosen bekannt. Ein flexibles Handeln beim Erkennen von Trends scheint daher zurzeit sinnvoller zu sein.“ Weiter heißt es in der Mitteilungsvorlage:

„Die städtischen Friedhöfe in Remscheid haben aufgrund ihrer geringen Fläche glücklicherweise nicht die Probleme der Überhangflächen, wie sie insbesondere in den Großstädten der gesamten Republik zu finden sind. Reine Vorhalteflächen existieren lediglich auf dem Friedhof Bliedinghausen, die in der Ver­gangenheit zudem bereits reduziert wurden. Für die weiter vorhandene Fläche entstehen nur geringe Unterhaltungskosten, z.B. für die halbjährliche Mahd. Eine friedhofstechnische Erschließung (Wasserlei­tungen, Wege usw.) ist hier nicht vorhanden. Für die beiden Waldfriedhöfe in Reinshagen und Lennep sind keine Vorhalteflächen vorhanden.

Die massive Steigerung des Urnenanteils an den Bestattungen hat zu einer deutlichen Entzerrung des in den 80er Jahren noch gegebenen Flächenengpasses geführt. Der Friedhofsbedarfsplan der Stadt Rem­scheid aus 1990 (erstellt durch die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal) ging noch davon aus, dass mindestens ein weiterer Friedhof im Stadtgebiet angelegt werden muss - entsprechende Untersu­chungen wurden seinerzeit bereits begonnen. Praktisch alle Kommunen in der Republik unterlagen sei­nerzeit derselben Fehleinschätzung der Bestattungsentwicklung. Glücklicherweise wurde dieser neue Standort in Remscheid nie umgesetzt.

Da die Entwicklung des Urnenanteils auf den städtischen Friedhöfen in Remscheid schon seit geraumer Zeit absehbar ist, wurde frühzeitig mit Überlegungen zur Vermeidung weiterer Streulagen begonnen. Insbesondere werden Nutzungsrechte an Gräbern in eher abgelegenen Lagen seit langem nicht mehr vergeben. Ziel ist es, langfristig zusammenhängende Bereiche zu entwickeln, die nicht mit Bestattungen belegt sind. Eine tatsächliche Aufgabe von Friedhofsflächen ist aufgrund der Ruhefristen nur langfristig denkbar, im Falle einer Entwidmung würden langjährige Kosten bei gleichzeitigem Ertragsausfall über mind. 30 Jahre entstehen. Die Vorhaltefläche in Bliedinghausen soll zur Vermeidung möglicher späterer Flächenprob­leme (auch angesichts der äußerst geringen Unterhaltungskosten) beibehalten werden. Auch im Falle des muslimischen Grabfeldes konnte nur dadurch auf die erforderlichen Besonderheiten eingegangen werden.“

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